DSL2 | ADSL2+

Ein Ratgeber zu den Begriffen DSL2 und ADSL2+


Was ist DSL2 bzw. ADSL2+?

Um die Frage zu beantworten, muss man etwas weiter ausholen. Im Sprachgebrauch ist fast immer schlicht und einfach von „DSL“ die Rede, wenn man schnelle Zugänge zum Internet meint. Dabei gibt es bei der DSL-Technologie etliche verschiedene Standards. Das „normale“ ADSL (kurz DSL) wird mit der ITU-Norm G.992.1 genau definiert. Es leistet ungefähr bis zu 10 MBit/s. Allgemein ist DSL ein Verfahren, wobei die Telefonleitung zur Übertragung von Daten genutzt wird. Dabei entstehen Aufgrund der physikalischen Effekte jedoch Leistungseinbußen mit jedem Leitungsmeter.

ADSL2 (ITU Norm G.992.3) und ADSL2+ (ITU Norm G.992.5) versuchen einige dieser Probleme zu optimieren. Die verbesserten DSL-Standards erzielten eine höhere Reichweite bei gleichzeitig höherer maximaler Datenrate. ADSL2 schafft bis zu 12 Mbit/s, wogegen ADSL2+ für Downloadrate bis zu 24 MBit/s ausgelegt ist. In Deutschland sind aber ´maximal 16 MBit/s die Regel.

Hinter dem Begriff DSL2 verbirgt sich also nichts anderes, als eine Abkürzung für ADSL2(+). Im Sprachgebrauch wird, wie angedeutet, jedoch selten so genau differenziert. Weitere Details zu den technischen Grundlagen von DSL und dem neueren VDSL finden Sie hier in unserem Technik-Spezial zu (V)DSL.


Wozu DSL2 ?

Mit DSL2 richtig schnell surfen - fast wie mit VDSL...
Bis vor wenigen Jahren waren schnelle Internetzugänge mit 16 MBit/s nur interessant für Nutzer, die häufig viele und große Dateien aus dem Internet laden. Eine Demoversion eines Spieles kann heute schnell 5 Gigabyte übersteigen. Zum Vergleich, eine beschreibbare CD fasst ca. 0,7 Gigabyte. Die Ansprüche wachsen also mit den Anwendungen.

Mit Multitainment-Angeboten, wie dem Fernsehen via Internet (IPTV), eröffneten sich zudem völlig neue Nutzungsmöglichkeiten des Internets, die ebenfalls nach leistungsfähigen Anschlüssen verlangen. Die Telekom und Vodafone bieten mit schnellen DSL2-Anschlüssen via IPTV eine ganz neue Dimension des Fernsehens. DSL, Telefonie und TV können dank Breitband (V)DSL über ein Anbieter und eine Rechnung bezogen werden. Ähnlich wie bei den Kabelanbietern. Derartige dreiteilige Komplettpakete bezeichnet man gemeinhin auch als „Tripleplay“.

Eine hohe Datenbandbreite und moderne Breitbandstandards garantieren zudem eine höhere Qualität der Verbindung (QoS [Quality of Service]). Mehrere Haushaltsmitglieder können gleichzeitig telefonieren und im Internet surfen, ohne das Einbußen in der Qualität zu erwarten sind. Internetzugänge mit weniger als 16 MBit/s bieten hier oft zu wenig "Puffer", so dass es bei gleichzeitiger Nutzung zu Störungen bzw. Wartezeiten bei allen Nutzern im Haushalt kommen kann.


Verfügbarkeit von DSL2+

Leider ist die Verfügbarkeit von DSL2 bzw. DSL2+ noch schlechter als die von DSL. Dennoch können laut Deutscher Telekom schon über 20 Millionen Haushalte die schnellen DSL-Anschlüsse nutzen. Mehr zur Verfügbarkeit samt Test hier.


DSL2 zukunftssicher?

Jain! Zwar gelten heute noch DSL-Anschlüsse mit 16 MBit/s als Standard, doch wandelt sich das Bild schnell. VDSL-Internetzugänge versprechen in immer mehr Regionen schon Downloadraten von bis zu 100 MBit/s. Und die großen Kabelanbieter bieten Kabel-Highspeed-Internet, mit über 100 MBit/s, schon für viele Millionen Haushalte. Seit 2012 kommen zudem noch schnellere und modernere Internetzugänge per Glasfaser (FTTH) auf den Markt. Mit den technischen Möglichkeiten wachsen der Erfahrung nach auch die Ansprüche und die Angebote im Internet. Wir raten daher bereits jetzt auf 16 MBit/s oder mehr zu setzen! Zum Beispiel mit VDSL oder einer VDSL-Alternative.




Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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