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Mai 01 2015


Wir berichteten bereits im Februar über die Pläne der deutschen Telekom zum Vectoring-Ausbau. Schon damals wurden Stimmen der anderen, kleineren Provider laut – die Telekom würde mit dem Antrag bei der Bundesnetzagentur zur Zugangsverpflichtung zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) den Wettbewerb einschränken und ein Vectoring-Monopol aufbauen.

Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) warnt vor Re-Monopolisierung

Nachdem im Februar der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) bereits rege Kritik geäußert hatte, meldet sich nun auch der BREKO zu Wort. Der Antrag der Telekom würde den Wettbewerbern die Geschäftsgrundlage entziehen. Norbert Westfal, Präsident des BREKO, warnt weiterhin davor, dass der Antrag nur der Anfang einer Re-Monopolisierung wäre. Sollte dem Antrag von der Bundesnetzagentur stattgegeben werden, rechnet er mit weiteren derartigen Anträgen. So könnte die Telekom die Konkurrenz immer weiter vom Markt verdrängen. Die Telekom hält mit dem Vectoring-Ausbau weiter am bewährten Kupferkabel fest, das verzögert laut Westfal den „dringend notwendigen Ausbau von Glasfasernetzen“. Im Gegensatz zur deutschen Telekom, hätten die anderen Wettbewerber des Telekommunikationsmarktes in den letzten Jahren knapp 55 Prozent aller Investitionen in den Ausbau der Glasfasernetze gesteckt.

Amerikanische Internetkonzerne stellen Ansporn für Politik dar

Die EU-Kommission und Digital-Kommissar Günther Oettinger möchten innereuropäische Schranken abbauen, um so große Telekommunikationskonzerne zusammenzuführen. So gesehen, möchte die europäische Politik ein „europäisches Gegengewicht“ zwischen den deutschen Telekommunikationsunternehmen und den großen Internetkonzernen aus den USA schaffen – dieses Vorhaben ist BREKO-Vizepräsident Pruchnow natürlich ein Dorn im Auge: „Ich glaube aber nicht, dass die Ex-Monopolisten in der Lage sind, den US-Konzernen hier Paroli zu bieten.“

 

Die Konkurrenten der deutschen Telekom möchten sich mit den Kommunen zusammenschließen. Professor Jürgen Anders von der Universität Furtwangen fordert, dass jeder neue Ausbau bezahlt werden müsse, ohne dass die Kommune Mitspracherechte habe. Ganz im Gegenteil – die Kommunen sollen selbstständig Glasfasernetze ausbauen und somit den Glasfaserausbau nach vorne treiben. Der Professor der Fakultät Digitale Medien bedenkt hierbei jedoch nicht, dass nicht jedes Bundesland die notwendigen finanziellen Mittel zu solch einem Ausbau hat.

 

Die Kritiker sehen eines nicht: In den ländlichen Gegenden bietet meist nur die Telekom bezahlbare Tarife oder überhaupt Internetleitungen an. Die kleineren Internet-Provider bauen meist nur in Ballungsgegenden aus, da hier kein Risiko eines Gewinnverlusts vorliegt. Sobald ein Wettbewerber jedoch das Netz der Telekom mietet und in abgeschlageneren Regionen Internet anbietet, sind die sonst vorhandenen günstigen Tarife nicht mehr verfügbar. Sollte der Antrag der Telekom wirklich angenommen werden, so würden hingegen weitere ländliche Haushalte mit schnelleren Internetleitungen versorgt werden.

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