Spezial zum VDSL-Ausbau samt Historie und Ausblick

Ausbau des VDSL-Netzes von 2008 bis 2020


Immer wieder wird unsere Redaktion gefragt, wo VDSL schon ausgebaut ist bzw. wo dieser demnächst noch erfolgen wird. Denn die ultraschnellen Flatrates erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kein Wunder: Die Möglichkeiten und Ansprüche steigend stetig. Wer möchte nicht Videos in HD- oder gar UltraHD-Qualität sehen, statt grob aufgelöster Wabber-Videos bei Youtube oder Netflix? VDSL bietet deutlich mehr Downloadpower als DSL. Statt nur 16 MBits, sind momentan bis 250 MBit/s machbar. Im Folgenden zeigen wir, wo und wann VDSL schon ausgebaut wurde und welche Pläne es für die Zukunft gibt.


VDSL-Ausbau geht voran...

Kabelverlegung - VDSL-Ausbau - Dt. Telekom Presse


2021 & Ausblick bis 2022: Schnellere Netze und höhere Verfügbarkeit

Neuere Pläne in Punkto VDSL-Ausbau sind von der Dt. Telekom aktuell nicht bekannt. Momentan (Q2/2021), liegt die Quote bei ca. 85 Prozent. Allerdings dürften noch 2021, aller Wahrscheinlichkeit nach, die 90 Prozent übersprungen werden. Für 2022 gehen wir nochmal von einer 5 Prozent höheren Abdeckung aus, so dass sich die Quote langsam der DSL-Verfügbarkeit annähert.

Ausbau 2020: Über 3 Mio. neue Haushalte

Die Deutsche Telekom, welche sich maßgeblich bundesweit für den VDSL-Ausbau verantwortlich zeigt, konnte 2020 auf ein enorm erfolgreiches Jahr zurückblicken. Ende 2019 rechnete die Dt. Telekom mit einer VDSL-Abdeckung von zirka 80 Prozent, was auch erreicht wurde. Rechnet man alles gemeldeten Ausbauerfolge aus den Pressemeldungen zusammen, kommen wir auf gut 3,3 Millionen neue Haushalte, welche erstmals erschlossen wurden. Also fast 10 Prozent aller Haushalte. Die Zahl der aktiven VDSL-Anschlüsse mit 250 MBit stieg 2020 auf 24,9 Millionen. Ende 2019 waren es ca. 23 Millionen. Bei VDSL100 war der Sprung mit 30 Mio. auf 33,4 Mio. sogar noch höher.


2018 & 2019

Seit Mitte 2018 ist VDSL in vereinzelten Regionen nun sogar noch schneller. Dank der Umrüstung auf Supervectoring, können dort Tarife mit bis 250 MBit angeboten werden. Ende 2019 waren 23 Millionen Haushalte ausgerüstet. Zum Vergleich: Im August 2018 waren es erst 12 Millionen.

Zur Modernisierungs-Vision gehörte auch, dass alle Festnetzanschlüsse nicht mehr analog, sondern IP-basiert arbeiten. Nach eigenen Angaben hat die Dt. Telekom den Prozess nach Ende 2019 nach mehreren Jahren abgeschlossen. Schon Jahre zuvor schon bot die Telekom nur noch die sogenannten All-IP-Anschlüsse und versuchte sogar Kunden mit Altverträgen auf analog-Basis zwangsweise umzustellen.

Parallel läuft auch der Ausbau mit Glasfaser weiter auf Hochtouren. Je näher die Fiberoptischen Leitungen zum Kunden vorrücken, desto höhere Datenraten lassen sich prinzipiell erreichen. Indirekt kommt das natürlich auch der VDSL-Versorgung zugute, da diese praktisch eine Zwischenstufe zum direkten Glasfaserausbau (FTTH) darstellt.

Immer auf dem Laufendem zum aktuellen Stand des VDSL-Ausbaus in Deutschland. In unserem Newsblog berichten wir fast monatlich zu den neusten Erfolgen und allen erschlossenen Städten/Gemeinden.

VDSL-Verteiler von der Dt. Telekom

Ausbau 2016 & 2017:

Nicht nur bei der Deutsche Telekom läuft seit einigen Jahren die "Netzoffensive", mit jährlichen Investitionen im Milliardenbereich. 2016 konnte die VDSL- und Glasfaser-Verfügbarkeit wie geplant auf 24 Millionen Haushalten verdoppelt werden – relativ zum Stand von vor ca. 3 Jahren. Mitte 2017 lag die absolute Zahl der erschlossenen Haushalte bereits 3 Millionen darüber.

Zur Cebit 2016 konnten wir einer Tagung der Breitbandinitiative beiwohnen. Auf dem Breitbandgipfel wurden der Status quo und der Ausblick auf die nächsten Jahre von einem Fachpublikum diskutiert. Demnach waren zu diesem Zeitpunkt bundesweit schon gut 70 Prozent der Haushalte mit Datenraten von bis zu 50 MBit versorgt - egal ob Glasfaser, VDSL oder Kabel. Doch die letzten 30 Prozent, da sind sich die Experten einige, sind die schwersten. Denn hier lauern für Breitbandunternehmen die weitest abgelegenen und somit unrentabelsten Kunden…


Ausbau 2015:

2015 stand weiter unter dem Trend vom Vorjahr: VDSL-Vectoring. Der Fokus bei der Telekom lag weiter bei der VDSL-Brückentechnik und LTE. Mitte Februar 2015 gab die Telekom bekannt, über 400.000 neue HH mit Vectoring versorgen zu können. Aber nicht nur die Datenrate steigt mit dem Verfahren, sondern auch die Reichweite bei sonst gleicher Leitungslänge.

Ausbau 2014: Vectoring

Dieses Jahr stand erstmals ganz im Zeichen der Vectoring-Technik. Schritt für Schritt plant die Telekom damit seither nicht nur die Reichweite des VDSL-Netzes zu erhöhen, sondern gleichsam auch die maximale Geschwindigkeit auf 100 MBit steigern. Im August des Jahres, erfolgte der kommerzielle Start. Seitdem können die neuen Tarife bei praktisch allen VDSL-Anbietern bestellt werden. Allerdings erst in wenigen Regionen. Die Ingenieure testen zudem bereits eine weitere, verheißungsvolle Technologie auf VDSL-Basis namens „G.fast“. Auch ohne Glasfaser könnten per G.fast theoretisch Internetzugänge mit bis zu 1000 MBit realisiert werden. Noch ist dieses Verfahren jedoch weitestgehend Zukunftsmusik. Indes ging 2014 der Glasfaser- und VDSL-Ausbau straff weiter. Mehr dazu im oberen Abschnitt zu den Zukunftsplänen erste Erfolge.


Glasfaser vs. Kupfer

Glasfaser (vorne) statt Kupferkabel heißt die Devise beim Ausbau der Highspeednetze von morgen


VDSL-Ausbau 2013: Der Grundstein für die Zukunft ist gelegt

September 2013: Die Telekom konkretisiert die Pläne bis Jahresende und die Zukunft. Die bereits im Juli von uns genannten 44 Städte, gingen wie geplant ans Netz und sind bereits für Vectoring vorbereitet. Für 2013 taxierte das Unternehmen eine Gesamtinvestitionssumme in Höhe von 3,4 Mrd. Euro. Insgesamt wurde die Verfügbarkeit für VDSL und Glasfaser bis Jahresende um 800 Tsd. Haushalte erweitert.

Juli 2013: Nach gut einem halben Jahr Spekulation, wurden konkrete Zahlen verlautbart, demnach noch 2013 dutzende neue Städte ans Highspeed-Netz angebunden werden. Der VDSL-Ausbau ging also wie prognostiziert in eine neue Runde. Immerhin 40 Städte wurden als Zielsetzung genannt. Welche das konkret sind, können Sie hier im Detail nachlesen.

Bereits im August´12 verlautbarte die Telekom neue Pläne fürs Folgejahr. Demnach würde die Entwicklung des VDSL-Netzes, nach längerer Pause, einen neuen Boom erleben. In einem nicht näher spezifizierten Zeitraum wolle man 5-6 Milliarden Euro in den Ausbau der schnellen Breitbandnetze investieren. Die Datenrate könnte sogar von 50 auf 100 MBit steigen, dank eines neuen Verfahrens von Alcatel-Lucent namens Vectoring. Statt wie bis dato 11 Mio., würden dann über 20 Millionen deutsche Haushalte mit VDSL versorgt werden können. Das entspräche nahezu 50 Prozent!

Ausbau 2012 - Zwischen Glasfaser und VDSL

2012 stand erstmals ganz im Zeichen des Glasfaserausbaus. Im Unterschied zu VDSL, werden hier die fiberoptischen Kabel direkt bis zum Haus oder die Wohnung der Endkunden gezogen. Durch diese direkte Anbindung, können Breitbandzugänge mit nie dagewesener Performance realisiert werden. Zwischen 200 und 1000 Mbit sind technisch dann möglich. Die Telekom baute vorerst in rund 20 Städten an jenen zukunftsweisenden Internetzugängen. Der Ausbau wurde überall dort aufgenommen, wo eine Mindestanzahl von Vorbestellungen eingegangen sind. Mehr zu den Angeboten, finden Sie hier.

Im April schien der Netzausbau erfreulicher Weise wieder Fahrt aufzunehmen. Pressemeldungen zufolge, kamen bundesweit monatlich dutzende neue Regionen hinzu oder es wurden Ausbaupläne für Gemeinden veröffentlicht. Vornehmlich handelte es sich übrigens um Gemeinden im ländlichen Raum, die bis dato entweder gar kein schnelles Internet hatten oder nur mit wenig Übertragungsrate.

Eine gewichtige Änderung betraf 2012 alle VDSL-Angebote von Alice. O2 Telefónica, zu der Alice seit 2010 gehörte, hatte diese direkt übernommen. Ende 2012 wurden die Angebote der Marke "Alice" schließlich ganz eingestellt. Die Produkte gingen direkt in die Tarif-Struktur von O2 über. Der Anbieter vermarktet VDSL seither unter eigenen Namen. Doch nicht nur das! Der Konzern vertreibt die Highspeed-Anschlüsse, im Zuge einer Kooperation mit der Telekom, auch auf Basis von Resale-Zugängen. Also nicht nur, wie bisher, auf Grundlage eigener Netze.


Ausbau 2011:

Im Jahre 2011 erwarteten wir eigentlich den Markteintritt weiterer Unternehmen. Das für den VDSL-Vertrieb nicht unbedingt firmeneigene Netze nötig sind, zeigt das Beispiel 1und1. Firmen wie diese, agieren dann als Reseller. Das VDSL-Angebot von 1&1 basiert auf Leitungsnetzen der Telekom. Von daher blieb es, entgegen der Erwartung, 2011 auf dem VDSL-Markt beim alten Anbieterstamm.

Beim Ausbau der VDSL- und Glasfasernetze tat sich 2011 hingegen einiges, obgleich die Fortschritte als weit geringer einzustufen sind, wie noch in den Vorjahren. Primär waren Fortschritte im regionalen Bereich zu verzeichnen. Im Januar 2011 kündigten NetCologne und Vodafone eine Kooperation eine Kooperation für die Stadt Köln an. DNS:Net baut dagegen im Havelland VDSL aus.


Die interessanteste Entwicklung war seitens der Telekom zu verzeichnen. Der Konzern kündigte im Februar an, 2011 den Netzausbau weiter vorantreiben zu wollen. Und das in immerhin 10 großen Städten. Vorrangig mit der modernen FTTH-Bauweise. Dabei handelte es sich streng gesehen gar nicht mehr um VDSL. Denn nur, wenn auf die letzten Meter zum Kunden noch mit Festnetzleitungen überbrückt werden, kommt diese Technik zum Einsatz. Siehe das folgende Schaubild.


Infografik DSL- und VDSL-Ausbautechniken

2009 und 2010:

Flecken auf der Ausbaukarte

Weise Flecken auf der Breitband-Landkarte
Bild: Vodafone

Offiziell waren seitens der Deutschen Telekom keine weiteren Ausbaupläne für 2009 bekannt. Scheinbar existierten auch keine. Zumindest keine im Alleingang. Jedoch zeichnete sich ein stetiger Trend zum kooperativen Netzausbau ab. In den Städten Würzburg und Heilbronn wurde 2009 ein Pilotprojekt von Vodafone und der Deutschen Telekom zum VDSL-Ausbau angestoßen. Eine weitere Kooperation der Telekom und "EWE", zielte auf die Städte Cloppenburg, Delmenhorst, Aurich, Vechte, Leer, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Stade und Emden.

Wettbewerb formierte sich: Bis Ende des Jahres gab es immer noch keinen Wettbewerb auf dem Markt. Die Deutsche Telekom war nach wie vor ein Quasimonopolist in Sachen VDSL. Die Preisverhandlungen der Wettbewerber, zur Nutzung der Telekom-Glasfaserinfrastruktur, zogen sich bis in den Sommer. Dann endlich traten langsam die ersten Anbieter mit eigenen Tarifen auf. Allen voran 1und1. Dennoch kann man die Entwicklung bis dahin als eher zäh beschreiben. Nach einem Schritt vor, ging es meist wieder einen Schritt zurück. Wir führen übrigens seit Jahren die Entwicklungen zu diesem Thema in einer Übersicht fort. Die Querelen hemmten einerseits die rasche Verbreitung von VDSL, andererseits regte der harte Kurs der Telekom den weiteren Netzausbau der Wettbewerber mit Sicherheit an. Denn diese müssten vermeintlich hohe Entgelte für die Leitungsmiete zahlen. Das machte den Ausbau eigener Netze zunehmend attraktiver. Vodafone ist dieser Hinsicht in Deutschland führend.


Ausbau vom Beginn an bis 2008

Die ersten VDSL-Anschlüsse in Deutschland gab es von der Deutschen Telekom. Zu Beginn, im Jahre 2006, nur in 10 Städten und in sehr begrenzter Anzahl. Im Herbst 2008 war die neue Breitbandtechnik bereits in den 40 größten Städten Deutschlands verfügbar. Noch im selben Jahr, sollten 10 weitere Städte hinzukommen. Allem Anschein nach, ist der damalige Ausbauplan der Telekom recht problemlos realisiert worden. Folgende Städte wurden im genannten Zeitraum erfolgreich ans VDSL-Netz angeschlossen:

Erfurt, Kassel, Aachen, Braunschweig, Magdeburg, Neuss, Saarbrücken, Ulm, Würzburg, Regensburg, Böblingen, Mönchengladbach und Oldenburg. Des Weiteren:

Kiel, Potsdam, Lübeck, Oberhausen, Rostock, Bielefeld, Solingen, Krefeld und Hagen




Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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