Splitter

VDSL Splitter - Notwendigkeit, Funktion und Bezugsquellen


Wenn Sie VDSL nutzen möchten, benötigen Sie unter Umständen noch einen sogenannten Splitter. Allerdings nicht immer! Denn insbesondere neuere IP basiert Breitbandzugänge kommen schon länger ohne diese Notwendigkeit aus, doch dazu später mehr. Da es um dieses Thema im Netz und diversen Foren immer wieder Fragen und Unklarheiten gibt, haben wir die wichtigsten Informationen die Sie benötigen, folgend zusammengestellt.

Was macht der Splitter eigentlich?

Die Aufgabe des VDSL-Splitters besteht vereinfacht gesagt darin, das anliegende Datensignal vom Telefonsignal bei analogen Leitungen zu trennen. Ersteres wird dann direkt zum Router bzw. Modem per LAN-Kabel weitergeleitet. Technisch betrachtet, handelt es sich um einen simplen elektronischen Hoch- Tiefpassfilter für den Telefonanschluss (TAL). Zur Datenübertragung bei VDSL-Zugängen ohne IP-Telefonie, wird ein Frequenzband von bis zu 30 MHz genutzt. Die ersten 25 KHz sind jedoch für die analoge Telefonie reserviert. Bei ISDN sind es 120 KHz. Hinzu kommt noch ein kurzes Schutzband, so dass die zu trennende Grenzfrequenz für den Splitter bei 138 kHz liegt. Der Splitter teilt also sowohl bei DSL (bis 2.2 MHz), als auch bei VDSL (bis 30 MHz), die beiden Frequenzbänder für Telefon und Datenstrom auf. Bildlich kann man sich das so vorstellen, dass alle Frequenzen oberhalb von 138 KHz einfach abgeschnitten und zum Router geleitet werden. Mehr zur Technik von VDSL.


Internet-Zugänge „ohne Splitter“

handelsüblicher Splitter

Typischer Splitter mit TAE-Stecker von verschiedenen Perspektiven

Bei der Telekom gibt es allerdings schon seit Jahren vornehmlich DSL- und VDSL-Anschlüsse, wo kein Splitter eingesetzt werden muss. Und zwar sogenannte „All-IP“-Anschlüsse. Analoge bzw. ISDN-Anschlüsse, werden nämlich praktisch gar nicht mehr oder für Notlösungen geschaltet. 2019 sollen so nahezu alle Teilnehmerhaushalte umgestellt sein. Die Verbindung erfolgt bei "IP" dann direkt ohne Umwege mit dem VDSL-Router/Modem, welche allerdings dazu kompatibel sein müssen – siehe nächster Abschnitt. Aber: Als Breitbandspezifikation kommt bei VDSL stets Annex-B zum Einsatz. Das heißt, bei IP-Anschlüssen wird der früher für die Telefonie ausgesparte Bereich nicht benutzt, ist aber wenn man so will „noch da“. Falls sich im Alltag Verbindungsabbrüche oder Störungen häufen, kann man testweise mal einen Splitter dazwischen hängen. Mitunter verschwinden diese Effekte dann. Etwaige Störungen im ausgesparten Bereich bis 138 KHz werden dann sozusagen ausgefiltert. Der Nachteil liegt dann in einer etwas höheren Dämpfung, die ein klein wenig Speed kosten kann. Mit unserem VDSL-Speedtest können Sie auf Wunsch prüfen, wie groß dieser Effekt ggf. ist.


Wie erfolgt dann die Verbindung zum Router?

Bei IP-Basierten Anschlüssen ohne Splitter, erhält man ein passendes Kabel dazu. Eine Seite mit dem TAE-Stecker stecken Sie bitte mittig in die Telefondose mit der Markierung „F“. Die graue Buchse (RJ45-Stecker) kommt in den Router (z.B. Speedport). Zumeist ist dieser Anschluss am Router mit "WAN" oder "DSL" gekennzeichnet

Tipp: Die Telekom setzt bei herkömmlichen DSL-Tarifen immer öfter auf Annex-J und vertreibt diese auch als „IP“-Tarife. Gemeint ist dabei der Umstand, dass die Telefonie digital per VOIP erfolgt und nicht mehr im unteren Frequenzbereich per ISDN oder analog. Auch bei diesen Zugängen wird kein Splitter mehr gebraucht. Spätestens bis 2019 / 2020, plant der Konzern nur noch „IP“-Tarife anzubieten und zudem ältere Tarife dagegen auszutauschen. Herkömmliche, analoge Festnetztelefonie stirbt somit langsam aus und damit tendenziell auch die Notwendigkeit eines Splitters für ADSL/VDSL-Anschlüsse. Bei anderen Anbietern kommt es immer drauf an, über welche Leitung (eigen oder gemietet) der Anschluss abgewickelt wird.

Kompatible Router für Anschlüsse ohne Splitter

Nicht jeder Router ist schon für diese VDSL-Anschlüsse via „IP“ ausgelegt. Bei der Telekom sind das nur die neueren Modelle, wie der Speedport W921V, W925V oder Speedport Smart. Von AVM kommen z.B. die 7390, 3390, 7490 oder 7590 in Frage. Mehr aktuelle Geräte gibts hier.

Wie erkenne ich vor bzw. nach der Bestellung, welche Variante ich habe?

Während der Bestellung bei der Telekom, erkennen Sie dies einfach durch das Kürzel „IP“ im Tarifnahmen. In der Auftragsbestätigung und in der Rechnung steht zudem irgendwo ein Passus der Art „Anschluss XY ohne Splitter“. Und wie schon erwähnt, erfolgt der Anschluss via Analog- oder ISDN eigentlich nur noch auf expliziten Kundenwusch. Zirka bis 2019 will die Telekom schließlich nach Möglichkeit alle Anschlüsse auf IP konvertiert haben. Und bei den anderen VDSL-Anbietern? Wenn Wettbewerber Leistungen über die Telekom realisieren (Bitstrom-Vorleistungsprodukt bzw. Resaleprodukt (Wholesale-Produkt)), sind das meist auch nur IP-Anschlüsse.

Und Glasfaser-Anschlüsse per FTTH/FTTB?

Bei Direktanschlüssen per Glasfaser kommen ohnehin keine Kupferkabel mehr zum Einsatz bzw. auf das Festnetz als Leitungsmedium wird ja ganz verzichtet. Ein Splitter ist daher absolut nicht nötig!

FAQ: Brauch ich einen speziellen Splitter für DSL und VDSL?

Nein! Besonders bei dieser Frage gibt es immer wieder Unklarheiten. Für beide Breitbandarten kommt ein und dieselbe „Version“ zum Einsatz. Es gibt also so gesehen keinen speziellen „VDSL-Splitter“, auch wenn dies manchmal der Einfachheit halber so postuliert wird. Ebenso gibt es keinerlei Performance-Unterschiede mit „alten“ und „neuen“ Modellen. Technisch gibt es da keine Unterschiede.

FAQ: Woher bekomme ich dieses Bauteil?

Normalerweise müssen Sie sich darüber keine Gedanken machen. Wenn Sie vorhaben, VDSL zu bestellen (online übrigens oft günstiger), erhalten Sie alle nötige Hardware vom Anbieter Ihrer Wahl. Darunter fällt neben dem VDSL-Router auch der Splitter, sofern dieser eben nötig sein sollte. Letzteres ist aber sehr unwahrscheinlich.

FAQ: Was, wenn der Splitter mal kaputt geht oder weg ist?

Kein Problem! Standard-Splitter gibt es entweder im Fachhandel, oder noch besser gebraucht bei Ebay & Co. Dort kann man neuwertige Modelle mit etwas Glück schon für 1-2 Euro ersteigern.

Tipp für Telekom-Kunden: Mitunter kann es ausreichen, bei der Telekom-Hotline anzugeben, dass der alte Splitter offensichtlich kaputt ist oder Störungen verursacht. Die meisten Kunden erhalten diesen dann kurze Zeit später neu und kostenlos per Post. Garantieren können wir das natürlich nicht ...


Weiterführendes:

» zur Deutschen Telekom
» VDSL Preise in der Übersicht
» Infos zu VDSL-Routern


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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