Anwendungen für VDSL

Wozu solch schnelle Internetzugänge?


VDSL Anwendungen
VDSL-Anschlüsse sind in der Lage, Datenübertragungsraten von 250 MBit/s zu erreichen. Derart hohe Geschwindigkeiten sind natürlich nur bei Anwendungen sinnvoll nutzbar, welche auch entsprechend hohe Datenbandbreiten benötigen. Denn zum flüssigen Surfen im Internet, reicht ein gängiger DSL-Anschluss mit 10-25 MBit/s meist völlig aus. Doch es gibt bereits zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die nach mehr Power verlangen, wie wir Ihnen in den kommenden Abschnitten zeigen werden.

Anwendungen: Hier lohnt VDSL!

Die Paradedisziplin für VDSL ist alles, was mit der Übertragung großer Datenmengen zu tun hat. Also das Senden und Empfangen von Bildern und Musik etwa. Doch noch weit höhere Anforderungen stellen Video- und TV-Übertragung per Internet. Also zum Beispiel Video-on-Demand, Digital-TV per IPTV, Streamingdienste (Mediatheken, Netflix), Cloud-Dienste, Onlinevideotheken und Videokonferenzen (z.B. Zoom). Mit einem VDSL-Anschluss eröffnen sich Ihnen alle Möglichkeiten, welche das mediale Internet heute bietet und in naher Zukunft bieten wird!


IPTV - das Fernsehen von Morgen ist bereits auf dem Vormarsch. Schon deutlich über 4.2 Millionen Haushalte beziehen ihr Fernsehprogramm per Internet. Durch die Nutzung der Breitband-Leitung für die TV-Übertragung, steht erstmals ein Rückkanal zur Verfügung. Dieser ist das Tor für völlig neuartige TV-Unterhaltungsmöglichkeiten. Bereits seit einigen Jahren bietet die Dt. Telekom mit den „Magenta-TV“-Angeboten zahlreiche Features, welche bislang nicht möglich waren. Wie z.B. das erneute Starten von Sendungen, die bereits seit einiger Zeit laufen. Mehr dazu hier. Der größte Mehrwert dürfte beim IPTV aber in der Qualitätssteigerung liegen. Neben hochauflösendem HDTV, bietet das Gespann aus IPTV und schnellem VDSL heute teils sogar schon die nächste Entwicklungsstufe, also UltraHD (4K). Hier steht die vierfache Auflösung von HD zur Verfügung. Zudem dürfte es nicht mehr lange dauern, bis eine erneute Verdopplung der Bildschärfe Einzug hält. Erste Geräte und Smartphones bieten nämlich bereits 8K.

Tagesschau per IPTV in HD

Zwar bieten Vodafone und Deutsche Telekom die IPTV-Tarife mittlerweile auch ohne VDSL an, jedoch sind dann Einschränkungen hinzunehmen. So lässt sich per DSL leider maximal ein TV-Gerät in HD-Qualität betreiben. Wer gleichzeitig mehrere Geräte nutzen oder parallel mehr als eine Sendung aufzeichnen möchte, muss die schnellere VDSL-Variante wählen. Auch Ultra-HD gibt es erst ab wenigstens 20-25 MBit/s.


Auch Onlinevideotheken flexibilisieren die Fernsehgewohnheiten von immer mehr Deutschen. Die Dienste ersetzten in der Anfangszeit zunächst den mühsamen Hin- und Rückweg zur Videothek um die Eckte. Mittlerweile ruft nahezu jeder Haushalt hin und wieder Filme oder Serien "on demand" ab. Einfach einen Film mit der Fernbedienung aussuchen und los geht es! Dank der Power von VDSL ohne ruckeln und hochauflösend in bester Qualität. Video-on-Demand hingegen steht als Oberbegriff für so ziemlich jedes Videoformat auf Abruf. Daher kann man auch die Mediatheken der TV-Sender hier einordnen. Letztere schaffen ebenfalls mehr Flexibilität und lassen uns interessante Sendungen auch jenseits der regulären Sendezeiten sehen. Via VDSL wiederum ohne Unterbrechung in 1A-Qualität.

Streaming per Netflix

Seit einiger Zeit buhlen zudem diverse Streaming-Dienste um die Gunst der Film- und Serienfans. Netflix, Disney+ und Amazon locken teils mit aufwendig produzierten Eigenproduktionen und verfügen über Milliardenbudgets. Alle drei bieten immer mehr Titel auch in Ultra-HD-Qualität (4K) ab 20-25 MBit Datenrate.

Streaming über die ZDF Mediathek

Mediatheken erhöhen Freiheit der TV-Konsumenten | Bild: Screenshot zdf Mediathek


Cloud: Sogenannte Cloud-Dienste erfreuen sich seit einigen Jahren auch bei Privatpersonen wachsender Beliebtheit. Sowohl in Verbindung mit mobilen Endgeräten (Smartphones / Tablets), als auch auf stationären Computern. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Besonders der Aspekt einer dezentralen Nutzung von Bildern und Musik, sowie als Backupmedium, stehen dabei im Fokus. Allen voran die Deutsche Telekom wirbt massiv für den hauseigenen Cloud-Dienst. Da zur Nutzung oft riesige Datenmengen gesendet bzw. wieder geladen werden müssen, erleichtern auch hier flotte VDSL-Anschlüsse die Nutzung ungemein. Schließlich stellen diese sowohl die nötige Download-, als auch Uploadrate von 5-40 MBit zur Verfügung.

Cloud-Dienste


Spätestens seit der Corona-Epidemie sind Videotelefonie und Videokonferenzen auch bei Privatnutzern ein Thema. Egal ob fürs Homeoffice oder um endlich mal wieder Freunde zu treffen, wenn auch nur virtuell. Dann aber wenigstens nicht nur über Sprache, sondern auch via Live-Bild. Laut einer Bitkomstudie, gaben vor Corona 65 Prozent aller Haushalte an, privat noch keine Videotelefonie (zum Beispiel per Skype oder Zoom) genutzt zu haben. Danach waren es noch nur 38 Prozent. Auch die TV-Streamingzeit (siehe oben) hat sich dadurch verdoppelt. Mit wachsender Leistungsfähigkeit stationärer und mobiler Internetzugänge, dürfte die Nutzung in Zukunft weiter zulegen. Denn leider wird dieser Genuss schnell getrübt, wenn man das Gegenüber nur in schlechter Bild- und Tonqualität sieht. Abhilfe versprechen performante Breitbandzugänge, wie LTE bzw. 5G für unterwegs bzw. VDSL stationär daheim. Dann sind Mehrpersonen-Konferenzen sogar in HD und UltraHD (Audio und Video) kein Problem.

Eine weitere Anwendung für VDSL sind Onlinevideorekorder oder Videopodcasts. Erstere liefern TV-Aufzeichnungen der letzten Tage zum Download. Mittels App oder am TV, können Sie die "Tagesschau", "Mybritt Illner", den Sat1 Film von gestern und beliebige andere ausgestrahlte Sendungen direkt abspielen oder herunterladen und später ansehen. Und das in sehr anständiger Qualität. Sie als Nutzer entscheiden dann, auf welchem End-Medium und zu welcher Uhrzeit geschaut wird. Etwa im Zug via Tablet (kein Internetzugang nötig) oder abends am TV über einen USB-Stick, der die Datei enthält. Der Service Save.TV ist ein Beispiel für einen sogenannten Onlinevideorekorder.

Online-Videorekorder Dienste wie Save.tv

TV-Rekorder: Einfach Sendungen aufzeichnen und später auf beliebigen Endgeräten sehen | Screenshot save.tv Homepage


Sie legen im Browser bzw. per App die Aufnahme einer oder mehrerer Sendungen fest. Save.TV zeichnet diese für Sie auf und entfernt auf Wunsch sogar vollautomatisch die störende Werbung! Das funktionierte in unseren Tests erstaunlich genau. Manchmal merkt man gar nicht, dass eigentlich geschnitten wurde. Die Aufzeichnung steht nach der Sendung zum Download bereit. Je nach Paket bis zu H.264 HQ und in HD. Dadurch erreichen die Dateien schnell Größen von 2-3 Gigabyte. Der Download über einen VDSL-Anschluss spart daher viel Zeit.

Homeoffice: Wir hatten schon kurz das Thema bei Videotelefonie angesprochen. Mit Corona erlebte Homeoffice in vielen Branchen einen Durchbruch. Wahrscheinlich dürfte auch nach der Pandemie das Heimbüro nicht ganz verschwinden. Auch wenn es nicht für jedermann gleich geeignet ist, birgt es dennoch viele Vorteile. Wie die Zeit- und Kostenersparnis für den Arbeitsweg. Zumindest 1-2 Homeoffice Tage könnten also in Zukunft für viele zum Alltag gehörten. Nötig ist dafür nur ein zuverlässiger, schneller Anschluss mit wenigstens 50 MBit/s. Wir halten 100-250 MBit für ideal, da hier auch die Uploadraten deutlich höher liegen.

Alles parallel dank hoher VDSL-Bandbreite

Auch schnelle Internetzugänge stoßen schon mal an Grenzen, wenn zu viele Teilnehmer im Haushalt gleichzeitig telefonieren, surfen, streamen und downloaden. Denn jeder möchte etwas anderes machen! Was für Singles noch reicht, kann bei Familien schnell zu Engpässen führen. Mehr Bandbreite bedeutet mehr Reserven für Leistungsspitzen.

Die Vergangenheit zeigte zudem, dass Geschwindigkeiten von DSL-Anschlüssen früher oder später auch genutzt bzw. ausgereizt werden, wenn Sie vorhanden sind. Warum statt "nur" telefonieren via Skype, nicht auch einmal eine Webcam zuschalten und Videotelefonie erproben? Nutzen Ihre Kinder ständig Youtube? Spielen Sie gerne online im Team - mit Headset und Sprachübertragung? Sehen Sie gerne hin und wieder am PC fern oder Netflix am TV? Die gegebenen Anwendungsmöglichkeiten sind riesig und wachsen jeden Tag - die benötigte Bandbreite allerdings auch! Speziell zur Frage „Für wen ist VDSL geeignet?“, haben wir eine Übersicht mit typischen Nutzerprofilen erstellt. In einem finden bestimmt auch Sie sich wieder!

VDSL für Unternehmen: Datensicherung, VPN, Onlinebackups ...

Denkbar ist auch die Datenspeicherung bzw. Backups im Internet. Aufgrund der teils riesigen Datenbanken und Datenbestände in Unternehmen, war dies bisher mit DSL kaum realistisch. Selbst speziell hierzu geeignete SDSL-Anschlüsse für Geschäftskunden, stießen schnell an Grenzen. Durch die hohen Upload-Datenraten, ist auch eine Vernetzung von Filialen und Standorten via VPN möglich. Hier mehr Informationen zum Thema VDSL für Geschäftskunden.


Zusammenfassung der Vorteile und Anwendungen


  • superschnelles Internet für hohe Ansprüche u./o.  viele Haushaltsteilnehmer,
  • blitzschnelles Laden und Senden von großen Datenmengen (Bilder, Filme, Projektdateien),
  • ideal für Video per Internet (VoD, IPTV, Onlinerekorder, Streaming (z.B. Netflix), Mediatheken, Videotelefonie, UHDTV),
  • unterbrechungs- und ruckelfreies Streaming von Musik und Filmen,
  • optimales Cloud-Computing,
  • optimal für Homeoffice
  • leistungsfähige Zugänge für Firmen,
  • zukunftssicher für neue, anspruchsvolle Applikationen,
  • Hightech-Standort Deutschland - Medizinische Diagnostik, Forschung, ...



Zukunftsperspektiven und Szenarien für VDSL-Anwendungen

Welche Technologien, Produkte und Dienstleistungen mit über 300 MBit/s in den nächsten Jahren auf uns Nutzer warten, lässt sich nur schwer erahnen. In der Regel tauchen entsprechende Applikationen erst auf, wenn die Technik für eine hinreichend große Nutzerschaft bereitsteht. Letzteres wird in Deutschland noch etwas dauern. Aber wer hätte vor 20 Jahren gedacht, als ein DSL-Anschluss samt Flatrate mit nicht mal 1 MBit/s schon Luxus war, dass wir in naher Zukunft hochauflösende Videodaten übers Netz übertragen können? Damals war selbst Audio (z.B. Radio) schon eine Herausforderung für die Leitungen. Die meisten Leser waren mit Sicherheit zu diesem Zeitpunkt noch mit einem ISDN- oder DFÜ-Modem unterwegs.

Doch insbesondere auf dem TV-Markt tut sich einiges! Nachdem High-Definition (HD) vor eigen Jahren endlich die breite Masse erreicht hat und die Grenzen moderner Flachbildfernsehr praktisch ausgelotet schienen, zeichnet sich langsam der nächste Evolutionssprung ab. Die Rede ist von dem schon mehrfach erwähnten Ultra-HD (4K). Ultra-High-Definition verspricht mindestens die 4-fache Auflösung des heutigen Full-HD-Standards, also 4096 × 2560 Pixel. Wegen den rund 4000 Pixel horizontal, bürgert sich auch die kürzere Bezeichnung "4K" ein. Und auch 8K wird nicht mehr lange auf sich warten lassen und die Ansprüche der Breitbandzugänge nochmals deutlich auf weit über 100 MBit erhöhen...

nach 4K kommt 8K TV


Breitband als Faktor für den Hightech-Standort Deutschland

Schnelle Kommunikationsnetze, wie VDSL, Glasfaser und Kabel-Internet, sind bei weitem nicht nur eine „nette Spielerei“ für Privatpersonen. Eine moderne Infrastruktur für Telekommunikation ist heute ein wesentlicher Faktor für den Wissensstandort Deutschland und somit der Wettbewerbsfähigkeit allgemein. Wer hier den Anschluss im internationalen Vergleich verliert, ist mittelfristig nicht mehr konkurrenzfähig in Wissenschaft und Forschung. Leider zeichnet sich nach wie vor ab, dass Deutschland auf dem Gebiet weiter stark in Verzug ist.

Höchste Zeit für Innovationen und Investitionen also. Das hatte sogar die Bundesregierung vor Jahren erkannt und einst ein milliardenschweres Förderprogramm im Zuge des Konjunkturpaketes II (2009) auf den Weg gebracht. Bis 2014 sollten in diesem Zusammenhang 75 Prozent der deutschen Haushalte Internet mit 50 Mbit/s nutzen können. Aber selbst in der zweiten Zielvorgabe bis 2018 wurde diese Ausbaustufe wieder nicht erreicht. Weitere Investitionen und Förderungen vom Bund sind zwar vorgesehen, doch bis nahezu 100 Prozent (ohne Funk) Zugang zu einem Anschluss mit wenigstens 50 MBit haben werden, wird noch viel Zeit vergehen. Neustes Ziel der EU: Bis 2025 100 MBit für alle! Man darf gespannt sein! Einziger Trost: Seit 2011 trägt die LTE-Technik wesentlich dazu bei, auch ländlichen Regionen den Anschluss ans Highspeed-Zeitalter zu ermöglichen, Stichwort Hybrid-Internet. 2019 gesellte sich der Nachfolger 5G hinzu. Immerhin will die Dt. Telekom 2030 nahezu alle Haushalte mit Glasfaser erschlossen haben fit für Gigabit-Internet machen.

Weiterführendes

» Was ist der Unterschied zwischen DSL und VDSL?
» VDSL oder doch lieber Glasfaser?
» Wo liegen die Vorteile bei VDSL?
» Fernsehen über VDSL?


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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