Entwicklung des VDSL-Netzes in Deutschland von den Anfängen bis heute

VDSL: Krieg der Giganten


Entwicklungen im VDSL-Markt von den Anfängen bis heute
Zugegeben: Die Überschrift ist etwas reißerisch. Aber das Gezerre um die Nutzung und Etablierunge des VDSL-Netzes erinnerte hierzulande viele Jahre (seit 2005/2006) lang an einen Bonanza-Streifen. Der Kampf zwischen den Parteien tobt seit Jahren und ist längst nicht beendet. Aus der Perspektive einer nunmehr über 8jährigen Entwicklung, wird es aller Wahrscheinlichkeit auf dem Markt wohl auch nie zu einer Situation „voller Harmonie“ kommen. 2010 zeichnete sich zwar langsam eine Glättung der Wogen ab – doch spätestens 2012 standen die Zeichen wieder auf Rot. Seit 2013 geben einige neue Entwicklungen sogar neuen Zündstoff und erstmals sind auch die Verbraucher direkt betroffen!

Protagonisten und Spielzüge …

Die Protagonisten im Telekommunikationsring sind die Deutsche Telekom, die Bundesregierung, die EU-Kommission, die Verbraucherzentralen, mehrere Wettbewerber und die Bundesnetzagentur. Seit Mitte 2013 werden sogar die Nutzer selbst Teil des Kräftemessens, etwa im Zuge der entfachten Diskussion um eine geplante Breitbanddrosselung und dem drohenden Ende der Netzneutralität. Die Mittel im „Ringkampf“ reichen von Beteiligungsangeboten, Übernahmen, Abmahnungen, Klagen und gar Drohungen mit leicht erpresserischem Unterton zum Investitionsstopp. Dazu später mehr.

Ausgangspunkt der Rivalitäten ums VDSL-Netz

Die Telekom hat seit 1999 bereits eine hohe zweistellige Milliardensumme in den Ausbau der kabelbasierten Datennetze in Deutschland investiert, um Breitband-Internet mit Übertragungsraten jenseits der 16 MBit/s weiter auf- und auszubauen. Da dem "rosa Riesen" aber jahrelang Heerschaaren an Kunden im Festnetzbereich davonliefen, ist man seit jeher auf der Suche nach echten Mehrwertangeboten für die Kundschaft. Übersetzt könnte man auch sagen: Man sehnt sich nach den alten Zeiten, wo man dank monopolistischer Marktstrukturen noch das Zepter am Telekommunikationsmarkt hielt. Und hier liegt der springende Punkt. Sowohl Bundesnetzagentur, als auch die EU-Kommission, steuerten bisher all diesen Bemühungen entgegen, um Wettbewerbsfreiheit zu garantieren bzw. überhaupt eine Form von Wettbewerb zu schaffen. Die Telekom sieht jedoch (ebenfalls zu Recht) in all diesen Kontra-Aktionen Ihre Investitionen in Gefahr.

Der Druck wächst

Daher wird von Anfang 2006 bis heute, nach wie vor daher um die Vorherrschaft gefochten oder zumindest immer wieder versucht einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern zu erheischen. Mitte 2009 zeichnete sich langsam ein Einlenken seitens der Telekom ab, mit der Bereitschaft, den Zugang zum VDSL-Netz zu öffnen. Was auch geschah und den Markt für mehr VDSL-Anbieter öffnete. Besonders die Erfolge der Kabelnetzanbieter im Breitbandausbau setzten den Telekomkonzern aber weiter unter Druck. Denn während die Kabelanbieter in weiten Teilen der Republik schon Internetzugänge mit 100 MBit (oder mehr) anbieten können, hat der Ausbau der Telekom-Highspeednetze längst noch nicht dieses Niveau erreicht. Anfang 2013 konnten erst 30-40 Prozent der Haushalte VDSL mit Datenraten von bis zu 50 MBit nutzen. Ein Ausbau des Netzes mit schnellen Glasfaserleitungen steht daher weit oben auf der Agenda des Konzerns.

2013 kündigt die Telekom ein gigantisches Investitionsprogramm von rund 12 Mrd. Euro in nur 3 Jahren an, was die Wettbewerbsfähigkeit wieder stärken soll. Gleichzeitig bringt man aber in einem ungeschickten Schachzug die Nutzer selbst gegen sich auf, deren Folgen noch nicht abschätzbar sind. Gemeint sind die Pläne zur Beschränkung des Surfvolumens bzw. der Flatrate schlechthin (Drosselung). Doch wäre das noch nicht genug, eröffnet die Telekom unfreiwillig eine weitere Front. Mit der Vectoring-Technik soll das VDSL-Netz zum einen schneller werden und zum anderen die Verfügbarkeit steigen. Allerdings bergen die Pläne erneut Zündstoff für weitere Wettbewerbsstreitigkeiten.

Wir zeigen folgend die spannende Historie von 2006 bis 2014 detailliert nach Monaten auf. Klicken Sie im folgenden auf den Zeitabschnitt, für den Sie die Entwicklungen näher verfolgen möchten:

» Chronologie der Entwicklungen 2006 - 2009
» Chronologie der Entwicklungen 2010 - 2011
» Chronologie der Entwicklungen 2012 - 2013
» Chronologie der Entwicklungen 2014 - 2015


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