Zunächst sollten Sie mit einem Speedtest prüfen, wie viel Ihr Anschluss zurzeit leistet. Gemessen wird die Downloadrate, die Uploadrate und die Pingzeit. Also die Dauer in Millisekunden, bis Ihr Provider auf eine Anfrage antwortet. Abweichungen von 10 - 30 Prozent sind völlig normal. Gründe können zum einen Messfehler sein oder natürliche Schwankungen. Ärgerlich wird es aber spätestens dann, wenn Sie z.B. VDSL mit 50 MBit/s gebucht haben, aber nur 20 - 25 ankommen. Spätestens dann verschenkt man unter Umständen Geld. Nämlich so viel, wie der langsamere Tarif kosten würde.
Es gibt zweierlei Arten von Tunigmaßnahmen für Ihren (V)DSL-Anschluss. Zum einen per Software und zum anderen mittels Optimierungen an der Hardware. Also Kabel, Router & Co. Los geht es mit den Software-Tuning-Tipps!
Nicht selten genügen schon ein paar Einstellungen in Windows oder die Bemühung einiger Bordmittel des Betriebssystems zur Optimierung. Im Prinzip kommen drei softwareseitige Bremsen in Frage: Ungünstige Einstellungen bei den TCP-Parametern (MTU etc.) und falsche Konfigurierung der Softwarefirewall und des Virenscanners. Wer ungern selbst Einstellungen am System vornehmen möchte, kann auch eine Reihe von Programmen zur Optimierung der Systemeinstellungen nutzen.
» MTU-Parametern optimieren;
» Tipps zur Softwarefirewall;
» Tipps zum Virenscanner
Halten Sie ansonsten Ihr Betriebssystem und Browser auf dem neuesten Stand. Insbesondere der Browser kann beim Surfen ebenfalls als Bremse wirken. Als schnellster Browser gilt der Firefox und Googles Chrome-Browser. Speedfans sollten hingegen einen weiten Bogen um den Internet-Explorer machen.
Weit mehr Fehlerquellen aber auch mehr Potenzial für Optimierungen, lauert auf Seiten Ihrer Hardware. Zahlreiche Faktoren können dafür sorgen, dass Ihre VDSL-Flatrate nur halbe Leistung bringt, die eigentlich technisch möglich wäre. Hier geht probieren über studieren! Überall können Leistungsreserven möglich sein. Viel Erfolg beim Tuning!
2. 1) Kabel prüfen
Es klingt banal. Aber ein falsches bzw. schlechtes Netzwerkkabel kann bereits der Anfang vom Ende sein. Es gibt zunächst zweierlei Netzwerkkabel: Patch und Crossover. Zwischen PC und Router sind stets Patchkabel zu verwenden. Nur zwischen zwei Rechnern selbst kommen Crossover-Kabel zum Einsatz. Verwenden Sie nach Möglichkeit nur hochwertige Kabel. Insbesondere dann, wenn lange Strecken zu überwinden sind. Achten Sie auf Begriffe wie „Geschirmt“, „PIMF“ (Paare in Metallfolie) und mindesten Kategorie-5 (besser 6 oder mehr). Diese z. B. wären empfehlenswert: Hama CAT6 Netzwerkkabel.
Dauer: ~30 min | Status: wichtig | Performance Gewinn: mittel
2. 2) neue Hardware
Wenn VDSL zum Einsatz kommt, ist es natürlich unumgänglich, einen VDSL-fähigen Router (oder Modem) einzusetzen. Da VDSL abwärts kompatibel ist, wäre es also kaum verwunderlich, wenn nur DSL-Speed ankommt. Sollten Sie also tatsächlich noch einen DSL-Router nutzen, ab in den nächsten Fachmarkt! Zudem sollten hochwertige Geräte, wie etwa von AVM, gewählt werden. Verzichten Sie auf Billiggeräte für unter 50 €. Aus eigener Erfahrung hat man damit nicht viel Freude. :-)
Dauer: ~ 60 min | Status: enorm wichtig | Performance Gewinn: sehr hoch
2. 3) Firmware Update
Nicht selten stehen zuhause hochwertige und relativ moderne WLAN-Router herum, die wesentlich mehr könnten! Insbesondere AVM liefert in regelmäßigen Abständen Updates der Router-Firmware. Bei neueren AVM-Modellen (und bei den meisten Geräten anderer Hersteller) reicht ein Mausklick im Routermenü, um dies durchzuführen. Bei älteren Geräten kann es sein, dass die Datei separat eingespielt werden muss. Dennoch ein Kinderspiel, für das kostenlos neue Features, Bugfixes und Performancegewinne winken.
Dauer: ~ 5 min | Status: zu empfehlen | Performance Gewinn: mittel
2. 4) Positionierung des WLAN-Routers (nur bei WLAN)
VDSL ist geschaltet und der Router angeschlossen?! Bei vielen verschwindet das gute Stück leider in der Nähe der Verteilerdose in einem Schränkchen. Ein Fehler! Zwar mag wohl nicht jeder die grauen Kästen mit Antenne im unmittelbaren Sichtfeld stehen haben. Dennoch ist ein geeigneter Platz sehr wichtig für optimalen Empfang und somit optimale Leistung. Wie sie den optimalen Platz für den Router finden, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Routerpositionierung.
Dauer: ~ 0,1 bis 2 Stunden | Status: sehr wichtig | Performance Gewinn: sehr hoch
2. 5) Richtig "funken" will gelernt sein - WLAN optimieren
Neben der richtigen Positionierung des WLAN-Routers und der Empfangsgeräte (Punkt 2.4), gibt es noch zwei mögliche Optimierungsansätze. Erstens: Finden Sie einen möglichst unbesetzten Kanal. Nicht selten funken viele Nachbarn zufällig auf demselben, wie Sie. Das kann zusätzlich zu Störungen führen und die Leistung mindern! Gute Router zeigen in einer Übersicht die belegten und freien Kanäle an. Die Fritz!Box von AVM ab Modell 7170, mit aktueller Firmware (siehe Punkt 2.1), messen sogar die Störrate auf jedem Kanal.
Screenshot: Fritzbox Konfiguration des Funkkanales mit Anzeige der Störquellen
Dauer: ~ 10 - 20 min | Status: zu empfehlen | Performance Gewinn: mittel bis hoch
Wenn alles nichts hilft, kann es gut sein, dass Ihr DSL- bzw. VDSL Anbieter Ihnen doch nicht genug Downloadleistung liefern kann. Dazu muss man folgendes wissen: Bei allen DSL-Techniken sinkt die Leistung mit jedem Meter zum nächsten Verteilerkasten, wenn Kupferkabel für die Stecke verbaut wurden. Letzteres ist in Deutschland noch die Regel. Daher haben Haushalte in der Nähe der Verteilerkästen, oft die volle DSL oder VDSL-Leistung. Wer weit ab wohnt, kann sich meist mit wenigen MBit/s zufrieden wissen. Nur wenn Ihr Haus direkt per Glasfaser ans VDSL-Netz angeschlossen ist (FTTB), sind die vollen Datenraten von 50 – 100 MBit/s drin.
Die Anbieter wissen um das eben beschriebene, technische Dilemma. Aus technischen Gründen kann kein (V)DSL Anbieter eine Downloadrate garantieren. Daher sichern sich die Provider mit „bis“ Angaben ab. Es heißt also im Vertrag meistens „bis 25000 Kbit/s“. Nur wenn die Leistung in den Bereich absinkt (mit valider Leitungsmessung vom Techniker), wo der nächst günstigere Tarif beginnt, haben Sie ganz gute Karten. Bestehen Sie dann auf ein Tarifdowngrade. Rein rechtlich ist die Frage nach einem Anspruch jedoch noch recht umstritten. Ende 2009 entschied das Amtsgericht in Fürth zugunsten eines Verbrauchers, der DSL16000 gebucht hatte, allerdings nur um die 3000 Kbit/s nutzen konnte. Das Gericht stand ihm ein Sonderkündigungsrecht zu.
» weitere Tipps zur Routerpositionierung
» Störquellen umgehen - schalten Sie auf 5 GHz
» Speedtest starten - wie schnell ist Ihr Anschluss?
» KBit/s, MBit/s und MB/s - so schnell ist Ihr Anschluss