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Mai 28 2014


Wie steht es um den Breitband-Ausbau in Deutschland wirklich? Auf der ANGA COM 2014 trafen wir uns mit Experten zum Gespräch und erfuhren mehr über die Hindernisse für den Ausbau, die aktuelle Stimmung der Branche und die Erwartungen an die Netzallianz rund um Minister Dobrindt.

 

Interview ANGA COM 2014
Experten im Gespräch

Um den Breitband-Ausbau einmal differenzierter zu betrachten, war die ANGA COM 2014 der perfekte Ort. Auf der Fachmesse für Breitband und TV, trafen wir uns zum Experten-Gespräch mit der Unternehmensführung von IMS. Der Softwarehersteller ist auf Programme für den Breitband-Ausbau spezialisiert und hat aufgrund seiner vielseitigen Kontakte einen guten Überblick über die Branche. Entsprechend kritisch fällt auch die Einschätzung der aktuellen Situation aus: „Der Aufbruchs-Enthusiasmus, der einmal da war, der ist durch die Teergrube gefahren“, sagte IMS-Geschäftsführer Michael Heinrichs über die Stimmung, die zur ANGA COM in Sachen Breitband-Ausbau herrschte. Blockiert werde der Ausbau unter anderem durch die Vormachtstellung von großen Unternehmen, die mit dem Ausbau alternativer Technologien wie dem Vectoring die Investitionssschwelle für kleiner Netzbetreiber bewusst weit nach oben legen. Weiter Faktoren seien zudem ebenso wenig förderlich für das Projekt Breitband-Ausbau, wie unser Experten-Talk zeigte.

Netzallianz mit falschem Ansatz?

Die Netzallianz rund um Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sei bisher wenig hilfreich für den Ausbau der kleinen Unternehmen, die den großflächigen Ausbau maßgeblich tragen. „Das Thema ist natürlich hochgradig brisant“, schätzt Matthias Militzer, zuständig für Projektvertrieb bei IMS, das Vorhaben Netzallianz ein. Diese Initiative müsse zum Ziel haben, kleineren Unternehmen eine Chance zu geben – denn die haben das entsprechende Know-How und oftmals auch den Rückhalt der Bevölkerung. Wenn die Netzallianz hingegen die großen Unternehmen fördere, dann würde der Ausbau sich nur stockend und in den Ballungszentren vollziehen – was nicht das Ziel der Initiative sein könne, so Militzer. Sofern die Förderung bei den kleinen Unternehmen wie Stadtwerken ankommen würde, könne sie auch ein Erfolg werden. „Dann macht diese Initiative auch Sinn – denn dann hat sich echt was geändert“, stellte Militzer in Aussicht. „Wenn nur die Großen gefördert werden, tut sich jedoch gar nichts.“

Perspektiven

In Sachen Ausbau-Technologien könnte es sich langfristig rächen, wenn Deutschland den Ausbau der Breitbandnetze mit hohen Bandbreiten verschläft. Zwar seien Anschlüsse mit 12 Mbit/s heutzutage noch vollkommen ausreichend. „In ein paar Jahren werden diese Bewegtbildinhalte die Leitungen komplett verstopfen – und da wirst du mit deinen 12 Mbit/s auch nicht mehr glücklich“, so die Aussage von Geschäftsführer Heinrichs.

 

 

 



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Autor: Sebastian Schöne

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