Anwendungen für VDSL

Wozu solch schnelle Internetzugänge?


VDSL Anwendungen
VDSL-Anschlüsse sind in der Lage, Datenübertragungsraten von bis zu 100 MBit/s zu erreichen. Derart hohe Geschwindigkeiten sind natürlich nur bei Anwendungen sinnvoll nutzbar, die auch entsprechend hohe Datenbandbreiten benötigen. Denn zum flüssigen Surfen im Internet, reicht ein gängiger DSL-Anschluss mit 6 - 16 MBit/s meist völlig aus. Doch es gibt bereits zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die mehr Power verlangen, wie wir Ihnen in den kommenden Abschnitten zeigen werden.

Anwendungen: Hier lohnt VDSL!

Die Paradedisziplin für VDSL ist alles, was mit der Übertragung großer Datenmengen zu tun hat. Also das Senden und Empfangen von Bildern und Musik etwa. Doch noch weit höhere Anforderungen stellen Video- und TV-Übertragung per Internet. Also zum Beispiel Video-on-Demand, Digital TV per IPTV, WebTV bzw. Streamingdienste (Mediatheken), Onlinevideotheken und Videokonferenzen. Mit einem VDSL-Anschluss eröffnen sich Ihnen alle Möglichkeiten, die das mediale Netz heute bietet und in naher Zukunft bieten wird!


IPTV - das Fernsehen von Morgen ist bereits auf dem Vormarsch. Schon deutlich über 2 Millionen Haushalte beziehen ihr Fernsehprogramm per Internet. Durch die Nutzung der Breitband-Leitung für die TV-Übertragung, steht erstmals ein Rückkanal zur Verfügung. Dieser ist das Tor für völlig neuartige TV-Unterhaltungsmöglichkeiten. Ein interaktives Mitraten bei "Wer wird Millionär" am Fernseher, ist also in Zukunft denkbar. Bereits seit einigen Jahren bietet die Telekom mit den „Entertain“-Angeboten zahlreiche neue Features, die bislang nicht möglich waren. Mehr dazu hier. Der größte Mehrwert dürfte in der Qualitätssteigerung liegen. Neben normaler Fernsehauflösung, bietet das Gespann aus IPTV und schnellem VDSL, auch hochauflösendes HDTV und 3D-TV.



Nachteile gegenüber Kabel oder Satellit gibt es praktisch nicht, im Gegenteil. Mittlerweile lassen sich auf diese Weise die meisten Free-TV Sender in HD empfangen. Wie zum Beispiel ARD, ZDF oder RTL. Zudem noch dutzende Pay-TV-Kanäle in HDTV sowie Sky. Das Senderangebot per IPTV ist also extrem vielseitig. Zwar bieten Vodafone und die Telekom HD mittlerweile auch ohne VDSL an, jedoch sind dann Einschränkungen hinzunehmen. So lässt sich per DSL leider maximal ein TV-Gerät betreiben. Wer gleichzeitig mehrere Geräte nutzen oder parallel mehr als eine Sendungen aufzeichnen möchte, muss die schnellere VDSL-Variante wählen.


Onlinevideothken flexibilisieren die Fernsehgewohnheiten von immer mehr Deutschen. Die Dienste ersetzen den mühsamen Hin- und Rückweg zur Videothek. Einfach einen Film mit der Fernbedienung aussuchen und los geht es! Dank der Power von VDSL ohne zwischenpuffern, ruckeln und hochauflösend in bester Qualität. Viele Onlinevideotheken bieten fast schon dieselbe Auswahl wie gut sortierte Laden-Videotheken. Das Angebot der Telekom (Videoload) zählt mehr als 20.000 Titel, was selbst anspruchsvollen Filmkennern genügen sollte. Gut etabliert hat sich zudem maxdome. Der Anbieter lockt mit der bisher größten Auswahl-Vielfalt von gut 50.000 Titeln und ist führend am deutschen Markt. Video-on-Demand hingegen steht als Oberbegriff für so ziemlich jedes Videoformat auf Abruf. Daher kann man auch die Mediatheken der TV-Sender hier einordnen. Letztere schaffen ebenfalls mehr Flexibilität und lassen uns interessante Sendungen auch jenseits der regulären Sendezeiten sehen. Via VDSL wiederum ohne Unterbrechung in 1A-Qualität.

TV-Sendungen auch im Nachhinein sehen - Mediatheken erhöhen Freiheit fer TV-Konsumenten | Bild: Screenshot zdf Mediathek


Cloud: Sogenannte Cloud-Dienste erfreuen sich seit ca. 2011 auch bei Privatpersonen wachsender Beliebtheit. Sowohl in Verbindung mit mobilen Endgeräten (Smartphones / Tablets), als auch auf stationären Computern. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Besonders der Aspekt einer dezentralen Nutzung von Bildern und Musik sowie als Backupmedium, stehen dabei im Fokus. Allen voran die Deutsche Telekom wirbt massiv für den hauseigenen Cloud-Dienst. Daneben gibt es jedoch noch etliche weitere Anbieter. Da zur Nutzung oft riesige Datenmengen gesendet bzw. wieder geladen werden müssen, erleichtern auch hier flotte VDSL-Anschlüsse die Nutzung ungemein. Schließlich stellen diese sowohl die nötige Download-, als auch Uploadrate von 5-40 MBit zur Verfügung.

Cloud


Ob Videotelefonie schon ein Trend ist, vermögen wir nicht zu entscheiden. Fest steht jedoch, dass Skype & Co. seit Jahren schon die Möglichkeit bieten, sich nicht nur per Sprache auszutauschen, sondern auch via Live-Bild. Laut einer Bitkomstudie aus dem Jahr 2013, greift schon jeder Dritte zu Videotelefonie-Diensten. Mit wachsender Leistungsfähigkeit stationärer und mobiler Internetzugänge, dürfte die Nutzung in Zukunft weiter zulegen. Denn leider wird dieser Genuss schnell getrübt, wenn man das Gegenüber nur in schlechter Bild- und Tonqualität sieht. Abhilfe versprechen performante Breitbandzugänge, wie LTE (mobil) bzw. VDSL (stationär). Dann sind Mehrpersonen-Konferenzen sogar in HD (Audio und Video) kein Problem.

Eine weitere Anwendung für VDSL sind Onlinevideorekorder oder Videopodcasts. Diese liefern TV-Aufzeichnungen der letzten Tage zum Download. Mittels iTunes beispielsweise, können Sie die "Tagesschau", "Mybritt Illner" und viele andere ausgestrahlte Sendungen als Videopodcast herunterladen und später ansehen. Und das in sehr anständiger Qualität. Sie als Nutzer entscheiden dann, auf welchem End-Medium und zu welcher Uhrzeit geschaut wird. Etwa im Zug via Tablet oder abends am TV über einen USB-Stick, der die Datei enthält. Der Service Save.TV ist ein Beispiel für einen sogenannten Onlinevideorekorder.

TV-Rekorder: Einfach Sendungen aufzeichnen und später auf beliebigen Endgeräten sehen | Screenshot save.tv Homepage


Sie legen im Browser die Aufnahme einer oder mehrerer Sendungen fest. Save.TV zeichnet diese für Sie auf und entfernt auf Wunsch sogar vollautomatisch die störende Werbung! Das funktionierte in unseren Tests erstaunlich genau. Manchmal merkt man garnicht, dass eigentlich geschnitten wurde. Die Aufzeichnung stehen nach der Sendung zum Download bereit. Je nach Paket bis zu H.264 HQ bei einer Auflösung 720x576 Bildpunkten. HD ist leider noch nicht im Angebot, wird aber sicher bald folgen. Dennoch erreichen die Dateien schnell Größen von über 1 Gigabyte. Der Download über einen VDSL-Anschluss spart viel Zeit.

Alles parallel dank hoher VDSL-Bandbreite

Auch schnelle Internetzugänge stoßen schon mal an Grenzen, wenn zu viele Teilnehmer im Haushalt gleichzeitig telefonieren, surfen und downloaden. Denn jeder möchte etwas anderes machen! Was für einzelne noch reicht, kann bei Familien schnell zu Engpässen führen. Mehr Bandbreite bedeutet mehr Reserven für Leistungsspitzen.

Die Vergangenheit zeigte zudem, dass Geschwindigkeiten von DSL-Anschlüssen früher oder später auch genutzt bzw. ausgereizt werden, wenn Sie vorhanden sind. Warum statt "nur" telefonieren via Skype, nicht auch einmal eine Webcam zuschalten und Videotelefonie erproben? Nutzen Ihre Kinder ständig Youtube? Spielen Sie gerne online im Team - mit Headset und Sprachübertragung? Sehen Sie gerne hin und wieder am PC Fernsehen? Die Anwendungsmöglichkeiten sind riesig und wachsen jeden Tag - die benötigte Bandbreite auch! Speziell zur Frage „Für wen ist VDSL geeignet?“, haben wir eine Übersicht mit typischen Nutzerprofilen erstellt. In einem finden bestimmt auch Sie sich wieder!

VDSL für Unternehmen: Datensicherung, VPN, Onlinebackups ...

Denkbar ist auch die Datenspeicherung bzw. Backups im Internet. Aufgrund der teils riesigen Datenbanken und Datenbestände in Unternehmen, war dies bisher mit DSL kaum realistisch. Selbst speziell hierzu geeignete SDSL-Anschlüsse für Geschäftskunden, stoßen schnell an Grenzen. Durch die hohen Upload-Datenraten ist auch eine Vernetzung von Filialen und Standorten via VPN möglich. Hier mehr Informationen zum Thema VDSL für Geschäftskunden.


Zusammenfassung der Vorteile und Anwendungen

  • superschnelles Internet für hohe Ansprüche u./o.  viele Haushaltsteilnehmer,
  • blitzschnelles Laden und Senden von großen Datenmengen (Bilder, Filme, Projektdatein),
  • ideal für Video per Internet (VoD, IPTV, Onlinerekorder, Videotelefonie, Mediatheken, HDTV),
  • unterbrechungs- und ruckelfreies Streaming von Musik und Filmen,
  • optimales Cloud-Computing,
  • leistungsfähige Zugänge für Firmen,
  • zukunftssicher für neue, anspruchsvolle Applikationen,
  • Hightech-Standort Deutschland - Medizinische Diagnostik, Forschung, ...

Zukunftsperspektiven und Szenarien für VDSL-Anwendungen

Welche Technologien, Produkte und Dienstleistungen mit dreistelligen Megabitverbindungen in den nächsten Jahren auf uns Nutzer warten, lässt sich nur schwer erahnen. In der Regel tauchen entsprechende Applikationen erst auf, wenn die Technik für eine hinreichend große Nutzerschaft bereit steht. Letzteres wird in Deutschland noch etwas dauern. Aber wer hätte vor 10 Jahren gedacht, als ein DSL-Anschluss samt Flatrate mit nicht mal 1 MBit/s schon Luxus war, dass wir in naher Zukunft hochauflösende Videodaten übers Netz übertragen können? Und zwar schneller, als damals ein CD-Rom-Laufwerk Daten kopierte. Die meisten Leser waren mit Sicherheit zu diesem Zeitpunkt noch mit einem ISDN- oder DFÜ-Modem unterwegs.

Doch insbesondere auf dem TV-Markt tut sich einiges! Nachdem High-Definition (HD) nach Jahren endlich die breite Masse erreicht hat und die Grenzen moderner Flachbildfernsehr praktisch ausgelotet schienen, zeichnet sich langsam der nächste Evolutionssprung ab. Die Rede ist von Ultra-HD. Ultra-High-Definition verspricht mindestens die 4-fache Auflösung des heutigen Full-HD-Standards, also 4096 × 2560 Pixel. Wegen den rund 4000 Pixel horizontal, bürgert sich auch die kürzere Bezeichnung "4K" ein.


Bis es hierzulande Medien (Bluray) oder TV-Sender in 4K geben wird, vergehen gewiss noch 3-5 Jahre oder mehr. Doch um künftig U-HDTV per IPTV zu übertragen, müssen perspektivisch die Breitbandzugänge dafür gewappnet sein. Aufgrund des hohen Datenverbrauchs von ca. 2-4 Megabtye / Sekunde (trotz H.265-Codecs), werden Zugänge unter 50 MBit wahrscheinlich ungeeignet sein. Warum? VDSL50 bietet im besten Fall 6,25 MB/s, in der Praxis meist 4-6 MB/s. Bei 2-4 MB/s würde VDSL50 gerade so genug Performance mit etwas Sicherheitspuffer bieten.

Mehr Aufklärung für Verbraucher: Ein Studie von infas, dem „Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH“, vom Juli 2010 zeigte, dass für den Erfolg von VDSL künftig weitere innovative Applikationen nötig sind. Zudem müssen Vorteile und Möglichkeiten dringend stärker kommuniziert werden, so der Schluss der Forscher damals. Die meisten Konsumenten, so die Studie, benötigen noch keine Bandbreiten, die über konventionelle DSL-Anschlüsse hinausgeht. Lediglich 9 Prozent nutzten damals den Internetzugang regelmäßig für größere Downloads. Auch das oben angesprochene IPTV war 2010 eher noch eine Nische. Die Möglichkeit, dass Internet als Videothek und Videorekorder zu nutzen (siehe oben), war bis dato vielen gleichsam noch fremd. Eine Anschlußstudie mit neuen Zahlen fehlt leider bisher noch. Dennoch gilt nach wie vor: Für einen Durchbruch am Markt, müssen also die Anwender noch das Potenzial nutzen lernen und die Anbieter weitere Anreize mit neuen Applikationen schaffen.


Breitband als Faktor für den Hightech-Standort Deutschland

Schnelle Kommunikationsnetze, wie VDSL, Glasfaser und Kabel-Internet, sind bei weitem nicht nur eine „nette Spielerei“ für Privatpersonen. Eine moderne Infrastruktur für Telekommunikation ist heute ein wesentlicher Faktor für den Wissensstandort Deutschland und somit der Wettbewerbsfähigkeit. Wer hier den Anschluss im internationalen Vergleich verliert, ist mittelfristig nicht mehr konkurrenzfähig in Wissenschaft und Forschung. Leider zeichnet sich nach wie vor ab, dass Deutschland auf dem Gebiet weiter stark in Verzug ist.

Höchste Zeit für Innovationen und Investitionen also. Das hat sogar die Bundesregierung erkannt und ein milliardenschweres Förderprogramm im Zuge des Konjunkturpaketes II (2009) auf den Weg gebracht. Schon 2014 sollten in diesem Zusammenhang bis zu 75 Prozent der deutschen Haushalte Internet mit 50 Mbit/s nutzen können. Im Jahre 2018 sogar 100 Prozent! Doch bereits das erste Ziel wurde bekanntlich nicht einmal im Ansatz erreicht. Unwahrscheinlich also, dass es im 2. Anlauf bis 2018 deutlich besser läuft. Schon mitte 2015 wurde von Seiten der Regierung bereits wieder vorsichtig signalisiert, dass das Ziel nicht zu schaffen sei. Doch zumindest sind wichtige Weichen gestellt. Seit 2011 trägt beispielsweise die LTE-Technik wesentlich dazu bei, auch ländlichen Regionen den Anschluss ans Highspeedzeitalter zu ermöglichen.


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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