Über den Ausbau und den Status des VDSL-Netzes in Deutschland berichten wir ja regelmäßig. Doch wie steht es eigentlich mit unseren Nachbarn in der Schweiz? Der führende Schweizer Telekommunikationskonzern stand uns im ausführlichen Interview Rede und Antwort..
Einige bekannte Anbieter schneller Internetanschlüsse via DSL, VDSL oder Kabel, präsentierten sich und ihre Angebote auf der diesjährigen Cebit. Wir haben uns auf der Messe etwas umgesehen und nach Neuigkeiten, Trends und neuen Geräten gesucht. Zum Cebit-Spezial...
Die VDSL-Technologie wird erwachsen! Seit gut drei Jahren stehen VDSL-Anschlüsse für immer mehr Verbraucher zur Verfügung. Noch bis vor kurzem bot ausschließlich die Deutsche Telekom VDSL-Anschlüsse an. Seit dem Fall des VDSL-Monopols bzw. der Netzöffnung haben Verbraucher zahlreiche, alternative VDSL-Tarife zur Auswahl. Schon in wenigen Jahren werden die heutigen DSL-Geschwindigkeiten von wenigen tausend Kilobit/Sekunde der Vergangenheit angehören. Mit VDSL sind Bandbreiten möglich, die um ein vielfaches schneller sind, als ein heute als „flott" geltender DSL-6000-Anschluss. Wozu solch ein schneller Internetzugang nützlich ist, fragen mit Sicherheit viele Nutzer?
Vor nicht einmal 10 Jahren waren viele der Ansicht - auch Experten - dass kein Mensch einen DSL-Anschluss mit mehr als 768 KBit/s benötigt! Das liegt daran, dass es damals keine sinnvollen Anwendungen für höhere Bandbreiten gab. Zum reinen Internetsurfen benötigt man in der Tat nicht viel. Webseiten wurden aber gleichzeitig komplexer, bunter und multimedialer. Wer heute noch mit einem Modem durchs Internet surft, wird ein Wort hassen: Flash. Die Technik erlaubt Grafikern und Webdesignern, ausgefallene und animierte, interaktive Elemente oder Banner auf Internetseiten zu platzieren, was die Ladegeschwindigkeit drosselt. Auch Web2.0 Dienste, Videoportale wie Youtube oder IPTV existierten damals noch lange nicht. Dank schneller DSL-Zugänge lassen sich heute problemlos und ohne große Wartezeiten Videoclips im Internet anschauen. Besonders steigender Beliebtheit erfreuen sich gegenwärtig: IPTV, WebTV und Podcasts.
Bei IPTV handelt es sich vereinfacht gesagt, um Fernsehen via Internet. Erste Anbieter sind bereits seit 3 Jahren auf dem Markt. IPTV wird nach Ansicht vieler Experten und nach Ergebnissen von Marktforschungsstudien das Fernsehen von Morgen repräsentieren. Mit IPTV werden hochauflösende und sogar interaktive Fernsehinhalte möglich. Die Übertragung von WebTV erfolgt ebenfalls über das Internet. Das Zielmedium ist aber nicht das TV-Gerät sondern primär der PC.
So wie man vor Jahren noch nicht vorhersagen konnte, wozu wesentlich schnellere Internetzugänge nötig sein werden, erscheint dies heute weniger leicht. Fest steht jedoch - die Entwicklung auf dem Markt hochauflösender Fernsehbilder (Stichwort HDTV), superscharfer digitaler Kamerabilder und noch bessere Soundformate oder das aufkommende 3D-Fernsehen, lassen auch die Speicherkapazitäten enorm anwachsen. Für eine Übertragung via Internet sind daher enorm hohe Bandbreiten erforderlich. Wenn Sie also, sagen wir in 5 Jahren, einige Bilder Ihrer Digitalkamera versenden wollen, wird ein heutiger DSL-Anschluss vielleicht wie ein DFÜ-Modem von früher anmuten ...
Augsburg, Dresden, Bremen, Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg, Düsseldorf, Wuppertal, Bonn, Fürth, Friedrichshafen (T-City), Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, Darmstadt, Juninz, Wiesbaden, Offenbach.
VDSL ist zweifelsohne ein enormer technischer Fortschritt. Dieser dürfte aber für einen nicht unerheblichen Anteil an Usern wie eine Farce wirken. Für ca. 5-10% der Deutschen steht nicht einmal ein langsamer DSL-1000 Anschluss zur Verfügung. Der Poker mit fünfstelligen Bandbreiten muss für die Betroffenen wohl ein Gefühl von "Dritte-Welt-Gebiet" in Sachen DSL hervorrufen. Die Einen können hochauflösende Videos übers Netz schauen, während andere mit dem Modem schon bei mehreren Bildern auf einer Webseite an Ihre Geduldsgrenze getrieben werden. Eine Besserung ist insbesondere für die ländlichen Gebiete jedoch langsam in Sicht. So plante die Bundesregierung im Zuge des Konjunkturpaketes auch Milliardeninvestitionen in den Highspeedausbau zu stecken. Auch die Deutsche Telekom will 2009 einen weiteren dreistelligen Millionen-Betrag in den Netzausbau investieren, um kontinuierlich noch mehr "weiße Flecken zu schließen.
Bisher hatten die national agierenden Konkurrenten der Deutschen Telekom eine Investition in VDSL weitestgehend gescheut. Der VDSL-Ausbau wird allerdings zunehmend nicht mehr im Alleingang vollzogen. Anfang letzen Jahres wurden mehrere Kooperationspläne (EWE, Vodafone) bekannt. Dies treibt den Netzausbau voran und beschleunigt die Versorgung weiterer Wohngebiete mit den wichtigen Glasfaserleitungen.
Die Marktöffnung Mitte 2009 bedeutet weitere Vorteile für die Verbraucher. VDSL wird so mittelfristig aufgrund wachsenden Wettbewerbes günstiger - die Preise sinken. Langsam ist VDSL so endlich auch für die breite Masse bezahlbar geworden. Weitere Investitionen in den VDSL-Ausbau dürften diese Entwicklung noch beschleunigen. Es ist darüber hinaus anzunehmen, dass weitere Anbieter sich der 100 Mbit/s-Marke nähern werden. Die Kabelnetzbetreiber bauen ihre Netze weiter in Richtung 100(+) Mbit/s aus. Relativ breitflächig verfügbar sind heute bereits 32 Mbit/s via Kabel. Kabel BW offeriert seit Sommer 2009 sogar echte 100 MBit-Flatrates. Unitymedia bietet sogar 120 MBit/s in Aachen und Köln. Nach den Plänen der großen Internetanbieter wird sich also der Wettbewerb um den Highspeed-Breitbandmarkt in den kommenden Jahren verstärkt. Den Verbraucher wird es freuen.
Der Weg zum eigenen VDSL Anschluss führt über die VDSL-Verfügbarkeitsprüfung, hin zur Wahl des passenden VDSL-Angebotes. Bisher ist die Wahl begrenzt auf VDSL 50 und VDSL 25. Die Zahlen stehen jeweils für MBit/s - also die Geschwindigkeit des VDSL-Anschlusses.
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Wie üblich gibt es natürlich neben Licht auch Schatten. So modern und schnell die neue VDSL-Technik auch ist, birgt sie seit Jahren viel Nährboden und Ansatzstellen für Kritiker. Das neue Netz kostet(e) Milliarden und wird sogar von der Bundesregierung mit Fördergeldern unterstützt. Ein steter Kritikpunkt ist, dass das VDSL-Netz zwar glasfaserbasierend ist, die letzten Meter vom Kabelverzweiger zum Kunden aber meist mit Kupferkabeln realisiert werden. Das drosselt einfach ausgedrückt die maximale Transferrate von VDSL vor Ort. Die Länge des Kupferkabels sollte dann maximal 300 Meter sein. Das ist nicht viel und wird gewiss nicht bei jedem Kunden realisierbar sein oder nur durch teure Umrüstung der lokalen Hauptverteiler und Kabelverzweiger.
Die hohen Kosten warfen auch zwangsläufig die Frage der Wirtschaftlichkeit von VDSL auf. So wurden 2006 Summen von über 1000 Euro pro Kunde (Forrester Research 1330 Euro / Kunde) prognostiziert. Allerdings lagen die Kosten für die Neukundengewinnung im umkämpften DSL-Sektor damals auch nahe der Tausendermarke. Heute ist dieser Punk prinzipiell kein Argument mehr. Denn mit VDSL wird langsam aber sicher gutes Geld verdient! Ein alter Kritikpunkt betrifft die Zukunftsfähigkeit. Dieser Aspekt sollte jedoch spätesten seit Bekanntgabe der VDSL-Netzöffnung obsolet sein. Denn durch die zunehmende Anzahl der Internetprovider in Deutschland, die eigene (Resale-)-VDSL-Tarife anbietet, steigt auch die Verbreitung und Akzeptanz stetig.
Auch einer der häufigsten Verbraucher-Kritikpunkte bezüglich des VDSL-Angebotes der Telekom wurde Mitte Juni 2009 endlich beseitigt. Bis dahin bot die Telekom VDSL nur mit einer "Zwangskopplung" des TV-Angebotes "Entertain". Seither ist VDSL nun auch als "normale" Doppelflat bestellbar.
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