VDSL mit 300 oder 500 MBit/s?

Besonders schnelles Internet für Jedermann


Immer mehr Haushalte fragen in Deutschland Internetzugänge mit deutlich über 250 MBit an. Doch wer bietet solche Anschlüsse und geht’s das überhaupt über VDSL? Unser kleiner Ratgeber zeigt, was möglich ist und was nicht.

VDSL mit über 300 MBit?

Nachfrage nach Highspeed legt stark zu

Der letzte Breitbandreport des Branchenverbandes VATM (TK-Marktanalyse 2020) zeigte recht deutlich: Der Anteil der Verbraucherhaushalte welche Anschlüsse mit über 50 MBit nutzen, kletterte mittlerweile auf fast 50 Prozent. Ende 2020 waren es, den Prognosen nach, 46.7 Prozent. Rund 3 Prozent setzen sogar schon auf über 250 MBit – Tendenz steigend! Denn von 2019 auf 2020 legte die Zahl um Faktor 2,2 zu!

Alte DSL-Zugänge bringen es aber maximal auf 16 MBit. Über das technisch modernere VDSL können immerhin 50-250 MBit angeboten werden. Aber noch schneller – wo gibt’s das?

VDSL 300 und VDSL 500?

Wer eine Flatrate mit mehr als 250 MBit will, greift einfach zu VDSL mit 300 oder 500 MBit werden viele Leser jetzt denken. Leider gibt es derartige Anschlüsse aber noch nicht. Zumindest nicht über die festnetzbasierte VDSL-Technik. Zwar erlaubt VDSL mit Supervectoring und 35 MHz (Profil 35b) technisch gesehen Datenraten bis 300 MBit, aber vermarktet werden bundesweit nur maximal 250 MBit-Tarife. Denn der Spitzenwert würde ohnehin nur auf sehr kurze Distanz für wenige Kunden möglich sein, so dass die Provider vorsorglich die Grenze etwas weiter unten angesetzt haben. Selbst die 250 MBit sind so gut wie nie erreichbar. Die meisten Kunden können unter guten Bedingungen (u.a. kurze Leitung zum DSLAM) ca. 200-240 MBit erwarten.

Wer zuhause also Datenraten mit mehr als 250 MBit zum Surfen haben will, muss auf andere Breitbandtechniken ausweichen wo kein Festnetz-Telefonkabel verwendet wird. In Frage kommen hierfür drei Möglichkeiten: Kabel-Internet, Glasfaser (FTTH/B) oder Mobilfunk (LTE/5G).

Die Beste Verfügbarkeit bietet nach wie vor Internet per Kabel. Vodafone, der führende Anbieter in diesem Segment, deckt bereits weit über 23 Mio. Haushalte (~ 53 Prozent) mit Zugängen bis 1000 MBit ab.

Glasfaser-Internet ermöglicht ebenfalls Flatrates mit 1000 MBit, aber zurzeit maximal für 10 Prozent aller Haushalte. Ebenfalls sehr gut sieht es bei der Versorgung über Mobilfunk aus. Hier sind, je nach Region und Ausbaustand, um die 100-1000 möglich und dass fast überall. Unlimitierte Tarife sind per Funk aber noch vergleichsweise teuer. Angeboten werden solche Funk-Heimanschlüsse von O2 (Homespot), Vodafone (Gigacube) und der Telekom (Speedbox bzw. Hybrid).




Technisch möglich, aber...

Wir wollen nicht verschweigen, dass es tatsächlich möglich ist VDSL mit 300, 500 oder sogar 600 MBit anzubieten. Die dafür nötigen Verfahren und Standards gibt es sogar schon länger. Gemeint ist das sogenannte Bonding und Phantoming. Beim ersterem werden, ganz vereinfacht ausgedrückt, verschiedenene Leitungen (Doppeladern) zu einem Anschluss gebündelt. Das kann die Datenrate bereits fast verdoppeln oder über 4 Leitungen sogar vervielfachen. Mit Phantoming kommt noch ein weiterer "Trick" zum Einsatz, wo zusätzlich zum Bonding noch virtuelle Kanäle die Übertragungsrate steigern. Prinzipiell ließe sich mit beiden Techniken die Gigabitmarke knacken. Aber: Beides wird hierzulande nicht für Privatkunden beim Netzausbau aufgerüstet, maximal im Geschäftskundenbereich. Denn beides ist ziemlich aufwendig und somit teuer.

Fazit

Es gibt schon schnelle Internetflatrates mit deutlich mehr als 300 MBit/s. Über VDSL ist die Realisierung aber noch nicht möglich bzw. wird für Privatkunden nicht angeboten. Denn selbst VDSL mit Supervectoring ist auf 250 MBit limitiert - VDSL300 oder VDSL500 bietet daher kein Anbieter. Derartige Performance kann aber mit Glasfaser, Kabel oder Funk realisiert werden…

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Bilder | Familie: Dmitry2016911; Kabel-Arbeiter: Stringerimages (je Dreamstime.com)

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