Surfvolumen messen - so geht’s

Wieviel Datenvolumen verbrauche ich pro Monat im Internet?


Bisher mussten sich DSL- und VDSL-Nutzer um das von ihnen generierte Surf- bzw. Datenvolumen keine Gedanken machen. Ob man nun 10 Gigabyte (GB) oder 200 GB im Monat verbraucht hat - die Flatrate deckte ohne Einschränkung und Mehrkosten alles ab. Zumindest bei der Telekom sollte die sorgenfreie Zeit ursprünglich spätestens 2016 ein Ende haben. Gemeint sind die Drosselungspläne. Auch wenn diese Ende 2013 vorerst aufgegeben wurden - aller Wahrscheinlichkeit nach werden viele Tarife künftig eine Begrenzung enthalten, es sei denn man bezahlt deutlich mehr für eine richtige Flatrate. Daher sollten sich Verbraucher (nicht nur Telekomkunden) schon rechtzeitig die Frage stellen - „Wie viel Volumen brauche ich im Durchschnitt eigentlich pro Monat? Und laufe ich Gefahr künftig in die Drosselungsfalle zu tappen?

Ohne Hilfsmittel lässt sich dies leider kaum beantworten. Lediglich erfahrene Nutzer werden eine grobe Schätzung machen können. Folgend erfahren Sie daher, wie man über mehrere Monate ohne großen Aufwand den Test aufs Exempel machen kann. Mit Sicherheit werden die meisten eine Überraschung erleben und der Zähler mehr Verbrauch quittieren, als man gedacht hat.


Volumenzählung per Software oder Hardware

Es gibt 2 Möglichkeiten dem eigenen durchschnittlichen Bedarf oder den des gesamten Haushaltes aufzudecken. Weg 1 führt über eine Software. Die andere Alternative über den VDSL-Router selbst. Leider bieten nur wenige Modelle diese Funktion, dazu später mehr. Zunächst wollen wir ein kleines, kostenloses Programm namens „Netspeedmonitor“ vorstellen. Das Tool erfüllt 2 Funktionen. Zum einen protokolliert der Netspeedmonitor den gesamten ein- und ausgehenden Internet-Traffic - also den Datenverkehr in Zahlen. Das ist wichtig, denn für die Drosselung zählt später das gesamte Aufkommen für Download UND Upload! Die gesammelten Daten bereitet das Tool dann statistisch auf und es lassen sich die Verbräuche nach Tag, Woche und Monat analysieren. Des Weiteren blendet die Software auf Wunsch in der unteren Leiste auch die aktuelle Datenrate (Speed) für Up- und Download ein. Ein nettes Gimmick am Rand.

Installation und Einstellungen

Diese ist kinderleicht und bedarf eigentlich kaum einer näheren Beschreibung. Die Frage des Programmes, ob man die „Symbolleiste „Netspeedmonitor zur Taskleiste hinzufügen möchte“ beim ersten Start bitte mit „Ja“ bestätigen.  Klicke Sie dann bitte mit der rechten Mousetaste in den Infobereich, wie im rechten Screenshot zu erkennen, worauf sich ein Auswahlmenü öffnet. Dort wählen wir dann „Einstellungen“. Das Programm wählt eigentlich automatisch den Netzwerkkontroller - überprüfen Sie bitte an der Stelle, ob dieser stimmt. Ebenfalls über die Recht Mousetaste erreichen wir so das Menü für den Datenverbrauch (Statistik) und können die Beobachtung optional starten oder stoppen.

Wichtig ist, dass man möglichst mal einen Monat durchgängig den Netspeedmonitor mitlaufen lässt. Erst dann hat man einen Richtwert, der in etwa den eigenen Bedarf aufzeigt. Wie man die Werte einordnet, zeigen wir 2 Abschnitte weiter unten.



Nachteile vom Netspeedmonitor

Leider weist die Software einige Defizite auf, die man kennen sollte, um keine völlig verzerrten Werte zu erhalten.

Schwachpunkt 1) Das Tool misst den gesamten Traffic, der über den Netzwerkadapter läuft. Wenn man also beispielsweise etwas über per LAN- oder WLAN-Netzwerk druckt, dann zählt der Netpseedmonitor diese Datenmenge leider mit. Ebenso, wenn bspw. eine 100 MB große Datei im Heim-Netz an einen PC im Nebenraum gesendet wird.  

Schwachpunkt 2) Solange nur 1 Teilnehmer am Internetzugang hängt, funktioniert die Datenzählung (abgesehen von Punkt1) recht gut. Schwierig wird es allerdings, wenn mehrere PCs oder WLAN-Geräte am Netz hängen. Etwa der Fernseher im Wohnzimmer, mit dem man hin und wieder Filme bei Maxdome sieht. Oder das Smartphone, welches sich automatisch zuhause ins WLAN einloggt. All diese Verbraucher lassen sich mit dem Tool natürlich nicht erfassen. Dies sollte man berücksichtigen.

Volumen zählen mit dem Router

Leider haben die wenigsten Routerhersteller eine Statistik zum Volumenverbrauch in der Firmware der Geräte implementiert - im Festnetzbereich für DSL und VDSL machte dies auch seit Jahren nur begrenzt Sinn. Es gibt jedoch Ausnahmen - allen voran AVM. Praktisch bei allen Modellen kann der Traffic, der über den Router gelaufen ist, nach Tag, Woche und Monat nachvollzogen werden. Nicht ganz so detailliert aufbereitet wie beim Netspeedmonitor, dafür weit präziser.

Volumen ermitteln mit der Fritz!Box

Da ja der Router praktisch die Netzwerkknotenstelle im Haushalt ist, werden daher alle Ströme nach- und von außen  mitgezählt. Daher nicht nur dort, wo der Netspeedmonitor installiert ist. Wer also eine Fritz!Box sein eigen nennt, sollte mal ein Blicks in das Routermenü werfen, wie viel so im Monat versurft wird. Geben Sie dazu in der Browserleiste einfach „fritz.box“ ein. Dann in der linken Navigationsleiste auf „Internet“ -> „Onlinemonitor“ -> „Online-Zähler“. Dort erfasst die Fritz!Box die Online-Zeit und das dabei verbrauchte Datenvolumen. PS: Je nach Fritz!OS-Version kann sich dieses Menü auch unter einem anderen Navigationspunkt verbergen.


Auswertung der Messergebnisse - Was wenn ich zu viel verbrauche?

Hat man nun nach ca. einem Monat einen Überblick gewonnen, wie das eigene Surfverhalten sich im Datenverbrauch auswirkt, lassen sich eher objektive Rückschlüsse darauf ziehen, was etwaige Drosselungs- oder Beschränkungspläne persönlich für Konsequenzen hätten. Wir gehen davon aus, das Einsteiger-Tarife künftig kaum mehr als 50 GB pro Monat bieten werden. Für 100 GB oder mehr, wird man etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Wie es sich „anfühlt“ auf z.B. 384 KBit/s oder 2 MBit/s gedrosselt zu werden, können Sie hier testen. Dann könnte ein Wechsel (siehe folgender Abschnitt) in nächster Zeit durchaus ratsam sein.


Wechsel - die sicherste Maßnahme gegen die Drosselung

Wer nun weiß, dass er mit seinem Inklusivvolumen bei weitem nicht hinkommen wird oder sich das ganze Hickhack lieber sparen möchte - dem bleibt natürlich die Option des Anbieterwechsels. Schließlich hat nicht nur die Telekom superschnelle Tarife mit 50-200 MBit im Angebot. Welche Provider nicht drosseln und daher in Frage kommen, erfahren Sie hier im Einzelnen.

Weiterführendes

» umfangreicher Ratgeber zum Thema Drosselung

» so können Sie im Vorfeld die Drosselung selbst "testen"

» Chronik der Telekom-Drosselungspläne von 2013 bis ...


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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