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Aug 30 2013


Es scheint so, als ob nach vielen Monaten des Ringens um einen Kompromiss nun endlich die letzten Weichen für das sogenannte „Vectoring“ gestellt wurden. Nachdem die EU-Kommission vor einigen Tagen schon ihr „go“ signalisierte, meldet sich jetzt nun auch die Bundesnetzagentur ausführlich zu Wort und beschreibt die letzten Startvorbereitungen, welche die Deutsche Telekom noch durchlaufen muss.

 

 

Wie schon vor der nun publizierten Pressemitteilung der Bundesnetzagentur klar wurde, gibt es auf europäischer Ebene keine Einwände gegen Vectoring. Damit hat auch die Bundesnetzagentur (BNetzA) keinen Grund mehr, die positive Entscheidung zugunsten der Technologie weiter zurückzuhalten. Die Behörde selbst ist Vectoring ohnehin zugeneigt und sieht darin die Chance, höhere Übertragungsraten zu erzielen, als es bei der „fortgeschrittenen VDSL-Technik“ möglich ist. Nun, nachdem weitestgehend Rechtssicherheit herrscht, seien die Unternehmen gefragt mit Kapital den Netzausbau weiter voranzutreiben.

Bis zu 500 Meter vom „grauen Kasten“ noch 100 MBit/s

Die Telekom hat klare Vorstellungen von der Leistungsfähigkeit von Vectoring. Einen halben Kilometer vom Kabelverzweiger (KVz) entfernt, sollen über Kupfer(!) noch 100 MBit/s im Download machbar sein. Der Zugriff auf den KVz war dabei das große Problem, zumindest aus regulatorischer Sicht. Denn die hohe Geschwindigkeit ist nur umsetzbar, wenn ein einziges Unternehmen alle Kupfer-Doppeladern kontrolliert, die am Verteilerkasten hängen. Um die Nutzung dieser letzten Meile im Sinne eines fairen Wettbewerbes zu gestalten, wurden daher Kompromisse und Reglementierungen nötig.

 

Zwar können alle Telekommunikationsunternehmen einen KVz mit Glasfaser erschließen und dann exklusiv Vectoring einsetzen, sie müssen dann jedoch auch ihren Mitbewerber ein Bitstromprodukt als Alternative anbieten. Für diese Nutzungsoption muss die Telekom jetzt ihre Musterverträge aktualisieren. Sind die technischen, betrieblichen und rechtlichen Details geregelt, erfolgt eine Prüfung durch die BNetzA.

Formsache? Neues Vertragswerk erfordert

Im Vergleich zur monatelangen Anrufung der verschiedenen Kontrollorgane auf nationaler und internationaler Ebene, dürfte diese Prozess jedoch vergleichsweise zügig ausfallen. Womöglich liegen die vorsorglich überarbeiteten Verträge bereits in der Schublade. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, kommentiert: „Ich begrüße sehr, dass die EU-Kommission grünes Licht für unsere Entscheidung gegeben hat. Die Bundesnetzagentur hat in einem zügigen, transparenten und intensiven Beschlusskammerverfahren ausgewogene und verlässliche Rahmenbedingungen für die Einführung der Vectoring-Technologie in Deutschland geschaffen.“

Wann gibt’s die ersten VDSL-Anschlüsse auf Vectoring-Basis?

Bis erste Verbraucher die maximal 100 MBit schnellen Tarife bestellen können, wird es noch eine Weile dauern. Als erstes profitieren diese Orte von der neuen Technik. Ab Sommer 2014 will die Telekom sukzessive mit dem Vertrieb beginnen. Bestandskunden werden wahrscheinlich erst ab 2015 bedacht. Warum dauert das so lange? Zum einen müssen selbstverständlich erst einmal netztechnische Grundlagen geschaffen werden, wie etwa das Umrüsten der DSLAMs. Des Weiteren gibt es bis heute kaum Router, die Vectoring beherrschen. Die Fritz!Box 7490 ist eines der ersten Modelle, die Vectoring-kompatibel sind.

Quelle: Bundesnetzagentur


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