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29. 10. 2015

Eine Festnetz-Bandbreite von bis zu 300 MBit/s möchte der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent mit Vplus ermöglichen. Diese Technologie kann von Anbietern genutzt werden, die bereits von VDSL2 Gebrauch machen und schnelleres Internet anbieten wollen. Alcatel-Lucent stellt die benötigte Hardware zur Verfügung. Es könnte allerdings sein, dass Endkunden dann künftig wieder einen neuen Router benötigen.

Alcatel-Lucent optimiert das Vectoring

Vplus ergänzt das Profil VDSL2 17a-Vectoring und bietet eine deutlich höhere Frequenz. Anstatt der bisherigen 17 Megahertz, werden 35 Megahertz genutzt. Damit einhergehend steigt auch die mögliche Bandbreite (Datenrate), und zwar auf bis zu 300 MBit/s. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt allerdings von der „letzten Meile“, also die Entfernung zum Netzknoten ab. Beträgt die Distanz maximal 500 Meter werden 200 MBit/s gewährleistet, sind es nur 250 Meter, die beworbenen 300 MBit/s. Wenn die Entfernung jedoch mehr als 550 Meter beträgt, könnten Vplus-Kabelnetzverzweiger oder Micro-Netzknoten eingesetzt werden. VDSL2 ist übrigens keine neue VDSL-Version – alle bisher angebotenen VDSL-Anschlüsse basieren auf „VDSL2“. Lediglich im allgemeinen Sprachgebrauch wird meist nur verkürzt von „VDSL“ besprochen.

Alcatel-Lucent über Vorteile bei VDSL2

Das Kommunikationsunternehmen teilte mit, dass sich VDSL2 prinzipiell für Gegenden mit einer hohen Kundendichte in einem weitflächigen Anschlussbereich von bis zu 1.000 Metern eignen würde. Die neue VDSL2-Technologie G.fast würde hingegen auf kleinere Netzbereiche von unter 300 Metern mit niedriger Kundendichte abzielen. Da Vplus zwischen 250 Meter und 550 Meter bessere Werte als das bekannte VDSL2 und G.fast erreichen würde, wäre hier die Chance für höhere Geschwindigkeiten und Nutzerdichten. Zu der Upload-Bandbreite von Vplus gibt es bisher aber noch keine offiziellen Angaben.

Voraussetzungen für den Geschwindigkeitsschub

Sollte man bei einem Netzbetreiber sein, der ein VDSL2-Netz einsetzt und von Vplus Gebrauch macht, wird man als Kunde nicht automatisch von den maximal 300 MBit/s profitieren. Die passende Hardware, die neben VDSL2 auch Vplus und G.fast beherrscht, ist ebenfalls notwendig. Alcatel-Lucent arbeitet bereits an entsprechenden Lösungen. Ein neuer Router könnte ebenfalls zur Voraussetzung gehören. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass die neue Bandbreite auch neue Tarifangebote mit sich bringt. Es besteht also die Möglichkeit, dass der gebuchte Vertrag entsprechend erweitert muss. Durch Vplus könnte das Vectoring in Zukunft einen zweiten Frühling zu erleben.

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