Lange gab es keine neuen Informationen zum Fortschritt oder Status des VDSL-Ausbaus. Wir gingen daher davon aus, dass wenn, nur lokal einige regionale Projekte realisiert werden. Denn der Ausbau kostet enorm viel Geld. Und bei einem Verlust im ersten Halbjahr 2009 von gut 22 Millionen Euro, schwimmt das börsennotierte Unternehmen wohl auch nicht gerade im Geld. Allerdings verfügt das Unternehmen über eine gute Ausgangslage. Denn neben der Deutschen Telekom, besitzt Versatel das zweitgrößte Glasfasernetz in Deutschland mit gut 35.000 Kilometern.
Am 13.11.2009 meldete das Handelsblatt überraschend, dass Versatel in Zukunft den Schwerpunkt vom Privatkundengeschäft auf Geschäftskunden zu lenken gedenkt. Das Unternehmen begründet die Entscheidung damit, dass der DSL-Markt sich in einer schwierigen Phase nahe der Sättigungsgrenze befindet. Es gehe nur „noch darum, Wettbewerbern Kunden abzujagen.“ Zudem seien die Kundengewinnungskosten hoch. Anscheinend bestehen dennoch Pläne bzw. Absichten auf VDSL aufzurüsten. Zumindest geht die aus den Informationen des Interviews vom Handelsblatt mit Alain Bandle, Chef von Versatel, hervor. Allerdings wird wie wir vermuteten die Finanzierung wahrscheinlich nur mit Kooperationen gelingen. Das Netz soll dann gewinnbringend an Telekommunikationsanbieter vermietet werden.
Die Cebit 2010 offenbarte schließlich, wie wir bereits zuvor vermuteten, dass Versatel an ersten VDSL-Projekten arbeitet. In Bocholt wird in Zusammenarbeit mit „Bornet“ und „BEW“ an einem VDSL-Netz gearbeitet. Mehr dazu in unserem Cebit 2010 Spezial.
Versatel will weiter DSL für Privatkunden anbieten und bestehende Kunden stärker binden. Nur die teure aktive Werbung um Neukunden soll eingeschränkt werden. Im März 2010 verschlankte Versatel daher wahrscheinlich auch die Tarifpalette auf zwei Angebote.
Ein Blick auf die DSL-Angebote von Versatel lohnt ebenfalls. Das Unternehmen hat günstige Komplettpakete im Programm und bietet in der Regel hervorragende Sonderaktionen, die zum sparen einladen.