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Nov 12 2010


Die Deutsche Telekom unterhält das größte Glasfasernetz in Deutschland. Damit lassen sich u.a. die schnellen VDSL-Anschlüsse realisieren. Bisher sind aber die meisten Zugänge in ihrer Maximalleistung beschränkt, da nicht der gesamte Weg zum Kunden mit Glasfaser realisiert wird. In Henningsdorf will man nun den direkten Ausbau (FTTH) proben.

FTTH – technischer Hintergrund

Um das Vorhaben zu verstehen, muss man sich kurz verdeutlichen, wie die meisten VDSL-Anschlüsse der Telekom realisiert werden. Bisher erfolgt der Anschluss der Endkunden in der Regel auf einer sogenannten Hybridlösung. Das bedeutet, dass die Glasfaserleitungen nur bis zum nächsten Verteilerkasten reichen. Der Fachausdruck hierfür ist „Fibre to the curb“ (FTTC) – was soviel bedeutet, wie „Glasfaser bis zum Bordstein“. Der Rest des Weges zum Verbraucher wird mit den „alten“ Kupferkabel des Telefonnetzes überbrückt. Das ist zwar günstiger, da teure Tiefbauarbeiten entfallen. Doch mit jedem Leitungsmeter sinkt die Übertragungsleistung in Mbit/s, die beim Kunden noch ankommt. Mit VDSL wären problemlos 100 oder 200 MBit/s realisierbar. Bei FTTC sind selbst im Idealfall „nur“ maximal 50 MBit/s zu erwarten. Die Lösung heißt FTTH – also die Verlegung von Glasfaserleitungen direkt bis ins Haus.

200 MBit/s per VDSL

Mit dem FTTH-Ausbau will die Deutsche Telekom so künftig Internetanschlüsse mit bis zu 200 MBit/s bieten können. Das ist theoretisch auch bitter nötig. Denn die Kabelanbieter rüsten Ihre Netze zur Zeit massiv aus und haben theoretisch genug Potenzial bis 1000 MBit/s und mehr. Vor Kurzem berichteten wir über Kabel Deutschland mit einem erfolgreichen Feldtest in diesem Geschwindigkeitsbereich.

Pilotprojekt in Henningsdorf

Ausbau des Glasfasernetzes

Zunächst plant das Unternehmen den Ausbau in Henningsdorf zu erproben und so Erfahrungen zu sammeln. Billig ist das Unterfangen nicht. Denn ohne Tiefbauarbeiten kommt man nur selten aus. Interessierte Grundstücksbesitzer und Wohnungseigentümer sind laut Pressemeldung herzlich eingeladen am Pilotprojekt zu beteiligen. Der Bürgermeister von Henningsdorf begrüßte den Schritt der Telekom: „Wir freuen uns, dass die Telekom Hennigsdorf für ihr Pilotprojekt ausgewählt hat. Das bedeutet für Bürger und Unternehmen unserer Stadt den bestmöglichen Zugang zum Internet und unterstreicht die Bedeutung als Wohn- und Wirtschaftsstandort“.

 

Möglich sei das Unterfangen durch eine enge Kooperation zwischen der Stadt und ansässigen Wohnungsunternehmen. Diese werden sich wahrscheinlich auch finanziell beteiligen. Wogegen auch nichts sprechen würde. Schließlich steigt und fällt die Attraktivität einer Wohngegend heute auch an der Verfügbarkeit von VDSL, Kabel oder DSL.

weitere Pläne

Neben Wohngebäuden sollen übrigens auch öffentliche Einrichtungen, wie Schulen angeschlossen werden. Das halten wir für sehr löblich und weitsichtig. Insgesamt plant die Dt. Telekom (www.telekom.de) um die 120 Kilometer Glasfaserleitungen zu verlegen. Zudem kommen noch 16 neue Verteilerkästen. Die Fertigstellung ist für das 2. Quartal nächsten Jahres geplant. Wir sind gespannt auf das Fazit der Bürger und der Telekom. Viel Erfolg!

Weiterführendes

» zur Telekom und T-VDSL
» mehr zum Thema Glasfaser-Internet

Bild + Quelle: Telekom Presse

 



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Autor: Sebastian Schöne

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Eine Meinung zu “FTTH: Telekom startet VDSL-Pilotprojekt in Henningsdorf”

  1. FTTH: Familie in Dresden testet 1GB-Netz sagt:

    […] Ausbau in Gesamtdeutschland sein. In Henningsdorf bei Berlin und in Braunschweig werden derzeit ebenso FTTH-Netze aufgebaut. Im kommenden Jahr soll der Ausbau in weiteren Städten folgen. Nach eigenen Angaben will die […]




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