Anbieter von Cloud-Services


Den Weg in die „Wolke“ bieten mittlerweile zahlreiche Anbieter weltweit. Dank schneller VDSL- oder Glasfaseranschlüsse, lassen sich sogar große Datenmengen in kurzer Zeit hochladen. Wirklich nennenswert für Privatanwender, sind unserer Ansicht nach aber nur wenige. Neben dem Preis, sollte insbesondere ein Blick in die AGBs nie fehlen. Zudem sind Anbieter ratsam, welche aus Datenschutzgründen Ihre Daten ausschließlich in Deutschland auf deutschen Servern speichern. Letzteres ist leider eher die Ausnahme. Wir zeigen, wohin man die wertvolle Datenfracht am besten auslagert.

Boom-Markt

Der Smartphoneboom machte erstmals eine dezentrale Speicherung der eigenen Daten attraktiv und günstig wie nie zuvor. Statt alle Bilder, Videos, Adressen und Dokumente nur auf dem PC zu „hamstern“, bieten Cloud-Lösungen einen Endgeräte- und standortunabhängigen Zugriff. Bis 2025, so Expertenschätzung, sollen alleine in Deutschland jährlich gut 22 Milliarden Euro mit Cloud-Diensten umgesetzt werden. Zum Vergleich: 2011 waren es gerade einmal 3,5 Mrd. Euro. Aber nicht nur für Privatkunden sind die Onlinespeicher interessant, besonders im IT-Bereich gibt es einen klaren Trend hin zur Auslagerung. Sogar Programme werden immer öfter nur noch als Cloud-Version vertrieben, wie das Beispiel Adobe zeigt.


Unterschiede und Faktor Serverstandort

Die Hauptunterschiede der zahlreichen Angebote, beziehen sich insbesondere auf den verfügbaren Speicherplatz, Art und Umfang möglicher Synchronisationen zwischen PC und Smartphone, sowie dem Serverstandort. Letzteres ist kontroverser zu betrachten, als es zunächst auf den ersten Blick scheint. Zu diesem Thema scheiden sich nach wie vor die Meinungen von Juristen und Datenschützern. Stehen die Server etwa in den USA (was fast immer der Fall ist), gelten weit laxere Richtlinien für den Datenschutz. Rein theoretisch haben dort auch Geheimdienste und Sicherheitsbehörden allgemein die Möglichkeit auf die Informationen zuzugreifen. Nach dem NSA-Skandal 2013 scheint der Umstand eher Fakt als Theorie. Kurzum, man weiß nicht genau, was mit den Daten im Hintergrund so alles geschieht. Wer auf „Nummer Sicher“ gehen möchte, solle also auf deutsche Anbieter setzen. Doch nicht nur Sicherheit ist ein relevanter Faktor sondern auch Beständigkeit. Zahlreiche kleinere Firmen verschwinden oft so schnell, wie sie aufgetaucht sind. Damit gehen im schlimmsten Fall auch die persönlichen Dateien verloren, welche man dem Cloudanbieter anvertraut hat. Vor diesem Hintergrund kann es nicht schaden, sich nach Anbietern umzuschauen, welche schon Jahre erfolgreich am Markt etabliert sind.


Anbieter im Detail

Aufgrund der Fülle der weltweiten Angebote, wollen wir uns auf ein Dutzend der attraktivsten Anbieter stützen. Populäre Dienste kommen vom „who is who“ der Internetbranche. Zu nennen sind hier insbesondere die Deutsche Telekom, Microsoft, Google, Apple und Amazon. Ebenfalls sehr beliebt ist die „Dropbox“. Der deutsche Hosting-Provider Strato (gehört zu 1&1) führt auch ein gutes Angebot. Im Folgenden finden Sie einige Eckdaten nach Anbieter.

Bei VDSL oder DSL inklusive - 25 GB bei der Telekom | Bild: Dt. Telekom

Unsere Nummer 1 ist die Telekom Cloud, welche im Test der Computerbild 2016 Platz 6 belegte. Der Vorteil: Für Kunden, die einen DSL- oder VDSL-Anschluss bei der Telekom nutzen, ist der Zugriff kostenlos. Dann stehen satte 25 GB Onlinespeicher zur Verfügung. Gegen einen Aufpreis von rund 5 € im Monat, lässt sich dieser Speicher auf 100 Gigabyte erweitern. Für 10 € monatlich sind gar 1000 GB drin. Die Ablage Ihrer Daten erfolgt in Deutschland, der Zugriff ist verschlüsselt und gilt als sehr sicher. Eine TÜV-Zertifizierung liegt vor. Über die "Mediacenter App" oder via MagentaTV, sind Ihre Daten jederzeit abrufbar. Die Synchronisation von Emails und Kontakten ist über die T-Online-E-Mail-Adresse möglich.

Strato: Platz 2 geht in unserem Anbieter-Check an Strato mit „HiDrive Media“. Der Service ist allerdings eher als Onlinefestplatte zu verstehen. Ein Zugriff kann weltweit via Internet erfolgen. Natürlich auch per App. Andere, Cloud-typische Funktionen, wie Synchronisation von Kontaktdaten etc. gibt’s nicht. Dafür vertraut man auch hier seine Daten deutschen Servern mit TÜV-geprüfter Datensicherheit an. Strato offeriert vier Tarife. HiDrive Media 100 bietet für günstige 2 € im Monat 100 GB Onlinespeicher. Für nur 50 Cent mehr gibt’s satte 250 GB. Wer 7,50 € im Monat investiert, speichert bis zu 1 TB (1000 GB) in der Strato-Cloud. Für den ganz großen Datenhunger bietet Strato eine 2 Terrabyte Cloud, welche mit 15 € zu Buche schlägt. Alle Preise gelten bei einer Laufzeit von 12 Monaten - kürzere kosten mehr. Beim Test von Computerbild[2] belegte Strato Platz 5. Verglichen wurden 8 Online-Speicherdienste, u.a. auch noch Microsoft, Dropbox und Google Drive.

Screenshot: Microsoft OneDrive - einfach per Browser in die Cloud ...

Platz 3 vergeben wir an Microsofts „Onedrive“, der es im Test bei Computerbild sogar auf Platz 1 schaffte. Besonders Preis und Bedienung überzeugten. Microsofts Gratis-Angebot offeriert zunächst 5 GB kostenlosen Speicherplatz. Wer mehr will, muss zahlen. Zwischen 2 (50 GB) und 10 Euro (5 TB) monatlich kostet der Service monatlich. Der Upload erfolgt einfach über den Browser oder per App. Mittlerweile erhältlich für Android, iOS und Windows Phone. Ein besonderes Augenmerk, man kann es sich schon denken, liegt bei Onedrive auf der Arbeitsteilung von Dokumenten. Auf Wunsch können also Dateien für Word, Excel oder Powerpoint gemeinsam via Cloud bearbeitet werden. Auch wenn Ihr Kollege z.B. kein(!) Excel hat. Das ist sehr hilfreich, denn bei gemeinsamen Projektarbeiten scheitert der Austausch schnell an diversen Dateiformaten. Nutzbar auf iPhone, Android- oder Windows-Smartphones. Die Server stehen erwartungsgemäß aller Wahrscheinlichkeit nicht in Deutschland.

Platz 4 geht an "Dropbox". Hier handelt es sich um einen Anbieter, der sich auf Cloud-Dienste spezialisiert hat. Dropbox gehört weltweit zu den beliebtesten und führenden Anbietern. Insbesondere bei Smartphone-Nutzern erfreut sich dieser Cloud-Dienst großer Beliebtheit. Der Basisdienst ist kostenlos und verspricht 2 GB Onlinespeicher. 1000 GB gibt’s ab 9,99 € im Monat. Wer gut haushaltet, könne mit den 2 GB gut auskommen. Smartphone-User greifen auf die meist vorinstallierte Drop-Box-App zurück. Der Serverstandort liegt ebenfalls die USA, da es sich um ein Kalifornisches Unternehmen handelt. Computerbild[2] vergab Note 3,11 und somit Platz 4.

5. Apple: iPad und iPhone haben weltweit Millionen Fans. Aber ist deswegen alles gut, was von Apple kommt? Zumindest bei dem Cloud-Service, namens „iCloud“, sollte der Anbieter noch nachbessern. iCloud richtet sich primär an Nutzer von iPad&Co und soll den Austausch möglichst vieler Daten, auf mehreren Apple-Endgeräten erleichtern. Der Basisdienst ist kostenlos und bietet 5 GB Speicherplatz. Gekaufte Musik wird aber z.B. nicht mitgerechnet. Wer damit nicht auskommt, kann mehr Platz hinzu kaufen - 50 bis 2000 GB, gibt es bei der iCloud ab 0,99 € im Monat.

Google: Die Cloud-Box des Suchmaschinenriesen (Google Drive) belegte bei Computerbild den dritten Platz. Bemängelt wurden vor allem die wenig kundenfreundlichen Datenschutzklauseln. Das es dennoch für einen der vorderen Plätze langte, liegt an extrem niedrigen Kosten für den Speicherplatz. 100 GB gibt’s beispielsweise für recht preiswerte 1,99 €. Die Spanne reicht bis hin zu 30 Terrabyte!

Kurzübersicht ausgewählter Cloud-Anbieter

Funktionen / Anbieter Telekom dopbox Microsoft OneDrive
Name des Dienstes:  Die TelekomCloud dropbox Microsoft OneDrive
 
Standorte der Server: Deutschland USA USA
 
Verschlüsselung der zu
übertragenden Daten:
SSL 128 Bit Secure Sockets Layer (SSL)
und AES-256 bit encryption
SSL, AES-256 bit encryption
 
ausgerichtet auf: privat geschäftlich / privat geschäftlich / privat
 
angebotene Funktionen -
Clouddienste:
Dienste einzeln buchbar:
- Dateiup- und ~download,
- E-Mail,
- Synchronisation,
- Sicherheitsprodukte,
- Telekom Music Shop
- gemeinsames Arbeiten an Dokumenten
- Teilen von Daten
- Up- und Download von Daten
- Teilen von Daten
- Up- und Download von Daten
 
verfügbarer Speicherplatz: - 25 GB - 100 im Mediencenter
- 1 GB für E-Mails
- 1000 GB zu Hause im Multimedia-Speicher
2 GB, 1000 GB 10 GB - 30 TB
 
LAN sync: (1) nein ja nein
 
Teilen von Daten auch an
Personen, die nicht Cloudmitglieder sind.
nein ja (spezieller Ordner) ja
 
einmalige Kosten - - -
 
monatliche Kosten: 0,00 € - 5 €,
je nach gewähltem Dienst und Umfang; ebenso, ob ein (V)DSL Anschluss von der Deutschen Telekom geschaltet wurde
ab 0,00 € - 20 €,
Preis abhängig von gewählter Speicherplatzgröße
0,00 bis 10 € / Monat €
 
Besonderheiten - Online Speicherplatz kann mit dem Multimedia Speicher für zu Hause um 1000 GB einmalig kostenpflichtig vergrößert werden. - - Geotagging von Photos,
- mobil nur mit Windows Phone, iPhone/iPad oder Blackberry nutzbar
 
zum Anbieter: » zum Angebot » zum Anbieter » zum Anbieter


Fazit: Wer ohnehin einen DSL-Anschluss bei der Deutschen Telekom hat oder buchen will, braucht nicht weiter suchen. Die Telecom-Cloud bietet viel Speicher und tolle Funktionen für lau. Optional lassen sich weitere Dienste bzw. Kapazitäten hinzubuchen. Wir empfehlen darüber hinaus bei der Telekom, wegen der hohen Uploadrate, den Griff zu den VDSL-Angeboten oder falls verfügbar zu Glasfaser-Tarifen. Der Datentransfer in die Cloud geht mit bis zu 40-100 MBit/s so schnell, wie bei kaum einer keiner anderen Anschlussart. Zudem punkten Telekom und Strato mit Datensicherheit auf deutschen Servern, was gerade vorm Hintergrund der NSA-Skandale ein nicht unerhebliches Argument sein dürfte. Auch Microsoft kann mit einen grundsoliden Dienst samt massig Speicherplatz überzeugen. Für Gelegenheitsnutzer kann ein Blick auf das kostenlose Basisangebot von „Dropbox“ lohnen. 2 GB sind zwar nicht viel, aber für ein paar hundert Fotos langt es allemal. Apple-User kommen wohl ohnehin nicht um iCloud herum. An den AGBs sollte aber wie es aussieht noch gefeilt werden.


[1] Lan sync bedeutet, wenn Geräte bereits untereinander verbunden sind (z.B. in einem lokalen Netzwerk), so werden diese darüber synchronisiert, ohne über den Cloud Dienst zu gehen.
[2] - zum Computerbild Test


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
© vdsl-tarifvergleich.de

Diese Internetseite verwendet Cookies. Alles zum Datenschutz