Multifunktionsgehäuse

Was sind Multifunktionsgehäuse (MFG)?


Durch den Einsatz der Glasfasertechnik und den Bedarf an höheren Datenübertragungsraten, wird schon seit Jahren eine erweiterte Generation von aktiven Kabelverzweigern im Telekommunikationsnetz eingesetzt. Im sogenannten „Multifunktionsgehäuse“ sind verschiedene Komponenten untergebracht.


Wie zum Beispiel der DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer), welcher für die Terminierung der Teilnehmeranschlussleitung benötigt wird, sowie die ONU (Optical Network Unit). Sie ermöglicht die Signalumsetzung durch einen optisch, elektrischen Wandler. Unter anderem ist auch der optische Splitter im MFG verbaut. Er dient zur Aufteilung eingehender Signale auf mehrere Leitungen. Diese Komponenten sind an normierten Schienen angebracht, um den Ein- und Ausbau zu erleichtern und um sie gegebenenfalls zu erweitern.

MFG am Strassenrand

Multifunktionsgehäuse besitzen zusätzlich eine eigene Energieversorgung, um die aktiven Komponenten mit Strom versorgen zu können. Außerdem ist noch ein aktives oder ein passives Kühlsystem verbaut, was vor zu hohen Temperaturen schützen soll. Daher kann die unmittelbare Anrainerschaft eines Multifunktionsgehäuses durchaus eine unliebsame Geräuschentwicklung mit sich ziehen. Bei modernen Gehäusen, liegt die Belastung aber meist unter 60 dB (kaum hörbar).

Multifunktionskästen übernehmen darüber hinaus den Schutz vor äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Nässe, Umweltstäube und Vandalismus. Einer der führenden Hersteller ist die Firma Rittal, welche mehrere Varianten für unterschiedliche Bedarfsszenarien bietet. Im Besten Fall können mit einem MFG bis zu 3600 Teilnehmer ans VDSL-Netz gebracht werden.


Umrüstung für Vectoring & Supervectoring

Seit 2013 läuft bundesweit die Auf- bzw. Umrüstung der VDSL-Netze auf das sogenannte Vectoring-Verfahren (ITU G.993.5). Die Technik verbessert einige Unzulänglichkeiten der ursprünglichen VDSL-Technik und fügt noch weitere Methoden wie Kanalbündelung hinzu.

Unterm Strich profitieren Kundenhaushalte, welche per VDSL samt Vectoring angeschlossen sind, im besten Fall von einer Datenratenverdopplung auf 100 MBit/s. Allerdings müssen alle Multifunktionsgehäuse extra dafür modernisiert werden. Dies geschieht vereinfacht gesagt durch das Hinzufügen weiterer technischer Komponenten im MFG. Etwa in Form spezieller Platinen, die sozusagen das Verfahren steuern. Gleiches gilt für das seit 2017 ausgebaute noch bessere Supervectoring. Hier können sogar 250 MBit erzielt werden.




Weiterführendes

» alle wichtigen Begriffe rund um VDSL im Lexikon
» Karten zum VDSL-Ausbau
» Wie schnell kann VDSL sein?


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