Drosselungs-Simulator

So wäre es, wenn auf einmal nur noch 384 Kbit durch die Leitung “tröpfeln”


Im April 2013 ließ die Telekom die sprichwörtliche „Kate aus dem Sack“. In einigen Jahren, wahrscheinlich 2016, wolle man den zügellosen Gebrauch der „Flatrates“ einschränken. Gemeinhin bekannt unter dem Termini der „Drosselung“. In unserem Info-Spezial zu diesem Thema, finden Sie alle Hintergrundinformationen. Doch wie sehen die Konsequenzen in der Praxis eigentlich aus? Ist das vielleicht garnicht so schlimm, oder doch schlimmer als gedacht? Machen Sie den Test!


So fühlen sich 384 Kbit an…

Wer bisher immer nur DSL- oder VDSL-Flatrates mit Datenraten weit über 1 MBit Datenrate genutzt hat, für den sind sicher 384 Kbit eher eine abstrakte Zahl. Was dies im Surfalltag bedeutet, können sich wahrscheinlich eher all jene Leser vorstellen, die früher ISDN genutzt haben. Zwar war ISDN im Regelfall noch etwas langsamer, aber mit dem Vergleich wird schnell deutlich - für das heutige Web sind solche Datenrate (wie vor 10 Jahren) kaum noch praktikabel. Mit einem kleinen, kostenlosen Tool und mit 5 Minuten Einrichtungsaufwand, kann man sich selbst davon überzeugen - also praktisch den "worst case" simulieren. Los geht’s!


So installiert man den „Steinzeit-Test“

Als erstes benötigen wir ein kleines Programm namens „Charles“. Hierbei handelt es sich eigentlich um eine Proxysoftware zum Web-Debugging, die aber mit einigen Einstellungen um funktionalisiert werden kann. Die Software lässt sich 30 Tage kostenlos getestet - für unsere Zwecke also vollkommen ausreichend. Denn lange wollen wir uns sicher nicht auf das Niveau begeben, sondern nur zum „reinschnuppern“.



Nach der Installation starten Sie bitte „Charles“ und klicken im Menü anschließend auf „Proxy“ und folgend auf „Throttle Settings“. Letzteres heißt übersetzt so viel wie „Drosselungs-Einstellungen“. Nun das Häkchen bitte auf „enable Throtteling“ setzen. Als Profil wählen wir „custom“ und stellen bei „bandwith“ 384 Kbit ein. Den gleichen Wert bitte rechts daneben für die Uploadrate. Mit „Add Preset“ bestätigen und ggf. einen Namen dafür hinterlegen, wie z.B. "Telekom-Drossel". Dann das Programm minimieren und los geht’s!


Löschen Sie aber bitte zunächst den Cache Ihres Browsers komplett, bevor der Testlauf beginnt. Denn so verhindert man, dass Daten ggf. aus dem Browsercache geladen werden und das „subjektive Ladegefühl“, worum es uns ja geht, verfälscht wird. Surften Sie nun ein paar gängige Seiten an, wie z.B. ARD.de, Youtube oder eben, was gerne genutzt wird. Wer sich rückversichern will, dass die Datenrate auch stimmt, macht einfach zusätzlich noch einen Speedtest vor- und nach der Aktivierung von Charles.


Wer genug "neunziger Jahreluft" geschnuppert hat, ruft das Programm erneut auf und klickt bei Proxy-Throttle Stettings“ das Häkchen bei „enable Throtteling“ wieder raus. Fertig!


Update:

Nach neustem Stand, plant die Telekom nun die Drosselung auf "nur noch" 2 MBit ab 2016. Wer bisher einen weit schnelleren Anschluss nutzt, kann mit dem beschriebenen Verfahren natürlich auch 2 MBit simulieren. Tragen Sie dazu bei "Bandwith" einfach 2048 KBit/s, statt 384 KBit/s ein.


Video-Ratgeber

All diese Schritte, haben wir für Sie nochmal in einem kleinen Mini-Videokurs zusammengefasst. Dabei vollziehen wir die gesamte Installation Schritt für Schritt nach.



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Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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