Immer wieder wird unsere Redaktion gefragt, wo VDSL schon ausgebaut ist bzw. wo es demnächst noch ausgebaut wird. Denn die ultraschnellen Flatrates erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Kein Wunder: Die Möglichkeiten und Ansprüche steigend stetig. Wer möchte nicht Videos in HD-Qualität sehen, statt grob aufgelöste Matsch-Videos bei Youtube? VDSL bietet deutlich mehr Downloadpower als DSL. Statt nur 16 MBits, sind bis 100 Mbit/s machbar. Im Folgenden zeigen wir, wo und wann VDSL schon ausgebaut wurde und welche Pläne es für die Zukunft gibt.
Kabelverlegung - VDSL-Ausbau - Dt. Telekom Presse
2012 steht ganz im Zeichen des Glasfaserausbaus. Im Unterschied zu VDSL, werden hier die Fiberoptischen Kabel direkt bis zum Haus oder die Wohnung der Endkunden gezogen. Durch diese direkte Anbindung, können Breitbandzugänge mit nie dagewesener Performance realisiert werden. Zwischen 200 und 1000 Mbit sind möglich. Die Telekom baut in rund 20 Städten an diesen zukunftsweisenden Internetzugängen. Der Ausbau hat teils schon begonnen und wird überall dort aufgenommen, wo eine Mindestanzahl von Vorbestellungen eingegangen sind. Mehr zu den Angeboten, finden Sie hier.
Die größte Änderung Anfang 2012 betraf die VDSL-Angebote von Alice. Die O2 Telefónica, zu der Alice seit 2010, hat diese nun direkt übernommen. VDSL von Alice ist daher seither nur noch bei O2 bestellbar. Zudem soll die Marke „Alice“ langsam verschwinden. O2 wird daher künftig VDSL, mit großer Wahrscheinlichkeit, unter eigenen Namen vermarkten.
Eine weitere Prognose für 2013 fällt schwer. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird vorrangig die Verfügbarkeit für VDSL und Glasfaser-Internet in eben den Städten wachsen, wo es schon teilweise erhältlich ist. Aber auch die ersten nicht-städtischen Gebiete könnten zunehmend ausgebaut werden. Weitere Preissenkungen erachten wir als sehr wahrscheinlich.
Im Jahre 2011 erwarteten wir eigentlich den Markteintritt weiterer Unternehmen. Dass für den VDSL-Vertrieb nicht unbedingt firmeneigene Netze nötig sind, zeigt das Beispiel 1und1. Firmen wie diese, agieren dann als Reseller. Das VDSL-Angebot von 1&1 basiert daher auf Leitungsnetzen der Telekom. Von daher blieb es, entgegen der Erwartung, 2011 auf dem VDSL-Markt beim alten Anbieterstamm.
Beim Ausbau der VDSL- und Glasfasernetze tat sich 2011 hingegen einiges, obgleich die Fortschritte als weit geringer einzustufen sind, wie noch in den Vorjahren. Primär waren Fortschritte im regionalen Bereich zu verzeichnen. Im Januar 2011 kündigten NetCologne und Vodafone eine Kooperation eine Kooperation für die Stadt Köln an. DNS:Net baut dagegen im Havelland VDSL aus.
Die interessanteste Entwicklung war seitens der Telekom zu verzeichnen. Der Konzern kündigte im Februar an, 2011 den VDSL-Ausbau weiter vorantreiben zu wollen. Und das in immerhin 10 großen Städten. Vorrangig mit der moderner FTTH-Bauweise. Dabei handelt es sich streng gesehen gar nicht mehr um VDSL. Denn nur, wenn auf die letzten Meter zum Kunden noch mit Festnetzleitungen überbrückt werden, kommt diese Technik zum Einsatz. Siehe das folgende Schaubild.

Die Telekom hingegen plant vorrangig reine Glasfaser-Anschlüsse auszubauen, bis hin zum Endkunden. Treffender ist daher die Bezeichnung Glasfaser-Internet. In nicht allzu ferner Zukunft, sollen Internetanschlüsse mit 1000 Mbit keine Utopie bleiben. Die neuen Städte, in denen VDSL- bzw. Glasfaserinternet neu verfügbar sein soll sind:
Brühl, Braunschweig*, Henningsdorf, Rastatt, Offenburg, Potsdam*, Mettmann, Kornwestheim, Neu-Isenburg und Hannover*. In den mit *Stern gekennzeichneten Städten wird die Verfügbarkeit erhöht.
Die meisten Arbeiten am neuen Glasfasernetz sollen Mitte 2012, evtl. etwas später abgeschlossen werden. VDSL-Tarifvergleich.de verfolgt weiterhin für Sie die Entwicklung. Im Newsbereich finden Interessenten regelmäßig die neuesten Updates.
Insellösungen ausbauen:
Was bisher kaum bekannt ist – die Telekom hat seit 2007 VDSL mindestens in 750 Orten installiert. Damit wäre ein Großteil der Deutschen Bevölkerung mit VDSL zu versorgen. Allerdings wird dies noch nicht offen beworben. Denn meist gibt es VDSL dort dann lediglich im Umkreis von rund 1km zum errichteten Verteiler. Zu groß wäre also die Zahl derer, die leer ausgehen. Hier schlummert also noch viel, viel Potenzial für weitere Ausbaumaßnahmen.
Weise Flecken auf der Breitband-Landkarte
Bild: Vodafone
Wettbewerb formierte sich: Bis Ende des Jahres gab es immer noch keinen Wettbewerb auf dem Markt. Die Deutsche Telekom war nach wie vor ein Quasimonopolist in Sachen VDSL. Die Preisverhandlungen der Wettbewerber, zur Nutzung der Telekom-Glasfaserinfrastruktur, zogen sich bis in den Sommer. Dann endlich traten langsam die ersten Anbieter mit eigenen Tarifen auf. Allen voran 1und1. Dennoch kann man die Entwicklung bis dahin als eher zäh beschreiben. Nach einem Schritt vor, ging es meist wieder einen Schritt zurück. Wir führen übrigens seit Jahren die Entwicklungen zu diesem Thema in einer Übersicht fort. Die Querelen hemmten einerseits die rasche Verbreitung von VDSL, andererseits regte der harte Kurs der Telekom den weiteren Netzausbau der Wettbewerber mit Sicherheit an. Denn diese müssten vermeintlich hohe Entgelte für die Leitungsmiete zahlen. Das machte den Ausbau eigener Netze zunehmend attraktiver. Vodafone ist dieser Hinsicht in Deutschland führend.
Die ersten VDSL-Anschlüsse in Deutschland gab es von der Deutschen Telekom. Zu Beginn, im Jahre 2006, nur in 10 Städten und in sehr begrenzter Anzahl. Zwei Jahres später, im Herbst 2008, war die neue Breitbandtechnik bereits in den 40 größten Städten Deutschlands verfügbar. Noch im selben Jahr sollten 10 weitere Städte hinzukommen. Allem Anschein nach, ist der damalige Ausbauplan der Telekom recht problemlos realisiert worden. Folgende Städte wurden im genannten Zeitraum erfolgreich ans VDSL-Netz angeschlossen:
Erfurt, Kassel, Aachen, Braunschweig, Magdeburg, Neuss, Saarbrücken, Ulm, Würzburg, Regensburg, Böblingen, Mönchengladbach und Oldenburg.
des weiteren:
Kiel, Potsdam, Lübeck, Oberhausen, Rostock, Bielefeld, Solingen, Krefeld und Hagen