Spezial zum VDSL-Ausbau samt Historie und Ausblick

Ausbau des VDSL-Netzes von 2008 bis 2018


Immer wieder wird unsere Redaktion gefragt, wo VDSL schon ausgebaut ist bzw. wo dieser demnächst noch erfolgen wird. Denn die ultraschnellen Flatrates erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kein Wunder: Die Möglichkeiten und Ansprüche steigend stetig. Wer möchte nicht Videos in HD-Qualität sehen, statt grob aufgelöster Wabber-Videos bei Youtube? VDSL bietet deutlich mehr Downloadpower als DSL. Statt nur 16 MBits, sind bis 100 MBit/s machbar. Im Folgenden zeigen wir, wo und wann VDSL schon ausgebaut wurde und welche Pläne es für die Zukunft gibt.


VDSL-Ausbau geht voran...

Kabelverlegung - VDSL-Ausbau - Dt. Telekom Presse


Ausblick bis 2018: Schnellere Netze und doppelte Verfügbarkeit

Nicht nur bei der Deutsche Telekom läuft seit einigen Jahren die "Netzoffensive", mit jährlichen Investitionen im Milliardenbereich. 2016 konntedie VDSL- und Glasfaser-Verfügbarkeit wie geplant auf 24 Millionen Haushalten verdoppelr werden – relativ zum Stand von vor ca. 3 Jahren. Mitte 2017 lag die absolute Zahl der erschlossenen Haushalte bereits 3 Millionen darüber. Spätestens 2018 rechnet die Telekom mit einer VDSL-Abdeckung von 65 Prozent - das entspräche einer Quote von 80 Prozent. Zur Modernisierungs-Vision gehört auch, dass bis dahin nahezu alle Festnetzanschlüsse nicht mehr analog, sondern IP-basiert arbeiten. Selbst ISDN soll bis 2018 komplett abgelöst werden. Seit einiger Zeit bietet die Telekom daher nur noch die sogenannten All-IP-Anschlüsse und versucht sogar Kunden mit Altverträgen auf analog-Basis zwangsweise umzustellen.

Zur Cebit 2016 konnten wir indes einer Tagung der Breitbandinitiative beiwohnen. Auf dem Breitbandgipfel wurden der Status quo und der Ausblick auf die nächsten Jahre von einem Fachpublikum diskutiert. Demnach sind bundesweit schon gut 70 Prozent der Haushalte mit Datenraten von bis zu 50 MBit versorgt  - egal ob Glasfaser, VDSL oder Kabel. Doch die letzten 30 Prozent, da sind sich die Experten einige, sind die schwersten. Denn hier lauern für die Breitbandunternehmen die weitest abgelegenen und somit unrentabelsten Kunden…


Ausbau 2015:

2015 stand weiter unter dem Trend vom Vorjahr: VDSL-Vectoring. Der Fokus bei der Telekom stand weiter bei der VDSL-Brückentechnik und LTE. Mitte Februar 2015 gab die Telekom bekannt, über 400.000 neue HH mit Vectoring versorgen zu können.

Ausbau 2014: Vectoring

Dieses Jahr stand erstmals ganz im Zeichen der Vectoring-Technik. Schritt für Schritt will die Telekom damit nicht nur die Reichweite des VDSL-Netzes erhöhen, sondern gleichsam auch die maximale Geschwindigkeit auf 100 MBit steigern. Im August erfolgte der kommerzielle Start. Seitdem können die neuen Tarife bei praktisch allen VDSL-Anbietern bestellt werden. Allerdings erst in wenigen Regionen. Die Ingenieure testen zudem bereits eine weitere, verheißungsvolle Technologie auf VDSL-Basis namens „G.fast“. Auch ohne Glasfaser könnten per G.fast theoretisch Internetzugänge mit bis zu 500 MBit realisiert werden. Noch ist dieses Verfahren jedoch weitestgehend Zukunftsmusik. Indes ging 2014 der Glasfaser- und VDSL-Ausbau straff weiter. Mehr dazu im oberen Abschnitt zu den Zukunftsplänen erste Erfolge.


Glasfaser vs. Kupfer

Glasfaser (Vorne) statt Kupferkabel heißt die Devise beim Ausbau der Highpeednetze von morgen


VDSL-Ausbau 2013: Der Grundstein für die Zukunft ist gelegt

September 2013: Die Telekom konkretisiert die Pläne bis Jahresende und die Zukunft. Die bereits im Juli von uns genannten 44 Städte, gingen wie geplant ans Netz und sind bereits für Vectoring vorbereitet. Für 2013 taxierte das Unternehmen eine Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 3,4 Mrd. Euro. Insgesamt wurde die Verfügbarkeit für VDSL und Glasfaser bis Jahresende um 800 Tsd. Haushalte erweitert.

Juli 2013: Nach gut einem halben Jahr Spekulation, wurden konkrete Zahlen verlautbart, demnach noch 2013 dutzende neue Städte ans Highspeed-Netz angebunden werden. Der VDSL-Ausbau ging also wie prognostiziert in eine neue Runde. Immerhin 40 Städte wurden als Zielsetzung genannt. Welche das konkret sind, können Sie hier im Detail nachlesen.

Bereits im August´12 verlautbarte die Telekom neue Pläne fürs Folgejahr. Demnach würde die Entwicklung des VDSL-Netzes, nach längerer Pause, einen neuen Boom erleben. In einem nicht näher spezifizierten Zeitraum wolle man 5-6 Milliarden Euro in den Ausbau der schnellen Breitbandnetze investieren. Die Datenrate könnte sogar von 50 auf 100 MBit steigen, dank eines neuen Verfahrens von Alcatel-Lucent namens Vectoring. Statt wie bis dato 11 Mio., würden dann über 20 Millionen deutsche Haushalte mit VDSL versorgt werden können. Das entspräche nahezu 50 Prozent!

Ausbau 2012 - Zwischen Glasfaser und VDSL

2012 stand ganz im Zeichen des Glasfaserausbaus. Im Unterschied zu VDSL, werden hier die fiberoptischen Kabel direkt bis zum Haus oder die Wohnung der Endkunden gezogen. Durch diese direkte Anbindung, können Breitbandzugänge mit nie dagewesener Performance realisiert werden. Zwischen 200 und 1000 Mbit sind technisch dann möglich. Die Telekom baut vorerst in rund 20 Städten an jenen zukunftsweisenden Internetzugängen. Der Ausbau hat teils schon begonnen und wird überall dort aufgenommen, wo eine Mindestanzahl von Vorbestellungen eingegangen sind. Mehr zu den Angeboten, finden Sie hier.

Im April schien der Netzausbau erfreulicher Weise wieder Fahrt aufzunehmen. Pressemeldungen zufolge, kamen bundesweit monatlich dutzende neue Regionen hinzu oder es wurden Ausbaupläne für Gemeinden veröffentlicht. Vornehmlich handelt es sich übrigens um Gemeinden im ländlichen Raum, die bislang entweder gar kein schnelles Internet hatten oder nur mit wenig Übertragungsrate.

Eine gewichtige Änderung 2012 betraf die VDSL-Angebote von Alice. Die O2 Telefónica, zu der Alice seit 2010 gehört, hat diese direkt übernommen. Ende 2012 sind die Angebote der Marke "Alice" schließlich ganz eingestellt worden. Die Produkte gingen direkt in die Tarif-Struktur von O2 über. Der Anbieter vermarktet VDSL seither unter eigenen Namen. Doch nicht nur das! Der Konzern vertreibt die Highspeed-Anschlüsse, im Zuge einer Kooperation mit der Telekom, auch auf Basis von Resale-Zugängen. Also nicht nur, wie bisher, auf Grundlage eigener Netze.


Ausbau 2011

Im Jahre 2011 erwarteten wir eigentlich den Markteintritt weiterer Unternehmen. Dass für den VDSL-Vertrieb nicht unbedingt firmeneigene Netze nötig sind, zeigt das Beispiel 1und1. Firmen wie diese, agieren dann als Reseller. Das VDSL-Angebot von 1&1 basiert auf Leitungsnetzen der Telekom. Von daher blieb es, entgegen der Erwartung, 2011 auf dem VDSL-Markt beim alten Anbieterstamm.

Beim Ausbau der VDSL- und Glasfasernetze tat sich 2011 hingegen einiges, obgleich die Fortschritte als weit geringer einzustufen sind, wie noch in den Vorjahren. Primär waren Fortschritte im regionalen Bereich zu verzeichnen. Im Januar 2011 kündigten NetCologne und Vodafone eine Kooperation eine Kooperation für die Stadt Köln an. DNS:Net baut dagegen im Havelland VDSL aus.


Die interessanteste Entwicklung war seitens der Telekom zu verzeichnen. Der Konzern kündigte im Februar an, 2011 den Netzausbau weiter vorantreiben zu wollen. Und das in immerhin 10 großen Städten. Vorrangig mit der moderner FTTH-Bauweise. Dabei handelt es sich streng gesehen gar nicht mehr um VDSL. Denn nur, wenn auf die letzten Meter zum Kunden noch mit Festnetzleitungen überbrückt werden, kommt diese Technik zum Einsatz. Siehe das folgende Schaubild.




Die Telekom hingegen plant vorrangig reine Glasfaser-Anschlüsse auszubauen, bis hin zum Endkunden. Treffender ist daher die Bezeichnung Glasfaser-Internet. In nicht allzu ferner Zukunft, sollen Internetanschlüsse mit 1000 Mbit keine Utopie bleiben. Die neuen Städte, in denen VDSL- bzw. Glasfaserinternet neu verfügbar sein soll sind:


Brühl, Braunschweig*, Henningsdorf, Rastatt, Offenburg, Potsdam*, Mettmann, Kornwestheim, Neu-Isenburg und Hannover*. In den mit *Stern gekennzeichneten Städten wird die Verfügbarkeit erhöht.


Die meisten Arbeiten am neuen Glasfasernetz sollen Mitte 2012, evtl. etwas später abgeschlossen werden. VDSL-Tarifvergleich.de verfolgt weiterhin für Sie die Entwicklung. Im Newsbereich finden Interessenten regelmäßig die neuesten Updates.


Insellösungen ausbauen:

Was bisher kaum bekannt ist – die Telekom hat seit 2007 VDSL mindestens in 750 Orten installiert. Damit wäre ein Großteil der Deutschen Bevölkerung mit VDSL zu versorgen. Allerdings wird dies noch nicht immer offen beworben. Denn meist gibt es VDSL dort dann lediglich im Umkreis von rund 1 km zum errichteten Verteiler. Zu groß wäre also die Zahl derer, die leer ausgehen. Hier schlummert also noch viel, viel Potenzial für weitere Ausbaumaßnahmen.

2009 und 2010

Flecken auf der Ausbaukarte

Weise Flecken auf der Breitband-Landkarte
Bild: Vodafone

Offiziell waren, seitens der Deutschen Telekom, keine weiteren Ausbaupläne für 2009 bekannt. Scheinbar existierten auch keine. Zumindest keine im Alleingang. Jedoch zeichnete sich ein stetiger Trend zum kooperativen Netzausbau ab. In den Städten Würzburg und Heilbronn wurde 2009 ein Pilotprojekt von Vodafone und der Deutschen Telekom zum VDSL-Ausbau angestoßen. Eine weitere Kooperation der Telekom und "EWE", zielte auf die Städte Cloppenburg, Delmenhorst, Aurich, Vechte, Leer, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Stade und Emden.

Wettbewerb formierte sich: Bis Ende des Jahres gab es immer noch keinen Wettbewerb auf dem Markt. Die Deutsche Telekom war nach wie vor ein Quasimonopolist in Sachen VDSL. Die Preisverhandlungen der Wettbewerber, zur Nutzung der Telekom-Glasfaserinfrastruktur, zogen sich bis in den Sommer. Dann endlich traten langsam die ersten Anbieter mit eigenen Tarifen auf. Allen voran 1und1. Dennoch kann man die Entwicklung bis dahin als eher zäh beschreiben. Nach einem Schritt vor, ging es meist wieder einen Schritt zurück. Wir führen übrigens seit Jahren die Entwicklungen zu diesem Thema in einer Übersicht fort. Die Querelen hemmten einerseits die rasche Verbreitung von VDSL, andererseits regte der harte Kurs der Telekom den weiteren Netzausbau der Wettbewerber mit Sicherheit an. Denn diese müssten vermeintlich hohe Entgelte für die Leitungsmiete zahlen. Das machte den Ausbau eigener Netze zunehmend attraktiver. Vodafone ist dieser Hinsicht in Deutschland führend.


Ausbau vom Beginn an bis 2008

Die ersten VDSL-Anschlüsse in Deutschland gab es von der Deutschen Telekom. Zu Beginn, im Jahre 2006, nur in 10 Städten und in sehr begrenzter Anzahl. Zwei Jahres später, im Herbst 2008, war die neue Breitbandtechnik bereits in den 40 größten Städten Deutschlands verfügbar. Noch im selben Jahr sollten 10 weitere Städte hinzukommen. Allem Anschein nach, ist der damalige Ausbauplan der Telekom recht problemlos realisiert worden. Folgende Städte wurden im genannten Zeitraum erfolgreich ans VDSL-Netz angeschlossen:

Erfurt, Kassel, Aachen, Braunschweig, Magdeburg, Neuss, Saarbrücken, Ulm, Würzburg, Regensburg, Böblingen, Mönchengladbach und Oldenburg. Des Weiteren:

Kiel, Potsdam, Lübeck, Oberhausen, Rostock, Bielefeld, Solingen, Krefeld und Hagen




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