Cebit 2010 - was gibt es Neues zu VDSL und Breitbandinternet?


Vom 02.03 bis zum 06.03. öffnete die Cebit 2010 die Tore für Besucher und Aussteller der IT- und Telekommunikationsbranche. Dieses Jahr stand die Hannoveraner Messe unter dem Motto „Connected Worlds". Nach schlechten Vorjahren gab es 2010 wieder Grund zur Freude. Gute Besucherzahlen auf der einen Seite und die ersten „untreuen“ Unternehmen, wie der Prozessorthersteller „AMD“, die auf der Messe nach einstiger Abkehr wieder vertreten waren, hellen das Bild deutlich auf.

Zu den Haupttrends und Besuchermagneten zählte eindeutig alles zum Thema „3D-Fernsehen“. Aber auch das Motto „Connected Worlds“ kam nicht zu kurz. Alles wird irgendwie miteinander vernetzt und wächst zusammen. So das Credo. Zum Beispiel Fernsehen mit Internet und anders herum. Stichwort „HbbTV“ und „IPTV“.

Auch erste Autos waren zu bestaunen, die sich dank des neuen Mobilfunkstandards LTE zu wahren Multimedia-Heimstudios und Officebüros wandeln. Egal ob hochauflösendes Fernsehen im Auto gewünscht ist, Videotelefonie oder moderne Navigationsapplikationen. Das Vernetzte Auto mit 100 MBit/s-Internetanschluss ist fast schon Realität. Apropos „Breitbandinternet“. Natürlich haben wir insbesondere ein Blick auf die Anbieter von schnellem Internet, Internetfernsehen und Telefonie geblickt. Was gibt es neues zu DSL, VDSL und Breitbandkabel-Internet? Sehen Sie dazu unseren Videobeitrag und erfahren auf den folgenden Zeilen mehr…



Broadband World auf der Cebit 2010

DSL 16000 – Wer ist denn heute noch in diesem Schneckentempo im Internet unterwegs? VDSL ist angesagt ... Zumindest wenn es nach den Werbeversprechungen der großen Provider geht. Die Wahrheit sieht jedoch anders aus. VDSL ist bei Weitem noch nicht flächendeckend verfügbar und wird es auch noch eine ganze Weile nicht sein.

Kein Netzbetreiber der „Broadband World“ auf der Cebit hat sich den Mund verbrannt und konkrete Ausbaupläne vorgestellt. Stattdessen heißt es, man arbeite daran. Selbst Branchenprimus hat sich mit Aussagen, wie „Wir haben doch 800 Städte an das VDSL-Netz angebunden“ aus der Affäre gezogen. Dabei zählt die Deutsche Telekom jede Stadt, in der ein paar Haushalte VDSL empfangen können. Diese befinden sich jedoch meist in direkter Nähe zu einem Verteiler im Einzugsbereich der letzten Meile, welche ausschlaggebend für die Verbindungsgeschwindigkeit ist. Also wer Glück hat und in diesem Einzugsgebiet wohnt, bekommt einen VDSL-Anschluss, der Rest schaut in die Röhre. Aber zumindest kann man bei der Telekom sagen, dass man schon viele Städte mit VDSL versorgt.

Quelle: Deutsche Messe Hannover

Während man über die Anbindung an VDSL diskutiert, übersieht man leicht den Fakt, dass etwa 7 bis 10 Prozent der deutschen Bevölkerung noch nicht mal mit DSL-Geschwindigkeit ins Internet können. Deshalb hat die Bundesregierung beschlossen, dass bis Ende 2010 alle Haushalte mindestens einen 1MBit/s Zugang erhalten sollen. Wo dies nicht über die letzte Meile geht, muss Satellit und Funk aushelfen.

Gibt’s Alternativen zur Telekom?

Während bei Vodafone der Stand verwaist war und auch die Pressemappe keinerlei Informationen preisgab, war man bei Versatel schon auskunftsfreudiger. Hier haben wir von einem konkreten Projekt erfahren, welches Bocholt in Zusammenarbeit mit Bornet und BEW mit VDSL-Anschlüssen versorgen soll, die Bandbreiten bis zu 50 MBit/s im Downstream und 5 MBit/s im Upstream ermöglichen. Das Ganze soll ein Triple-Play-Angebot mit Festnetzflatrate für Telefon und Kabel-TV werden. Die ersten Neubaugebiete sind bereits angeschlossen und weitere werden folgen.

Der Fokus bei Versatel liegt aber auch verstärkt in der Versorgung von Unternehmen mit schnellen Breitbandanschlüssen mit möglichen Bandbreiten von 2 Mbit/s bis hin zu 10 Gbit/s. Dafür hat Versatel das zweitgrößte Glasfasernetz in Deutschland mit einer aktuellen Gesamtlänge von 38.000 Kilometern.

Zusammenfassend kann man sagen, wirklich Neues gibt es nicht. Keiner möchte sich zu weit aus dem Fenster lehnen und konkrete Pläne bekannt geben. Wobei das auch verständlich ist. Die entsprechende Infrastruktur muss errichtet werden und mit dem Branchenprimus Telekom wird sich der ein oder andere Konkurrent auch nicht so ganz einig. Jetzt Zeitpläne zu erstellen und dann nicht einhalten zu können, bringt niemanden etwas, sondern schadet einfach nur dem Image.

Aber vielleicht erfahren wir in Kürze mehr. Alle Provider werden die Regulierungsentscheidung der Bundesnetzagentur abwarten, welche zeigen wird, ob es günstiger ist ein eigenes Glasfasernetz auszubauen oder das Netz des Marktführers mit zu nutzen. Vorher wird wohl niemand ins kalte Wasser springen und Investitionen tätigen.



VDSL- und Kabelmodem von AVM

Besonderes Augenmerk galt für uns auch dem Stand von AVM. Das Unternehmen ist bekannt, um nicht zu sagen berühmt, für seine Fritz!Box-Modelle. Die Cebit 2010 nutzte das Unternehmen zur präsentation neuer Modems bzw. Router. Darunter auch eine Prämiere! Denn die Fritz!Box 6370 ist das erste Kabelmodem von AVM. Mehr zu den Geräten und der VDSL-tauglichen Fritz!Box 3370, erfahren Sie hier.


xDSL Installationstester
Für Techniker und Servicefirmen insteressant, könnte der KE3400 von Kurth Electronic sein. Das Unternehmen präsentierte das Testgerät zur schnellen und individuellen Störungssuche auch der Cebit. Auch für VDSL-Anschlüsse ist das Gerät geeignet. Mehr dazu finden Sie in unserem Bericht zum KE3400 hier.


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