Internetzugänge via Glasfaser | Fiber optic internet

Ultra Highspeed Internet über 100 MBit


Das Internet und die Möglichkeiten, die es eröffnet, werden seit Jahren immer vielfältiger und komplexer. Während es lange Zeit eher als Informationsmedium galt, dient es heute bereits vielfach als Transportweg für hochqualitatives Fernsehen (IPTV) in HD-Auflösung, 3D oder für Telefonie (VOIP). Auch die Anzahl der Geräte im Haushalt mit Internetzugriff wächst. Die Leistungsfähigkeit der Internetzugänge muss daher mit der Entwicklung Schritt halten. Galt vor kurzem noch ein DSL-16000-Anschluss als „völlig ausreichend“, sind heute nur noch Zugänge mit mindestens 25 bis 50 MBit zeitgemäß. Doch die Evolution der Netztechnik schreitet glücklicherweise voran. Mit Glasfaser-Internet und VDSL sind Downloadraten jenseits der 100 MBit keine Utopie mehr und teilweise sogar schon verfügbar. Im Folgenden wollen wir Ihnen einen fundierten Einstieg in die neue Welt des Glasfaser-Internets geben.

Was ist Glasfaserinternet?

Zukunft Glasfaser-Internet
Plakativ gesagt: Die Zukunft der kabelgebundenen Internetversorgung. Denn kein anderes Medium kann bislang Daten so schnell übertragen, wie die Glasfaser (~engl. Fiber). Kupferkabel eignen sich zwar prinzipiell auch für Kommunikationsnetze und sind sogar vergleichsweise günstig. Sie weisen allerdings mehrere, gravierende, physikalisch bedingte Nachteile auf. Metallische Leiter sind anfällig für elektromagnetische Störquellen und verursachen Dämpfungen in der Signalqualität mit steigender Kabellänge. Das heißt: Mit jedem Leitungsmeter sinkt die Signalqualität und damit die mögliche Datenübertragungsrate. Nicht so bei Glasfaser. Zwar müssen bei längeren Strecken, zum Beispiel bei Unterseekabeln, die Signale hin und wieder verstärkt werden. Ansonsten sind optische Netze ideale Transportmedien für Daten. Unvorstellbare Übertragungsraten sind technisch erzielbar. Im März 2011 wurde vom chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE ein neuer Rekord erzielt mit gigantischen 10 Terabit je Sekunde. In der Praxis verspricht Glasfaser Internet für uns Verbraucher, in den nächsten Jahren Internetflatrates mit 50, 100 oder gar 200 MBit je Sekunde. Der Weg ins Gigabitzeitalter scheint zumindest aus technischer Sicht auch nicht mehr fern. Denn erste Tests in einem Familienhaushalt konnte die Telekom bereits vor Monaten erfolgreich absolvieren.

Der Unterschied zu VDSL

Um den kleinen aber feinen Unterschied von „reinem“ Glasfaser-Internet zu VDSL zu verstehen, muss man sich kurz vor Augen halten, wie VDSL und DSL funktionieren. Für schnelles Internet wurde zur Jahrtausendwende zunächst die DSL-Technik in Deutschland populär. Diese nutzt das bestehende Telefon-Festnetz als Leitungsmedium. Statt wenige Kbit/s mit damals üblichen ISDN- oder DFÜ-Anschlüssen, konnten plötzlich mehrere 1000 Kbit/s übertragen werden. VDSL, welches seit 2006 angeboten wird, nutzt etliche, technische Verbesserungen, um noch höhere Datenraten zu erreichen. Ein weiterer Unterschied zu DSL: Bei VDSL werden Glasfaser- und Kupferkabel (Hybridnetz) zum Datentransport eingesetzt. Aus Kostengründen leider oft nur bis zu einem Verteilerkasten. Von da ab, wird der Datentransfer über die letzten Kilometer oder Meter zum Kunden per Kupferkabel überbrückt. Dass das suboptimal ist, wird im vorherigen Absatz bereits erläutert. Beim „reinen“ Glasfaserinternet müssten also alle Leitungen bis zum Modem des Kunden fiberoptisch sein. Das ist bislang eher die Ausnahme, wird aber in ersten Regionen schon ausgebaut. Siehe dazu den Abschnitt Anbieter und Verfügbarkeit. Es gibt einige Abstufungen beim Glasfaserausbau, wie Sie im folgenden Absatz erfahren können.


Ausbauarten - von FTTC bis FTTH

Glasfaserbündel
Je nachdem, wie weit die Glasfaserkabel bis zum Kunden reichen, spricht man von verschiedenen Ausbaustufen. Abgekürzt mit FTTx – Fiber to the - also Glasfaser bis zu …

Bei VDSL findet man heute meist noch FTTC vor. Die Fiber-Kabel werden bis „zum Bordstein“ verlegt. Gemeint sind die Verteilerkästen, die auch die Signalumsetzung (optisch zu elektrisch) übernehmen. Von dort bis zur Wohnung des Kunden kommt die VDSL-Technik zum Einsatz.

Bei FTTB geht man einen Schritt weiter und verlegt die Glasfaser bis zum Haus (OPAL). In alten Gebäuden wäre es sehr aufwändig, neue Leitungen zu verlegen. Daher findet hier die optische Wandlung beispielsweise im Keller statt. Die Telefonleitungen bis hoch in die Wohnung dienen als Übertragung für die letzten Meter. Für diesen kurzen Weg wird ebenfalls VDSL eingesetzt.


Ausbauvarianten im Vergleich

Ideal ist FTTH - also Glasfaser direkt bis zur Wohnung des Kunden. Auf den Transport über Kupferleitungen kann hier vollkommen verzichtet werden. Genau genommen, ist dann „VDSL“ aus dem Spiel. Man spricht dann präziser Weise von „Glasfaser-", „Fiber-“ oder „FTTH-Internet“.


Verfügbarkeit und Ausbau

Der Breitbandausbau ausschließlich auf Glasfaserbasis ist sehr teuer. Pro Kilometer fallen mindestens 30 bis 50 Tsd. Euro an. Die Kupferleitungen für DSL oder VDSL sind dagegen allgemein schon vorhanden. Kein Wunder also, das Mischformen, wie FTTC oder FTTB noch dominieren. Aber: Es finden sich einzelne Unternehmen, die den Ausbau vorantreiben. Bundesweit federführend ist seit 2010/2011 die Deutsche Telekom. Noch bis 2012 plant das Unternehmen, 10 Städte mit Glasfaserinternet per FTTH auszubauen. Später sollen weitere erschlossen werden. Die Kabelprovider, wie Kabel Deutschland, setzen übrigens auch im wachsenden Maße auf Fiber-Leitungen in Kombination mit Koaxialkabel. Zudem gibt es noch einige, lokal agierende Provider, wie z. B. „netcologne“ in Köln und Bonn, die FTTH ausbauen.

Interessenten finden hier weitere Details zur Glasfaser Verfügbarkeit samt Karte. Die Karte zeigt die wichtigsten Regionen und Städte in Deutschland, wo das Glasfasernetz aufgebaut wird bzw. schon teils verfügbar ist.

Vorteile und Anwendungen

Mit „Lichtgeschwindigkeit“ ins Internet. Mit der Metapher werben die Anbieter für Glasfaser-Internetzugänge gerne. Tatsächlich entfalten die Anschlüsse eine brachiale Leistung. Zwischen 100 und 200 MBit/s Downloadrate und 50 bis 100 MBit Uploadspeed stehen bei Verfügbarkeit bereit. Damit laden Dateien und Filme bis zu 13x so schnell, wie mit dem besten DSL-Anschluss. Das Senden von Bildern beispielsweise beschleunigt sich sogar bis zum Faktor 100. Prädestiniert sind die Fiber-Tarife für extrem anspruchsvolle Applikationen. Also etwa Fernsehen via Internet (IPTV) im hochauflösenden HDTV und/oder in 3D. Aber auch glasklare HD-Telefonie, Videokonferenzen und Onlinegaming sind in einer neuen Qualitäts-Dimensionen möglich. Theoretisch gleichzeitig von mehreren Personen im Haushalt. Das schafft teils noch nicht einmal VDSL.


Anbieter für Glasfaser Flatrates

Internet Service Provider für Glasfaser-Internet
Die Zahl der VDSL-Anbieter kann sich mittlerweile sehen lassen. Telekom, Vodafone, 1und1 und Alice bieten überregional superschnelles Internet über diese Technik. Bei reinem Glasfaser-Internet, also  mindestens FTTB bzw. FTTH, sieht es noch eher schlecht aus. Hier führen zurzeit kleinere, regionale Provider, wie Netcologne oder „Ewe“.


Telekom: Call & Surf Fiber:

Die Deutsche Telekom plant, bis 2012 Glasfaser-Internet in 10 Städten auszubauen. Vorbestellungen können schon aufgegeben werden. Hausbesitzer sollten bis zum 15.07.11 einen Antrag stellen, damit der Ausbau kostenlos erfolgt. Danach erhebt die Telekom Gebühren.

Alle geplanten Fiber-Tarife  stehen übrigens schon fest. „Call & Surf Comfort Fiber“ heißt die Doppelflat für Internet und Telefon. Das Angebot inklusive TV-Anschluss per IPTV trägt die Bezeichnung „Entertain Comfort Fiber“.


Hardware

Wie auch bei VDSL, ist für Glasfaserinternet spezielle Hardware nötig. Insbesondere dann, wenn die optische Wandlung direkt beim End-Teilnehmer erfolgt (FTTL). Noch sind uns keine Endkundengeräte bzw. Router derart auf dem deutschen Markt bekannt. Die Telekom will zum Vertriebsstart 2012 jedenfalls einen speziellen Fiber-Router anbieten – den „Speedport Fiber“.


Blick in die Zukunft

Geht es nach der Deutschen Telekom, hat der Zug in Richtung „Gigabitgesellschaft“ bereits volle Fahrt aufgenommen. Der Begriff deutet schon an, dass mittelfristig die Breitbandnetze noch deutlich schneller werden sollen. Angepeilt werden Leistungen im Gigabitbereich. Ein Gigabit je Sekunde sind rund 1000 MBit/s. Das ist fast 63 mal so schnell, wie der beste DSL-Zugang. Unrealistisch und unnötig meinen Sie? Mitnichten! Tests wurden bereits erfolgreich absolviert. Sogar mit mobilem Internet sollen derartige Werte bald nutzbar sein. Mit „LTE-Advanced“, einem verbesserten LTE-Standard, konnte die Gigabitmarke bereits in Versuchen geknackt werden. Früher oder später werden Gigabit-Anschlüsse gewiss zu unserem Alltag gehören, wie heute eben DSL. Denn die Entwicklung neuartiger Applikationen geht stetig voran. Die Datenvolumen steigen kontinuierlich. Auch im Home-Entertainmentbereich. Da der Netzausbau mehrere Jahre bis Jahrzehnte dauert, ist es heute schon nötig, den Grundstein dafür zu legen.




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