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IPTV - Fernsehen 2.0

Einführung zum Thema Internetfernsehen (IPTV)


Fernsehen in einer neuen Dimension mit IPTV | Bild: Telekom Presse

IPTV, das "Fernsehen aus dem Netz", verspricht Fernseherlebnisse in einer neuen Dimension. Am ehesten ist IPTV mit Kabel-TV vergleichbar. Mit dem Unterschied, dass IPTV einige Vorteile aufweist, die klassische Übertragungswege, wie SAT, Kabel oder DVB-T nicht bieten. Doch dazu später mehr.

Beim „IP Fernsehen“ handelt sich um ein noch relativ neues Konzept der Fernsehübertragung. In Deutschland gibt es IPTV erst seit dem Jahr 2006. IPTV könnte auf längere Sicht gesehen, traditionellen TV-Übertragungswegen erheblich Konkurrenz machen. Anfang 2012 nutzten hierzulande schon rund 1,7 Millionen Verbraucher IPTV als Empfangsweg.


Was verbirgt sich hinter IPTV, was benötigt man u. welche Möglichkeiten gibt es?

Die Abkürzung IPTV steht für "Internet Protocol Television" und beschreibt die Verbreitung von digitalen Fernsehprogrammen mit Hilfe von Internettechnologien. Dafür wird das so genannte Internet Protokoll, daher "IP", verwendet. Voraussetzung für die Nutzung, ist ein möglichst schneller Breitband-Anschluss per DSL oder VDSL.

IPTV Receiver der Telekom - MR303

IPTV-Receiver von der Dt. Telekom

Um das TV-Signal über den Fernseher zu empfangen, wird zudem eine Set-Top-Box benötigt, ähnlich dem Receiver bei einer Satelliten-TV-Anlage oder Kabel-TV. Die Datenübertragung wird über ein geschlossenes IP-Netzwerk realisiert. Deshalb spricht man auch von "secure IPTV". Dies ist nötig, um einen möglichst unterbrechungsfreien Datenstrom zu gewährleisten und den Empfang anbieterseitig auf die zahlenden Abonnenten zu begrenzen. Über das "offene" Internet wären ständige Bildaussetzer bereits vorprogrammiert und die IPTV-Anbieter hätten es schwer die Nutzung abzurechnen. Hier findet sich eine weitere Parallele von IPTV zum Kabel-TV. Denn für IPTV benötigen Sie einen speziellen IPTV-Anbieter (siehe unten), der den Service zur Verfügung stellt.


Vorteile von IPTV:

Die Vorteile von IPTV sind mannigfaltig: IPTV bietet, im Gegensatz zu den anderen Übertragungswegen, einen Rückkanal. Genutzt werden kann dies z.B. für individuelle Shoppingangebote, Quizsendungen zum Mitmachen oder Live Abstimmungen. Interaktivität heißt das Stichwort. Denn mit dem Rückkanal kann jeder Zuschauer aktiv Informationen zum Sender oder IPTV-Anbieter senden. Also nicht nur wie früher lediglich empfangen. Ebenso ist es möglich, Zusatzinformationen zu einzelnen Sendungen mit anzubieten.

Die Deutsche Telekom etwa bietet mit „Entertain“ einige solcher neuen Funktionen. Als Beispiel sei das Bundesligapaket „Liga total!“ genannt, wo Zuschauer sich das Spielprogramm z.B. selbst zusammenstellen können in einer eigenen, ganz persönlichen Schaltung. zudem gibt es Torszenen auf Abruf, Statistiken und vielen mehr. Unzählige weitere Funktionen sind denkbar und wahrscheinlich bereits in der Entwicklung der Technik-Labore von Telekom & Co.


BITKOM Untersuchung: Möglichkeiten von IPTV
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Zeitversetzten Fernsehens (Timeshift-TV) und Video-on-Demand sind heute bereits gerne genutzte Funktionen von IPTV. Bei Letzterem handelt es sich um eine Art "virtuelle Videothek". Sie bestimmen am Fernseher mit ihrer Fernbedienung, welcher Film (oder Serie, Dokus...) geschaut wird. Abgerechnet wird in der Regel pro Film. Teilweise sind auch Pakete buchbar, die eine beliebige Anzahl zu einem Festpreis bieten.

Mit IPTV lassen sich nunmehr auch hochauflösende Fernsehinhalte (HDTV) übertragen, was für Fans von gestochen scharfen Bildern ein ausschlaggebender Faktor sein könnte. Empfohlen wird ein schneller VDSL-Anschluss. Zumindest bei der Deutschen Telekom, auch wenn seit Anfang 2012 prinzipiell ein DSL16-Anschluss ausreichend ist. Bei Vodafone begnügt man sich mit einer "ab 10-12 MBit"-Empfehlung. Dann aber ist HD allerdings auch maximal mit einem einzigen TV-Gerät im Haushalt nutzbar. Sollen mehrere TV-Geräte im Haushalt mit IPTV in HD versorgt werden, ist VDSL praktisch Pflicht. Dann gilt: Desto schneller, desto besser.



Übersicht der Vorzüge:

  • interaktives Fernsehen
  • zeitversetztes Fernsehen (Timeshift)
  • recht günstig im Vergleich zu Kabel (Aufpreis 10 - 15 €)
  • Video on Demand (TV auf Abruf)
  • hochauflösendes Fernsehen (HDTV)
  • zahlreiche weitere, z. Z. noch unbekannte, Möglichkeiten sind vorstellbar und realisierbar


Nachteile von IPTV

Die neuen Möglichkeiten bringen für die Nutzer aber auch ein paar Nachteile mit sich. Diese spielen zwar heute praktisch noch keine Rolle, sollten aber von Politik und Anbietern in Zukunft beachtet werden. Es existieren Befürchtungen, der Rückkanal könnte in Zukunft missbraucht werden. Denn damit könnten die Nutzeraktionen verfolgt und zu Marketingzwecken ausgewertet werden. An dieser Stelle sollte der Gesetzgeber für ausreichend Schutz der Verbraucher sorgen. Zudem ist IPTV leider noch längst nicht überall verfügbar. Denn, wir erinnern und, ist die Grundlage ein schneller VDSL oder DSL-Anschluss. Noch klaffen jedoch erhebliche Ausbaulücken mit den geforderten Datenbandbreiten in Deutschland.

Fazit:

Den wenigen Nachteilen steht jedoch ein bedeutend hoher Mehrwert im Vergleich zu althergebrachten TV-Lösungen gegenüber.


IPTV Verfügbarkeit

IPTV Verfügbarkeit steigt, ist aber noch zu gering
Grundvoraussetzung zur Nutzung von IPTV ist eine schnelle DSL-Verbindung. Es sollte nach Möglichkeit DSL16000 oder besser VDSL verfügbar sein.

Da sowohl die Deutsche Telekom als auch alle anderen Anbieter von IPTV fieberhaft am Ausbau arbeiten, ist die Chance sogar recht hoch. Zu beachten ist, dass der DSL-Anschluss vom selben Anbieter kommen muss, wie IPTV selbst.


Die Kosten für Fernsehen per IPTV

Wie angedeutet, fallen für die Nutzung von IPTV, wie auch bei Kabel-TV, Gebühren an. Die Kosten variieren von Anbieter zu Anbieter. Was viele nicht wissen: Mit IPTV lässt sich auch sparen! Denn wenn man den Internetanschluss und Telefonflatrate bzw. Telefonanschluss etc. heraus rechnet, so ist IPTV meist deutlich günstiger als Kabelfernsehen. Das IPTV-Basisangebot von Vodafone kostet z.B. 10 € monatlich. Die Gebühr für einen digitalen Kabel-TV-Anschluss beträgt um die 15 - 20 € monatlich. Neben den Kosten für die reine Nutzung, fallen unter Umständen noch Kosten für die Set-Top-Boxe(n) und/oder Installationskosten an. Es sei denn, Sie wollen die entsprechende Einrichtung der Geräte bei sich selbst vornehmen.


IPTV-Anbieter und Angebote

Derzeit gibt es drei IPTV-Angebote. Zum einen von der Deutschen Telekom (Entertain) und von Vodafone. Alice (später bei O2), stellte sein TV-Paket leider mangels Kundeninteresse im März 2012 ein. Dazu sei jedoch erwähnt, dass in der 5jährigen Geschichte von Alice-IPTV kaum Innovationen hinzu kamen und die Attraktivität im Vergleich zur Konkurrenz daher eher gering war. Die bestehenden IPTV-Angebote unterscheiden sich im Umfang und Preis dennoch recht deutlich. Ein Vergleich ist daher dringend zu empfehlen. » IPTV Tarife und IPTV Provider


Ausblick:

Jede neue Technik muss sich erst etablieren, so auch IPTV. Die Technik ist nach mehreren Jahren Praxis in Deutschland bereits auf einem guten Weg und bietet aber zahlreiche Optionen für zukünftige weitere Entwicklungen. Über den Erfolg entscheiden letztendlich die Kunden. Diese verlangen überzeugende Angebote zu vernünftigen Preisen. Wenn die Anbieter dem nachkommen, ist langfristig auf dem IPTV-Markt ein Wachstum zu erwarten. So könnte sich das IPTV vom jetzigen Nischenprodukt zum weit verbreiteten Konkurrenzangebot zu Kabel- und Satellitenfernsehen entwickeln.



Weiterführendes:

» IPTV - alle wichtigen Informationen, Provider, Tarife

» DSL Verfügbarkeit prüfen


Für Schweizer Besucher:

Auch in der Schweiz existieren entsprechende IPTV-Angebote. Der hiesige größte Telekommunikationsprovider Bluewin (Bluewin TV) bietet ebenfalls ausgefeilte IPTV-Pakete mit: » IPTV - Anbieter und Tarife in der Schweiz


Fragen und Antworten zum Thema VDSL, DSL und Breitbandinternet

Bilder: Telekom Presse (bis auf Übersicht Möglichkeiten IPTV)

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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