VDSL Bonding

Schnelleres VDSL durch Bündelung!?


Eine spezielle Technik erlaubt es theoretisch DSL- und VDSL-Anschlüsse enorm zu beschleunigen. Neben dem schon sehr verbreiteten Vectoring, wird dies durch sogenanntes „Bonding“ ermöglicht. Wir zeigen, wie das funktioniert, wer es nutzen kann (oder nicht) und was dafür benötigt wird.

Was ist VDSL Bonding und wo liegt der Vorteil?

Beim Bonding handelt es sich um ein relativ kompliziertes Verfahren zur Leistungssteigerung von Festnetz-Internetanschlüssen auf ADSL oder VDSL-Basis. Vereinfacht gesagt, können über das Bonding-Verfahren (engl. für Bündelung) zwei gewöhnliche VDSL2-Leitungen zu einer virtuellen Leitung gebündelt werden. Dadurch lässt sich die Datenübertragungsrate im Idealfall verdoppel. Theoretisch sind auch x 4 oder x 8 Bonding-Schaltungen machbar[1]. Im Gegensatz dazu, beschleunigt die Vectoringtechnik nur einen Anschluss durch Eliminierung störender, physikalischer Effekte.

Mit Bonding lässt sich die Leistung eines VDSL-Anschlusses verdoppeln.

Statt einer Geschwindigkeitssteigerung, kann der Internetprovider aber auch die Entfernung erhöhen, mit der noch Haushalte versorgt werden können (bei gleicher Datenrate). Denn die maximale Distanz zum nächsten DSLAM-Verteiler, beträgt bei VDSL50 lediglich 1000 Meter. Bei VDSL250 ist sogar schon bei spätestens 300 Metern das Limit erreicht.

DSLAM Verteilerkasten

Das Prinzip – so funktioniert Bonding

Im Normalfall führt vom DSLAM zum Kundenhaushalt je eine Kupferdoppelader. Diese wird für das Senden und Empfangen von Daten genutzt – entweder über klassisches ADSL- oder eben mit modernerem VDSL. Mittels des Bondingverfahrens, werden die Datenpakete nun vom Sender auf zwei Leitungen statt nur einer verteilt. Die technische Schwierigkeit liegt vor allem darin, diese beim Empfänger wieder zusammen zu führen, da ja beide Leitungen die Pakete ja unterschiedlich schnell transferieren können. Der Sender implementiert daher zusätzliche Informationen, mit denen der Empfänger diese wieder ordnen kann.





Voraussetzungen

Aus den im vorangegangenen Abschnitt erläuterten Gründen, müssen zur Nutzung von Bonding beim Kunden drei Voraussetzungen erfüllt sein. Einerseits muss der Internetanbieter lokal den Hauptverteiler (DSLAM) mit der Bündeltechnik aufrüsten. Des Weiteren benötigt auch der Kunde einen Bonding-fähigen Router (dazu gleich mehr).

Als dritte Bedingung bedarf es leider auch zwei Kupferdoppeladern zu jedem Kunden. Genaue darin liegt aber das Problem, wie wir im nächsten Abschnitt zeigen.

Anbieter für VDSL-Bonding in Deutschland

Für Privatkunden gibt es in Deutschland aktuell praktisch keinen Anbieter, der gebündeltes VDSL bietet. Den Hauptgrund dafür haben wir bereits genannt – die fehlende zweite Anschlussleitung. Denn nahezu alle Haushalte verfügen nur über einen Anschluss, so dass technisch keine Bündelung möglich ist. Anders sieht das in Unternehmen oder Büros aus. Daher werden Bonding-Anschlüsse hierzulande eigentlich nur für Geschäftskunden angeboten. Mit zunehmender Verbreitung von Glasfaserzugängen, wird dies aber auch künftig obsolet. Nur in den Niederlanden oder in Österreich werden wohl teils auch Privatkunden bedient.



Ohnehin wären aber die Kosten für solche VDSL-Bonding-Tarife recht hoch. Einerseits müsste man natürlich Faktor 2 zahlen (da zwei Leitungen). Andererseits dürften die Komplettpreise zusätzlich höher liegen, da ja auch die Verteiler teuer aufgerüstet werden müssen. Hinzu kommen noch extra Hardwarekosten. Es gibt aber alternative Möglichkeiten, dazu später mehr.

Es gibt schnelle Alternativen auch ohne Bonding-VDSL - mehr dazu weiter unten!

nötige Hardware für Bonding-Zugänge

Dennoch gibt es z.B. von AVM Router, welche speziell für Bonding optiert worden. Vor allem ist hier die FritzBox 7583 zu nennen. Diese kann, neben VDSL, auch G.fast (212 MHz) bündeln und so im Prinzip bis 4 GBit/s über die zweifach-Leitung stemmen. Durch Bonding von zwei Kanälen mit VDSL-Supervectoring (35b) immerhin 600 MBit/s[2]. Auch der Vorgänger 7581 bietet Bündelung von Vectoring- und Supervectoring-Zugängen.

FritzBox 7583

Fritz!Box 7583 von AVM für Bonding-Anschlüsse


Alternativen für schnelle(re)s Internet

Da wie wir schon festgestellt haben, Bonding für Privatkunden praktisch keine Rolle spielt, stellt sich die Frage nach Alternativen, wenn man schnelleres Internet möchte. Hier ist natürlich immer die Verfügbarkeit der limitierende Faktor.

Wir gehen davon aus das Sie bereits wissen, dass weder Kabel- noch Glasfaser-Internet bei Ihnen eine Option bzw. Lösung ist. Dann kommen noch zwei Möglichkeiten in Betracht. Einmal das Hybrid-Internet der Dt. Telekom – einer Art Bonding aus (V)DSL und LTE oder aber stationäre Mobilfunktarife. Der bekannteste kommt von Vodafone (Gigacube). Derartige Funk-Heimtarife bieten aber auch die Dt. Telekom (Speedbox), O2 (my Home via Homespot) sowie von congstar (heißt hier auch Homespot). Hinter den Links gibt’s jeweils mehr Infos beim Anbieter.

Vodasfone Gigacube per LTE

Vodafone Gigacube Router für Hishspeed Internet per LTE


weitere Bonding-Möglichkeiten (für die Zukunft)

Im Prinzip lässt sich fast alles bündeln. ADSL, VDSL (mit oder ohne Vectoring), G.fast oder Glasfaseranschlüsse. Natürlich auch Kabelzugänge. So bietet die FritzBox 6591 zum Beispiel die Möglichkeit zur 2 x DOCSIS-3.1–Kanalbündelung für bis zu 6 Gbit/s.

häufige Fragen

Kann ich nicht einfach zwei Tarife mit einer FritzBox 7583 zu einem Anschlüsse bündeln?
Nein, dass geht leider nicht. Wie oben dargelegt, muss das einerseits auch providerseitig (Umrüstung am Verteiler) untersützt werden und zweitens sind zwei Leitungen nötig.

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Quellen:

[1] über spezielle Endgeräte wie diese
[2] AVM FB 7582



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