IPTV - Fernsehen 2.0

Einführung zum Thema Internetfernsehen (IPTV)


Fernsehen in einer neuen Dimension mit IPTV | Bild: Telekom Presse

IPTV, das "Fernsehen aus dem Netz", verspricht Fernseherlebnisse in einer neuen Dimension. Am ehesten ist IPTV mit Kabel-TV vergleichbar. Mit dem Unterschied, dass IPTV einige Vorteile aufweist, die klassische Übertragungswege, wie SAT, Kabel oder DVB-T nicht bieten. Doch dazu später mehr.

Beim „IP Fernsehen“ handelt sich um ein noch relativ neues Konzept der Fernsehübertragung. In Deutschland gibt es IPTV erst seit dem Jahr 2006. Das internetbasierte TV könnte auf längere Sicht gesehen, traditionellen TV-Übertragungswegen erheblich Konkurrenz machen. Mitte 2015 nutzten hierzulande schon gut 3 Millionen Verbraucher IPTV als Empfangsweg.


Was verbirgt sich hinter IPTV, was benötigt man u. welche Möglichkeiten gibt es?

Die Abkürzung IPTV steht für "Internet Protocol Television" und beschreibt die Verbreitung von digitalen Fernsehprogrammen mit Hilfe von Internettechnologien. Dafür wird das gängige Internet Protokoll, daher "IP", verwendet. Voraussetzung für die Nutzung, ist ein möglichst schneller Breitband-Anschluss per DSL oder VDSL.

IPTV Receiver der Telekom - MR303

IPTV-Receiver von der Dt. Telekom

Um das TV-Signal über den Fernseher zu empfangen, wird zudem eine Set-Top-Box benötigt, ähnlich dem Receiver bei einer Satelliten-TV-Anlage oder bei Kabel-TV. Ein elementarer Unterschied zu webbasierten TV-Diensten, wie Zattoo ist, dass die Datenübertragung wird über ein geschlossenes IP-Netzwerk realisiert wird. Deshalb spricht man auch von "secure IPTV". Dies ist nötig, um einen möglichst unterbrechungsfreien Datenstrom zu gewährleisten und den Empfang anbieterseitig auf die zahlenden Abonnenten begrenzen zu können. Über das "offene" Internet wären ständige Bildaussetzer bereits vorprogrammiert und die IPTV-Anbieter hätten es schwer die Nutzung abzurechnen. Hier findet sich eine weitere Parallele zum Kabel-TV. Denn für IPTV benötigen Sie einen speziellen IPTV-Anbieter (siehe unten), der den Service zur Verfügung stellt.


Vorteile von IPTV:

Die Vorteile sind mannigfaltig: IPTV bietet, im Gegensatz zu den anderen Übertragungswegen, einen Rückkanal. Genutzt werden kann dies z.B. für individuelle Shoppingangebote, Quizsendungen zum Mitmachen oder Live Abstimmungen. Interaktivität heißt das Stichwort. Denn mit dem Rückkanal kann jeder Zuschauer aktiv Informationen zum Sender bzw. IPTV-Anbieter senden. Also nicht nur, wie früher, lediglich empfangen. Ebenso ist es möglich, Zusatzinformationen zu einzelnen Sendungen mit anzubieten, ähnlich wie bei HbbTV. Bisher halten sich die interaktiven Features allerdings noch in Grenzen. Immerhin: Die Deutsche Telekom bietet bei „Entertain“ schon einige solcher Dienste. Prinzipiell sind unzählige weitere Funktionen denkbar und wahrscheinlich bereits in den Technik-Laboren in der Entwicklung.


BITKOM Untersuchung: Möglichkeiten von IPTV
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Zeitversetzten Fernsehens (Timeshift-TV) und Video-on-Demand sind heute bereits gerne genutzte Funktionen von IPTV. Bei Letzterem handelt es sich um eine Art "virtuelle Videothek". Sie bestimmen am Fernseher mit ihrer Fernbedienung, welcher Film (oder Serie, Dokus...) geschaut wird. Abgerechnet wird in der Regel pro Film. Teilweise sind auch Pakete buchbar, die eine beliebige Anzahl zu einem Festpreis bieten.

Mit IPTV lassen sich nunmehr auch hochauflösende Fernsehinhalte (HDTV) übertragen, was für Fans von gestochen scharfen Bildern ein ausschlaggebender Faktor sein könnte. Empfohlen wird seitens der Telekom ein schneller VDSL-Anschluss, wobei prinzipiell auch ein DSL16-Anschluss ausreichend ist. Bei Vodafone begnügt man sich mit einer "ab 12 MBit"-Empfehlung. 1und1 hingegen verlangt einen flotten VDSL-Zugang. Dann aber ist HD allerdings auch maximal mit einem einzigen TV-Gerät im Haushalt nutzbar. Sollen mehrere TV-Geräte im Haushalt mit IPTV in HD versorgt werden, ist VDSL praktisch Pflicht. Dann gilt: Desto schneller, desto besser.


Übersicht der Vorzüge:

  • teils schon interaktives Fernsehen
  • zeitversetztes Fernsehen (Timeshift)
  • recht günstig im Vergleich zu Kabel (Aufpreis 5 - 15 €)
  • Video on Demand (TV auf Abruf)
  • hochauflösendes Fernsehen mit dutzenden HDTV-Sendern
  • zahlreiche weitere, z. Z. noch unbekannte, Möglichkeiten sind vorstellbar und realisierbar


Nachteile von IPTV

Die neuen Möglichkeiten bringen für die Nutzer aber auch ein paar Nachteile mit sich. Diese spielen zwar heute praktisch noch keine Rolle, sollten aber von Politik und Anbietern in Zukunft beachtet werden. Es existieren Befürchtungen, der Rückkanal könnte in Zukunft missbraucht werden. Denn damit könnten theoretisch die Nutzeraktionen verfolgt und zu Marketingzwecken ausgewertet werden. An dieser Stelle sollte der Gesetzgeber für ausreichend Schutz der Verbraucher sorgen. Zudem ist IPTV leider noch längst nicht überall verfügbar. Noch klaffen jedoch erhebliche Ausbaulücken mit den geforderten Datenbandbreiten in Deutschland. Siehe folgender Abschnitt.


IPTV Verfügbarkeit

IPTV Verfügbarkeit steigt, ist aber noch zu gering
Grundvoraussetzung zur Nutzung von IPTV ist, wie schon erwähnt, eine schnelle DSL-Verbindung. Es sollte nach Möglichkeit DSL16000 oder besser VDSL verfügbar sein.
Da sowohl die Deutsche Telekom, als auch Vodafone fieberhaft am Breitbandausbau arbeiten, stehen die Chancen sogar recht hoch. Zu beachten ist, dass der DSL-Anschluss vom selben Anbieter kommen muss, wie IPTV selbst.


Die Kosten für IP-Fernsehen

Wie angedeutet, fallen für die Nutzung von IPTV, wie auch bei Kabel-TV, Gebühren an. Die Kosten variieren von Anbieter zu Anbieter. Was viele nicht wissen: Mit IPTV lässt sich auch sparen! Denn wenn man den Internetanschluss und Telefonflatrate bzw. Telefonanschluss heraus rechnet, so kommt man meist deutlich günstiger im Vergleich zu Kabelfernsehen. Bei Vodafone gibt es Komplettpakete aus Internet, IPTV und Telefon bereits ab ca. 25 € monatlich. Bei 1&1 kostet das TV-Angebot umgerechnet gerade mal 5 € monatlich mehr, im Vergleich zur normalen Doppelflat ohne TV. Die Gebühr für einen digitalen Kabel-TV-Anschluss beträgt dagegen um die 15 - 20 € monatlich. Neben den Kosten für die reine Nutzung, fallen unter Umständen noch Kosten für die Set-Top-Boxe(n) und/oder Installationskosten an. Es sei denn, Sie wollen die entsprechende Einrichtung der Geräte bei sich selbst vornehmen.


IPTV-Anbieter und Angebote

Derzeit gibt es drei IPTV-Angebote. Zum einen von der Deutschen Telekom (Entertain), 1und1 (1und1 TV) und von Vodafone . 1&1 Digital TV wird übrigens technisch gesehen von der Telekom gestellt und entspricht daher nahezu 1:1 dem Entertain-Paket. Die bestehenden IPTV-Angebote unterscheiden sich im Umfang und Preis dennoch recht deutlich. Ein Vergleich ist daher dringend zu empfehlen. Dabei hilft die Seite iptv-anbieter.info, wo man alle wichtigen Eckdaten findet.


Vodafone TV im Einsatz: Viele HD-Sender und problemloser Zugriff auf die Onlinevideothek


Ausblick:

Jede neue Technik muss sich erst etablieren, so auch IPTV. Die Technik ist nach mehreren Jahren Praxis in Deutschland bereits auf einem guten Weg und bietet aber zahlreiche Optionen für zukünftige weitere Entwicklungen. Über den Erfolg entscheiden letztendlich die Kunden. Diese verlangen überzeugende Angebote zu vernünftigen Preisen. Wenn die Anbieter dem nachkommen, ist langfristig auf dem IPTV-Markt ein Wachstum zu erwarten. So könnte sich die Empfangstechnik bald schon vom jetzigen Nischenprodukt, zum weit verbreiteten Konkurrenzangebot von Kabel- und Satellitenfernsehen entwickeln.


Weiterführendes:

» IPTV - alle wichtigen Informationen, Provider, Tarife

» DSL Verfügbarkeit prüfen


Bilder: Telekom Presse (bis auf Übersicht der Möglichkeiten von IPTV & Vodafone TV)

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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