Vectoring Technik

Vectoring bei VDSL: Anbieter, Tarife, Technik und Perspektiven


Vectoring


Ist von schnellen Breitbandzugängen und dem Netzausbau der Zukunft die Rede, taucht seit einigen Jahren vermehrt ein Begriff auf - das sogenannte „Vectoring“. Im Folgenden wollen wir zeigen, was sich hinter Begriff des Vectoring verbirgt, wer die bis zu 100 MBit schnellen Tarife bietet und was diese kosten. Zudem erfahren Sie alles über sämtliche Vor- und Nachteile, welche die Vectoring-Technik mit sich bringt und was für Konsequenzen der Einsatz für die deutschen Breitbandnetze hat.

So viel vorweg: Schon lange vor dem ersten Praxiseinsatz löste die Vectoring-Technik zwiespältige Reaktionen aus. Auf der einen Seite verspricht das Verfahren mehr Bandbreite bzw. schnelleres Internet für einen breiten Teil der Bevölkerung. Andererseits stieß das Thema heftige regulatorische und netzpolitische Diskussionen an. Doch zunächst werfen wir einen Blick auf die Anbieter und Kosten.


Anbieter und Tarife von VDSL via Vectoring

Bereits seit 4 Jahren sind die extra schnellen VDSL-Tarife per Vectoring bei praktisch allen VDSL-Anbietern buchbar. Sowohl O2, Vodafone, Telekom als auch 1&1, bieten seither Varianten mit bis zu 100 MBit Downstream und satten 40 MBit Upstream. Im Schnitt kostet der Surfturbo, im Vergleich zu einem DSL Anschluss mit 16.000 Kbit/s, 10 € mehr im Monat. Für die Sechsfache Leistung im Download und den 40-mal schnelleren Datenupload, sicher kein unzumutbarer Aufpreis.

Was Vectoring-Tarife im Einzelnen bei den Anbietern kostet, können Sie hier bei uns vergleichen: » Vodafone Tarife » 1&1 Tarife » O2 Tarife » Telekom Tarife


Verfügbarkeit von Vectoring

Bis dato ist die Netzabdeckung noch mittelmäßig, soll aber 2018 und 2019 weiter stark zulegen. Die Deutsche Telekom bezifferte die Anzahl vectoringbasierte Zugänge letztmalig Ende 2017 auf rund 4 Millionen Haushalte. Das würde bedeuten, dass rund jeder 6 VDSL-Anschluss über die verbesserte Technik angebunden ist. Wer seinen eigenen Wohnort checken will, sollte dies am besten hier auf dieser Telekom-Karte machen, um die valideste Aussage zu erhalten.

Vorteile durch Vectoring-Verfahren für Kunden und Netzbetreiber

Die Vorteile für die Telekom als Netzausrüster- und Betreiber liegt auf der Hand. Man erreicht mehr Kunden bei gleichzeitig steigender Datenrate (bis 100 MBit). Und zwar bei niedrigeren Kosten im Vergleich zum Direktausbau mit Glasfaser (FTTH/B). Aktuell haben rund 72 % der Haushalte Zugang zum VDSL-Netz, doch längst nicht alle sind per Vect. angeschlossen, so dass noch enormes Potenzial für Verbesserungen besteht.

Die Vorzüge für die Kunden: Insgesamt ist mit einer steigenden Verfügbarkeit schneller Breitbandanschlüsse zu rechnen. Aufgrund der schon genannten Positiv-Effekte des Vectorings, steigt unter anderem die maximale Entfernung mit der Anwohner in einem Gebiet, bei sonst gleichen Bedingungen, VDSL beziehen können. Auf der anderen Seite nimmt die maximale Datenrate, bei gleichen Wegstrecken bis 1000 Metern, deutlich zu. Die folgende Grafik zeigt anschaulich die Unterschiede auf.


VDSL2 mit und ohne Vectoring im Vergleich

Gut ersichtlich dabei die erhebliche Leistungsdifferenz mit und ohne Vectoring auf den ersten 600 Metern. Ab dieser Distanz nähern sich beide Verfahren hingegen weitestgehend wieder an. Mit Vectoring sind zwar akzeptable Datenraten ab 1 Kilometer etwas länger zu erwarten - den Speed-Trumpf spielt die Technik allerdings nur auf kürzere Distanzen von bis zu 550 Metern aus.

Neben der Downloadrate steigt übrigens auch überproportional die maximal erzielbare Uploadrate. Statt „nur“ 10 MBit, wie bei herkömmlichen VDSL oder bei den Kabelprovidern, sind satte 40 MBit möglich. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass im Umfeld praktisch kaum oder keine Tiefbauarbeiten nötig sind und die Preisstabilität (theoretisch), dank niedrigerer Kosten, gewährleistet werden kann. Allerdings gab und gibt es auch Nachteile sowie Kritikpunkte, welche nicht unerwähnt bleiben sollten.

Status Quo - „Neue Netze braucht das Land“

Die Breitbandnetzbetreiber, allen voran die Deutsche Telekom und Vodafone, propagieren gerne vollmundig den Weg in die „Gigabitgesellschaft“ - eine Metapher für einen technologischen Ausbaustatus, in dem  ein Großteil der Bevölkerung Zugriff auf superschnelle Internetzugänge mit mehreren hundert- oder sogar tausend MBit/s hat. Wie weit wir von dieser Idealvorstellung noch entfernt sind, zeigt ein Blick auf den Hauptanteil der heute noch eingesetzten Infrastrukturen.



Von einem winzigen Prozentsatz der Haushalte abgesehen (< 6.6 %), welche schon direkt mit Glasfaser angeschlossen sind (also per FTTH oder FTTB), surfen die meisten Nutzer heute noch über Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) aus Kupferdoppeladern. Dabei handelt es sich mitunter um bis zu 70 Jahre alte Kupferkabel, die ursprünglich nur für analoge Telefonie konzipiert waren. Über die ADSL-Technologie können Verbraucher auf diesem Weg seit fast 20 Jahren mit bis zu 16 MBit ans Internet angeschlossen werden. Solche Geschwindigkeiten sind allerdings keineswegs mehr ausreichend für die Bedürfnisse von heute und erst recht in der Zukunft. Faktisch stellen derart langsame Zugänge heute mitunter schon digitale Barrieren dar. Etwa zur Nutzung von Internet-TV-Diensten in HD oder gar UltraHD.

Eine temporäre Lösung bietet das seit 2006 in Deutschland erhältliche „VDSL“, was bis zu 50 MBit leistet. Allerdings nur auf recht kurze Distanzen (~ 500 m) zum Kabelverzweiger (Kvz). Ein wesentlicher Unterschied zum herkömmlichen „ADSL“ ist hier, dass die Anbindung bis zum KvZ direkt über hochperformante Glasfaserkabel erfolgt. Der Weg von da aus bis zum Endverbraucher, läuft jedoch weiterhin über die besagten Telefonkabel. Aufgrund diverser physikalischer Eigenschaften, limitieren diese die maximale Datenrate mit zunehmender Entfernung erheblich. Die „Vectoring“-Technologie für VDSL setzt an diesem Problempunkt an und kann die Leistungsfähigkeit von VDSL auf 100 MBit oder mehr (siehe Supervectoring) erhöhen.


Prinzip des Vectorings

Telefonkabelbündel mit tausend kleinen TAL-Leitungen

Für ein besseres Verständnis des Vectoring-Begriffes, wollen wir kurz vereinfacht auf das Prinzip der Technik eingehen. Konkret handelt es sich um ein kompliziertes, standardisiertes Verfahren (ITU-T G.993.5 alias G.vector), welches die negativen Auswirkungen eines physikalischen Effektes minimieren soll - dem sogenannten „Übersprechen“ oder „Cross talking“. Was ist das? Die in Deutschland verlegten Telefonkabel kann man sich wie ein großes Kabelbündel vorstellen, welche in einem größeren Kabelmantel zusammengefasst sind. Rechts finden Sie ein Bild eines solchen Bündels. Zwangsweise liegen also verschiedene Kabel relativ nah beieinander. Für den ursprünglichen Zweck, also der analogen Telefonie, ist dies kein Problem. Bei der Datenübertragung kommt es allerdings zu erheblichen Problemen, da stromdurchflossene Leiter elektromagnetische Wellen aussenden.  Jene stören durch Interferenzen die Signalqualität benachbarter, parallel laufender Kabel - daher auch der Ausdruck „Übersprechen“. Dieser Effekt ist einer der Hauptfaktoren, warum die Leitungslänge bei VDSL und DSL ein enorm limitierender Faktor ist und weswegen mit zunehmender Entfernung zum DSLAM die resultierende Nettodatenrate drastisch sinkt.

Das Vectoring Prinzip | Infografik: Deutsche Telekom


Das von Alcatel Lucent entwickelte Vectoring-Verfahren minimiert nun diese Crosstalking-Effekte. Bereits Ende 2011 berichteten wir über erste Erfolge der Firma mit der Technologie. Die Übersprech-Effekte werden, wenn man so will, weitestgehend „herausgefiltert“. Ähnlich wie bei einem Rauschfilter bei Videokameras oder Mikrofonen. Es handelt sich um ein recht kompliziertes, algorithmisches Verfahren, was viel Rechenpower beansprucht. In Kombination mit einigen anderen Techniken (Bonding und Phantom Mode), lassen sich aber die erzielbaren Datenraten bei VDSL auf mindestens 100 MBit erhöhen. Rein technisch sind, laut Stefaan Vanhastel von Alcatel-Lucent Wireline Networks, sogar theoretisch 2 GBit/s möglich. Die nächste Optimierungsstufe stellt das sogenannte "Supervectoring" dar, auf welches wir noch zu sprechen kommen.

Infografik Vectoring | Dt. Telekom

Einführungsvideo

Die Deutsche Telekom erklärt in einem kurzen Videoclip anschaulich die Möglichkeiten und Pläne mit der Vectoring-Technik.



Supervectoring: Darf es etwas schneller sein?

Nachdem das Vectoring-Verfahren die Datenrate bereits verdoppeln konnte, verspricht eine Weiterentwicklung namens "Supervectoring" nochmals höhere Geschwindigkeiten. Konkret sind Übertragungsraten bis maximal 250 MBit/s erzielbar. Verfügbar sind entsprechende Anschlüsse ab Mitte 2018, ausgebaut wird die Technik von der Telekom aber bereits seit April 2017. Die Entwicklung zeigt, dass prinzipiell noch viel Potenzial in den Kupferkabeln steckt.

Was ist zu tun bzw. wo kann Vectoring eingesetzt werden?

Es gibt im Prinzip zwei notwendige Kriterien bzw. Voraussetzungen, damit die Vectoring-Technik bei VDSL zum Einsatz kommen kann. Und zwar für jeden Ort bzw. Ortsteil einzeln!


  • 1) Der Verteilerkästen (DSLAM bzw. Kabelverzweiger) müssen mit Glasfaser ans Kernnetz angeschlossen sein / werden - also das hinreichende Kriterium für VDSL.
  • 2)  Des Weitern ist bei den Verteilern eine Aufrüstung notwendig, welches die Vectoring-Fähigkeit funktional implementiert
  • 3) regulatorische Auflagen müssen ggf. vom Anbieter beachtet werden

Punkt 1 ist bei bestehenden VDSL-Infrastrukturen ohnehin gegeben. Punkt 2 hingegen impliziert leider nicht unerhebliche Investitionen, auf die wir noch kommen werden.


Notwendigkeit für Vectoring und Ziele der Deutschen Telekom mit der Technik

Die Kabelnetzbetreiber haben sich in den vergangenen Jahren zu einer ernsten Konkurrenz der Deutschen Telekom entwickelt. Deren Breitbandnetze leisten, dank einem Mix aus Glasfaser und modernen Übertragungsverfahren (DOCSIS 3.x), bereits heute ein Vielfaches im Vergleich zu ADSL und VDSL. In immer mehr Regionen bieten die Kabelunternehmen Tarife mit bis zu echo 500 MBit/s. Prinzipiell wären rein technisch heute sogar schon über 1000 MBit möglich. Seit der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone, verfügt der Hauptkonkurrent obendrein noch über Deutschlands modernstes und größtes Kabelnetz. Auf Basis der bisherigen Festnetzstrukturen, kann der „rosa“ Konzern mittel- bis langfristig dem kaum Paroli bieten. 100 MBit sind mit VDSL zurzeit mit herkömmlichen VDSL samt Vectoring praktisch die Obergrenze, ab Mitte 2018 sind es dank Supervectoring 250 MBit. Das aber auch nur bei einem vergleichsweise kleinen Kundengreis in der Nähe der Verteilerkästen. Alle anderen müssen mit weit geringeren Speedwerten vertröstet werden.

2011/2012 startete die Telekom daher mit einem weitumfassenden, zunächst bundesweit angelegten Glasfaserausbau für die Netze der Zukunft und prägte einhellig den Termini der „Gigabitgesellschaft“. Durch Direktanschluss der Kundenhaushalte mit Glasfaser (FTTH), können heute schon Tarife mit 1000 MBit realisiert werden. Ende 2017 lag die Ausbaurate aber leider bei nur runf 6.6 Prozent der Haushalte. Zudem verschlingt diese Ausbauweise Unsummen und ist nur in wenigen Regionen profitabel. Es zeichnet sich daher seit einigen Jahren vorerst ein Paradigmenwechsel hin zum Vectoring ab, da dies für den Konzern mittelfristig wahrscheinlich die finanziell weit attraktivere Lösung darstellt. Denn mit dieser Ausbaustrategie können weitestgehend alte Leitungen (TAL) weiter genutzt werden. Für eine Nettoverdopplung der Datenrate wird lediglich die Aufrüstung der Verteiler nötig. Es sieht schlussendlich nach folgendem Zukunftsszenario aus: Die Deutsche Telekom wird auch in den kommenden Jahren die Forcierung eines Mixes aus Glasfaser- und LTE-Ausbau pflegen. Die extrem zukunftssichere FTTH-Bauweise wird weiter eine Rolle spielen, aber vorerst dominiert Vectoring (im Prinzip also FTTC). Parallel arbeitet Vodafone am Ausbau seines Kabel-Highspeednetzes und die zahlreichen Regionalprovider tragen wesentlich zum Glasfaserausbau bei.


Nachteile und Probleme

Bisher haben wir ausschließlich die technischen und praktischen Implikationen und Vorteile des Vectorings beleuchtet. Ein gewichtiger Nachteil erweist sich jedoch als entscheidender Harken, der Wettbewerbshüter und Mitbewerber gleichermaßen in Aufregung versetzt(e). Den „Vectoring-Turbo“ kann nämlich lokal immer nur immer ein Anbieter am Kabelverzweiger aufschalten. Vodafone und die Telekom könnten also ihre Kunden an einem Kvz „X“ somit nicht gleichzeitig bedienen. Sobald Leitungen an diesem von einem Konkurrenten gemietet werden, klappt Vectoring nicht. Dies löste verständlicher Weise heftigste Proteste bei den Mitbewerbern aus und rief letztendlich auch Regulierungsbehörden und die EU-Kommission zum Handeln auf. Befürchtet wurde, dass sich die Telekom im Zuge der „Netzoptimierung“ einen unlauteren Wettbewerbsvorteil erheischen und die Konkurrenz außen vor lässt. Selbst das Wort der "Remonopolisierung" viel seitens des BREKO-Verbandes in diesem Zusammenhang. Auch die Bundesnetzagentur sah die Entwicklung von Anfang an kritisch.




Die vorübergehende Lösung des Problems gab es erstmals im August 2013. Grundlage war ein Entscheidungsvorwurf der Bundesnetzagentur vom April 2013, der im Laufe der Monate von allen Parteien noch verfeinert wurde. Demnach darf die Telekom Vectoring nur in den Regionen nutzen, in denen die Mitbewerber eigene Leitungsnetze haben, also keine Benachteiligungen zu erwarten sind. Oder Sie muss für Alternativen sorgen. Unter "besonderen Bedingungen" darf das Unternehmen jedoch den Mittbewerbern den Zugang zu bestimmten KVz verweigern, um Vectoring einsetzen zu können. Die Beschränkungen beschneiden allerding die Einsatzreichweite, was nicht unbedingt zum Vorteil der Verbraucher sein sollte.

Im Vorfeld der Lösung, zeichneten sich übrigens schon erste Agreements ab. O2 vermeldete Mitte 2013, einen Kooperationsvertrag für VDSL- und Vectoring-Vorleistungsprodukte mit der Telekom geschlossen zu haben. Künftig sollten auf Basis dieser Kooperation dann auch O2-Kunden in den Genuss von bis zu 100 MBit schneller VDSL-Anschlüsse kommen. Vodafone kündigte am 17. Mai 2013 ebenfalls ein ähnliches Agreement an. Man wolle künftig mit der Telekom beim Vectoring zusammen arbeiten. Man verspreche sich insbesondere in Städten mehr Reichweite und könne so das hauseigene IPTV-Angebot besser vermarkten. Bekannter Weise starteten alle Anbieter im August 2014 parallel die Vermarktung von Vectoring. Kurz zuvor hatte die Bundesnetzagentur eine Liste geöffnet, in welche die Unternehmen jene Kvz´s eintragen konnten, die sie gedenken umzurüsten.

Das letzte Wort wurde aber erst 3 Jahre später gesprochen. Im August 2017 verabschiedete die Bundesnetzagentur letzte regulatorische Auflagen bezüglich offener Fragen zu den TALs. Während dieser 3 Jahre gab es intensive Streitigkeiten zwischen Bundesnetzagentur, Interessenverbände der Telekommunikationsanbieter und der Telekom selbst.


Kritik am Vectoring - setzt die Telekom aufs falsche Pferd?

Die Vectoring-Pläne der Telekom laufen gemäß des Geschäftsführers von „Fibre to the home Coucil Europe“ (FtthCE), Hartwig Tauber, komplett in die falsche Richtung. Einer im Januar 2013 veröffentlichten Studie des WIK (Wissenschaftlichen Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste) zufolge, steigt der Breitbandbedarf bis 2025 weiter drastisch. Der Prognose nach, wird sich die Datenrate eines „normalen Internetzugangs“ dann im Bereich von 60-300 MBit/s bewegen. Ein Einsteigeranschluss hat dann um die 60 MBit - also ein Level, was wir heute schon fast als mittleres Oberfeld bezeichnen. Heute liegt der durchschnittliche Bedarf bzw. Schnitt wohl irgendwo bei 25-50 MBit. Nur mit Vectoring ließe sich dieser Entwicklung allerdings nicht Rechnung tragen und führe in eine „Sackgasse“. Der einzige wahre Weg ist FTTH - also der Anschluss von Endkunden direkt via Glasfaser. Nur so könne in Zukunft der immens hohe Breitbandhunger, bei stetig hoher Servicequalität, noch garantiert werden. Aus diesem Blickwinkel entpuppt sich also auch Vectoring mal wieder nur als eine temporäre „Flicklösung“, um den sonst nötigen Glasfaserausbau in der Fläche aufzuschieben. VDSL ist im Prinzip ja nur ein Behelfsmodell auf diesem Weg.

Der Geschäftsführer des BREKO-Verbandes äußerte sich im Oktober 2013 ähnlich. Vectoring sei eine "sinnvolle Übergangstechnik", sei aber keinesfalls für den Breitbandausbau im ländlichen Raum geeignet, da die Technik nur bis ca. 800 Meter (KvZ->Kunde) sinnvoll einsetzbar ist. Um die Breitband-Ziele der Bundesregierung zu erreichen, sei der Ausbau von FTTH unverzichtbar. Die Politik postulierte das Ziel, dass bis 2018 alle Haushalte Internet mit 50 MBit nutzen können.

Das Deutschland international betrachtet, bereits lange kein „Licht mehr sieht“, zeigte ebenfalls eine Studie der Bertelsmannstiftung aus 2015. Gemäß der folgenden Grafik lässt sich leicht ablesen, dass selbst Länder wie Litauen oder Slowenien deutlich(!) vor Deutschland rangieren, wenn es um den zukunftssicheren Glasfaserausbau geht. Auch im Vergleich zum EU-Durchschnitt rangieren wir über 50 Prozent unter dem Mittel.



Hybrid-Internet als Highspeed-Zwischenlösung

Im Dezember 2014 startete die Telekom ein völlig neues Breitbandkonzept, bei dem Haushalte mit einer Kombination aus Festnetz und Mobilfunk (Hybrid) angeschlossen werden können. Dabei wird die Grundlast über einen herkömmlichen DSL- oder VDSL-Zugang bewerkstelligt. Über LTE/4G kann bei Bedarf mehr Leistung zugeschaltet werden. Dies übernimmt automatisch ein spezieller Hybrid-Router. Mit der „innovativen“ Hybrid-Box-Technologie kann der Datenverkehr auch also erstmals zwei-wegig, daher „Hybrid“, erfolgen. Die Tarife heißen "Magenta Zuhause Hybrid" und sind ab rund 40 € erhältlich. Wahlweise per DSL, VDSL oder VDSL-Vectoring, je nach Verfügbarkeit beim Kunden.


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