Derart hohe Geschwindigkeiten, wie VDSL sie ermöglicht (bis ca. 200 MBit/s), sind natürlich nur bei Anwendungen sinnvoll nutzbar, die auch entsprechend hohe Datenbandbreiten benötigen. Denn zum einfachen Surfen oder Telefonieren im Internet reicht ein DSL-Anschluss mit 6 - 16 MBit/s völlig aus.

Die Paradedisziplin für VDSL ist alles, was mit Video- und TV-Übertragung per Internet im Zusammenhang steht. Also zum Beispiel Video-on-Demand, Digital TV (IPTV), WebTV Onlinevideotheken und Videokonferenzen.
IPTV - das Fernsehen von Morgen ist bereits auf dem Vormarsch. Durch die Nutzung der DSL-Leitung (oder VDSL) für die TV-Übertragung, steht ein "kostenloser" Rückkanal zur Verfügung. Dieser ist das Tor für völlig neuartige TV-Unterhaltungsmöglichkeiten. Ein interaktives Mitraten bei "Wer wird Millionär" am Fernseher ist also in Zukunft denkbar. Schon heute bietet die Telekom mit den „Entertain“-Angeboten zahlreiche neue Features, die bislang nicht möglich waren. Mehr dazu hier.
Der größte Mehrwert dürfte in der Qualitätssteigerung liegen. Neben normaler Fernsehauflösung, ist mit IPTV und schnellen Internetzugängen (VDSL) auch hochauflösendes HDTV kein Problem. Seit 2010 gibt es endlich die ersten Free-TV Sender in HD, wie ARD, ZDF oder RTL.
Video-on-Demand erfreut sich ebenfalls steigender Beliebtheit. Die Angebote ersetzen den mühsamen Weg in die Videothek. Einfach einen Film mit der Fernbedienung aussuchen und los geht es! Dank der Leistung von VDSL ohne Zwischenpuffern und hochauflösend. Die Onlinevideotheken bieten fast schon die selbe Auswahl, wie gut sortierte Videotheken. Die der Telekom (Videoload) zählt mehr als 10.000 Titel, was selbst anspruchsvollen Filmkennern genügen sollte.
Das Videotelefonie schon ein Trend geworden ist, beweisen Skype & Co. Doch leider wird dieser Genuss schnell getrübt, wenn man die teilweise schlechte Bild- und Tonqualität sieht. Abhilfe schafft hierbei nur ein schneller VDSL-Internetzugang. Dann sind Konferenzen sogar in HD kein Problem.
Eine weitere Anwendung, die auch die Redaktion oft nutzt, sind Onlinevideorekorder und Videopodcasts. Beide liefern TV-Aufzeichnungen der letzten Tage zum Download. Mittels iTunes z.B. können Sie die Tagesschau, Mybritt Illner und viele andere ausgestrahlte Sendungen als Videopodcast herunterladen und später ansehen. Etwa im Zug oder per USB-Stick am TV. Der Service Save.TV ist ein Beispiel für einen sogenannten Onlinevideorekorder. Sie legen im Browser die Aufnahme einer oder mehrerer Sendungen fest. Save.TV zeichnet diese für Sie auf und entfernt auf Wunsch sogar vollautomatisch die störende Werbung! Das funktioniert erstaunlich genau. Manchmal merkt man gar nicht, dass eigentlich geschnitten wurde. Die Aufzeichnung stehen nach der Sendung zum Download (in bester MP4-Qualität) bereit. Da die Dateien schnell an 1 GB heranreichen, spart ein VDSL-Anschluss viel Zeit.

Denkbar ist auch die Datenspeicherung bzw. Backups im Internet. Aufgrund der teils riesigen Datenbanken und Datenbestände in Unternehmen, war dies bisher mit DSL kaum realistisch. Selbst speziell hierzu geeignete SDSL-Anschlüsse für Geschäftskunden stoßen schnell an Grenzen. Durch die hohen Upload-Datenraten ist auch eine Vernetzung von Filialen und Standorten via VPN möglich. Hier mehr Informationen zum Thema VDSL für Geschäftskunden.
Schnelle Kommunikationsnetze auf Glasfaserbasis, wie VDSL und Kabel-Internet, sind bei weitem nicht nur eine „nette Spielerei“ für Privatpersonen. Eine moderne Infrastruktur für Telekommunikation ist heute ein wesentlicher Faktor für den Wissensstandort Deutschland. Wer hier den Anschluss im internationalen Vergleich verliert ist mittelfristig nicht mehr konkurrenzfähig in Wissenschaft und Forschung. Leider ist Deutschland auf dem Gebiet bereits stark im Verzug. Höchste Zeit für Innovationen und Investitionen also. Das hat sogar die Bundesregierung erkannt und ein milliardenschweres Förderprogramm im Zuge des Konjunkturpaketes II (2009) auf den Weg gebracht. Bis 2014 sollen in diesem Zusammenhang bis zu 75 Prozent der deutschen Haushalte Internet mit 50 Mbit/s nutzen können. Im Jahre 2018 sogar 100 Prozent!
Ein Studie von infas, dem „Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH“, vom Juli 2010 zeigt jedoch, dass für den Erfolg von VDSL künftig weitere Applikationen nötig sind. Zudem müssen Vorteile und Möglichkeiten dringend stärker kommuniziert werden. Bisher, so die Studie, benötigen die meisten Konsumenten noch keine Bandbreiten, die über konventionelle DSL-Anschlüsse hinaus geht. Lediglich 9 Prozent nutzen den Internetzugang regelmäßig für größere Downloads. Auch das oben angesprochene IPTV ist bislang eher eine Nische. Die Möglichkeit das Internet als Videothek und Videorekorder zu nutzen (siehe oben), ist vielen gleichsam noch fremd. Für einen Durchbruch am Markt, müssen also die Anwender noch das Potenzial nutzen lernen und die Anbieter weitere Anreize mit neuen Applikationen schaffen.