Wi-Fi 5 & 6 | Schnelles WLAN für VDSL-Nutzer

Die WLAN Standards im direkten Überblick & Vergleich


Fast jeder Haushalt dürfte mittlerweile über einen WLAN-Router verfügen. Die Technik ermöglich aber immer schnellere und leistungsstärkere Netze für zuhause. Der neuste Standard WIFI 6 steht für besonders modernes kabelloses surfen. Wir zeigen, was die Vorteile sind und welche Router schon zu WIFI6 kompatibel sind.

Wi-Fi 5 vs. WI-FI 6 - was sind die Unterschiede

Mit Wi-Fi 6 hat die Wi-Fi Alliance 2020 auch ein neues Namenskonzept eingeführt. Die Zeit kryptischer Zahlen- und Buchstabenfolgen im Stile von „802.11ac“ und Co ist damit vorbei. Das neue 802.11ax heißt einfach Wi-Fi 6. Auch die beiden Vorgängerstandards 802.11ac und 802.11n haben mit Wi-Fi 5 und Wi-Fi 4 neue Bezeichnungen bekommen.

WIFI 6 Logo
Aber natürlich hat Wi-Fi 6 alias WLAN ax nicht nur ein neues Kürzel zu bieten. Der Standard führt verschiedene Neuerungen und Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger Wi-Fi 5 ein. Allerdings ersetzt Wi-Fi 6 seinen Vorgänger eben nicht, sondern ergänzt ihn. Das bedeutet, dass alle Wi-Fi-6-Geräte auch mit Wi-Fi 5 sowie den vorherigen Standards arbeiten. So bleiben ältere Geräte kompatibel. Gefunkt wird weiterhin mit dem 2,4-GHz- und im 5-GHz-Band.

Der größte Vorteil von Wi-Fi 6 ist eine höhere Geschwindigkeit. Wie stark der Unterschied ausfällt, schildern wir im nachfolgenden Abschnitt. Generell stellt der neue Standard deutlich mehr Bandbreite zur Verfügung. Konkret bis zu 160 MHz statt nur 80 MHz. Zudem können 8 (8x8) statt nur 4 Antennen (4x) verwendet werden, also bis zu 8 Streams gleichzeitig. Das bedeutet für Sie, dass Router und Endgeräte flotter miteinander kommunizieren können. Dank dem neuen Modulationsverfahren 1024 QAM (Quadrature Amplitude Modulation), lassen sich Datensignale zudem noch enger packen. Das erhöht Effizienz und Geschwindigkeit der Datenübertragung um bis zu 25 Prozent.



Seine größte Stärke spielt Wi-Fi 6 vor allem in Netzwerken mit mehreren Teilnehmern aus, z.B. in Haushalten mit vielen WLAN-Geräten oder öffentlichen Netzwerken. Denn es kann Daten parallel an mehrere Clients senden sowie auch von ihnen empfangen. Mit Wi-Fi 5 war dies noch nicht möglich.

Zwar beherrscht auch WiFi 5 das sogenannte MU-MIMO (Multi User Multiple Input Multiple Output) zum Teil (vom Router zum Client). Doch WiFi 6 funkt aber eben in beide Richtungen und setzt dabei bis zu 8 Streams ein. So lassen sich z.B. parallel vier WLAN-Clients mit zwei Antennen gleichzeitig versorgen. Wi-Fi 6 kann 8x8-APs alle acht Streams zur Übertragung von Informationen verwenden.

Zudem können Geräte mit Wi-Fi 6, dank Mehrfachzugang durch orthogonale Frequenzteilung (Orthogonal Frequency Division Multiple Access, kurz OFDMA), die Bandbreite effizienter nutzen, da die Zeit zwischen Datenübertragungen minimiert wird. Dies hat zur Folge, dass mehr Bandbreite für andere Geräte verfügbar bleibt.

Die WLAN-Kommunikation läuft mit Wi-Fi 6 also deutlich schneller ab, weil zum einen die Bandbreite höher ist und zudem auch mehr Anfragen von Geräten zeitgleich verarbeitet werden können. Das macht das WLAN-Netzwerk schneller und stabiler.

Außerdem bietet Wi-Fi 6 einige weitere Features und Vorteile, die unter anderem die Akkulaufzeit von mobilen Geräten verbessert. Es kommt auch Hand in Hand mit der neuen WPA-3-Verschlüsselung, die eine deutlich erhöhte Sicherheit gegenüber der derzeit weit verbreiteten WPA-2-Technologie aufweist.

Geschwindigkeit: Wie schnell sind die Standards?

Wi-Fi 6 ist bedeutend schneller als sein unmittelbarer Vorgänger Wi-Fi 5. Dies zeigt ein Vergleich der möglichen Übertragungsgeschwindigkeiten. Während es via Version 5 noch maximal 1.733 MBit/s auf einer Frequenz waren, unterstützt die neueste WLAN-Generation nun bis zu 4.800 MBit/s. Durch Kombination von 5 GHz mit 2.4 GHz ist die Übertragungsrate sogar noch steigerbar. So bringen es einige Router schon auf gut 10.000 MBit/s. Allerdings wird diese Rate nicht in der direkten Kommunikation mit einem Gerät erreicht, sondern kumuliert über das gesamte Netzwerk. Denn, wie bereits erwähnt, ist Wi-Fi 6 drauf ausgelegt, mit mehreren Geräten zeitgleich Daten hin und her auszutauschen. Netto erreicht man daher z.B. mit einem Smartphone selten mehr als 500 MBit, selbst mit dem neusten WLAN-Standard...

Geschwindigkeit von WIFI5 zu WIFI6 im Vergleich

Welche VDSL-Router bieten schon Wi-Fi 6?

Bei Wi-Fi 6 ist es wie bei den Vorgängergenerationen zuvor auch. Bis die ersten Geräte in den Handel kommen, welche den neuen Standard unterstützen, dauert es nach der offiziellen Vorstellung immer seine Zeit.

Mittlerweile gibt es aber eine gewisse Auswahl an VDSL-Routern, die mit Wi-Fi 6 funken. Unter anderem hat die Berliner Routerschmiede Ende 2020 seinen ersten kompatiblen DSL-Router vorgestellt, die AVM Fritz!Box 7530 AX. Das "AX" markiert hier den Unterschied, da es noch eine "normale "7530" gibt, die aber nur mit WIFI5 aufwartet. Auch ASUS bietet eine große Auswahl an Wi-Fi-6-Routern, der Asus ROG Rapture GT-AX11000 kommt auch mit integriertem Modem für ADSL, ADSL+, VDSL2, VDSL-Vectoring und Super-Vectoring daher.

Die Deutsche Telekom offeriert ihren Kunden mit dem Speedport Pro Plus einen neuen Premium-Router mit Wi-Fi 6, der Mitte Oktober 2020 auf den Markt gekommen ist. Und Vodafone-Nutzer können seit Anfang 2021 die EasyBox 805 mit dem neuen Wi-Fi 6 bei ihrem Festnetzanbieter bestellen.

Easybox 805

WIFI 6 Router für xDSL WLAN bis angeboten bei
FritzBox 7530 AX DSL,VDSL2 2400 MBit/s u.a. Vodafone, 1und1
Easybox 805 DSL,VDSL2 1500 MBit/s Vodafone zu RED Internet
Speeport Pro+ DSL,VDSL2 8600 MBit/s Dt. Telekom zu MagentaZuhause
Rapture GT-AX11000 DSL,VDSL2 10756 MBit/s Fachhandel z.B. Amazon

Reicht auch Wi-Fi 5 für VDSL?

Schauen wir uns die reinen Übertragungsgeschwindigkeiten an, reicht ein Router mit Wi-Fi 5 eigentlich vollkommen für VDSL-Kunden aus. Denn VDSL ist auf Geschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s limitiert. Schneller kommen die Daten nicht aus dem Netz ins Haus. Damit könnte man denken, dass somit Wi-Fi 5 mit seinen maximal 1.733 Mbit/s vollkommen ausreichend ist, um die Signale eines VDSL-Anschlusses via WLAN im Haus zu verteilen.

Das ist prinzipiell auch der Fall. Allerdings bietet Wi-Fi 6 eben noch viele weitere Vorteile, die wir zuvor erläutert haben. Und es werden in Netzwerken häufig auch nicht nur Daten zwischen einem Gerät und dem Internet ausgetauscht, z.B. beim Streamen oder Surfen. Sondern es gibt auch Kommunikation zwischen den einzelnen Geräten in einem Haushalt. Etwa beim Verteilen von Daten oder dem Streamen von lokal gespeicherten Medien, wie Musik oder Filmen, über das Heimnetz. Hier spielt Wi-Fi 6 seine Vorteile gegenüber Wi-Fi 5 aus und ermöglicht noch reibungsloseren und schnelleren Datenverkehr.

Daher ist ein Router mit Wi-Fi 6 zwar bei einem VDSL-Anschluss nicht zwingend erforderlich, um das Internetsignal ungebremst im Haus zu verteilen. Schaden kann es aber definitiv nicht! Wer nur wenige Geräte in seinem eigenen WLAN-Netzwerk angemeldet hat und nutzt, der sollte aber auch mit einem Wi-Fi-5-Router kombiniert mit einem VDSL-Anschluss keinerlei Einschränkungen spüren.



Noch mehr Power mit Wi-Fi 6E: Welche Vorteile bietet die Neuerung?

Wi-Fi 6E ist eine Erweiterung von Wi-Fi 6. Der neue Standard wurde 2020 vorgestellt und wird 2021 auf den Markt kommen. Das „E“ im Namen steht für Extended, was die Neuerung auch ganz gut beschreibt. Denn erstmals seit vielen Jahren wird WLAN um eine neue Frequenz erweitert. Neben den bekannten Frequenzen 2,4 und 5 GHz nutzt Wi-Fi 6E nun auch das 6-GHz-Frequenzband. Für Wi-Fi 6E steht der Frequenzbereich zwischen 5,9 und 7,1 GHz zur Verfügung.

Dies erchließt ein Spektrum von 1.200 MHz, welches in bis zu 14 Kanäle mit jeweils 80 MHz Bandbreite bzw. in bis zu sieben Kanäle mit je 160 MHz aufgeteilt werden kann. Durch den neu definierten, breiten Funkbereich, behindern sich Geräte gegenseitig weniger und es können mehr WLAN-Netze mit einer größeren Anzahl an Endgeräten parallel und störungsfrei betrieben werden.

Mehr Geräte können mit 6E also Daten schneller und zuverlässiger, sowie mit geringerer Latenzzeit austauschen. Zudem werden die stark beanspruchten 2,4- und 5-GHz-Bänder entlastet. Weitere Vorzüge sind, dass das Dynamic Frequency Selection (DFS) nicht mehr erforderlich ist, da im neuen Frequenzband keine Radarsysteme betrieben werden. Target Wake Time (TWT) reduziert den Energiebedarf von Clients wie Smartphones. Spatial Reuse und BSS Coloring optimieren die Versorgung dichter Funkzellenbereiche. Nachteilig an Wi-Fi 6E ist allerdings, dass die kurzwelligeren Signale des Frequenzbereichs von 5,9 bis 7,1 GHz geringere Reichweiten erzielen sowie Objekte schlechter durchdringen können. Zudem ist aufgrund angepasster Antennentechnik neue Hardware erforderlich. Ein Software-Update auf Wi-Fi 6E bei einem Wi-Fi-6-Router ist also nicht möglich.


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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