zur Telekom

Anbieter von Cloud-Services


Den Weg in die „Wolke“ bieten mittlerweile zahlreiche Anbieter weltweit an. Wirklich nennenswert sind für Privatanwender unserer Ansicht nach aber nur wenige. Neben dem Preis sollte insbesondere ein Blick in die AGBs nie fehlen. Zudem sind Anbieter ratsam, die Ihre Daten ausschließlich in Deutschland auf deutschen Servern speichern. Letzteres ist leider eher die Ausnahme.

Boom-Markt

Insbesondere der Trend zur Nutzung von Smartphones, mach die dezentrale Speicherung der eigenen Daten attraktiv wie nie zuvor. Statt alle Bilder, Videos, Adressen und Dokumente nur auf dem PC zu „hamstern“, bieten Cloud-Lösungen einen Endgeräte- und standortunabhängigen Zugriff. Bis 2015, so eine Schätzung der Bitkom Anfang 2012, sollen alleine in Deutschland jährlich 13 Milliarden Euro mit Clouddiensten umgesetzt werden.


Unterschiede und Faktor Serverstandort

Die Hauptunterschiede beziehen sich insbesondere auf den verfügbaren Speicherplatz, Art und Umfang möglicher Synchronisationen zwischen PC und Smartphone und dem Serverstandort. Letzteres ist kontroverser zu betrachten, als es zunächst auf den ersten Blick scheint. Zu diesem Thema scheiden sich noch die Meinungen der Juristen. Stehen die Server etwa in den USA (was fast immer der Fall ist), gelten weit laxere Richtlinien für den Datenschutz. Rein theoretisch haben dort auch Geheimdienste und Sicherheitsbehörden allgemein die Möglichkeit auf die Daten zuzugreifen. Nach dem NSA-Skandal 2013 ist dies eher Fakt als Theorie. Kurzum, man weiß nicht genau, was mit den Daten im Hintergrund so alles geschieht. Wer auf „Nummer Sicher“ gehen möchte, solle also auf deutsche Anbieter setzen.


Anbieter im Detail

Aufgrund der Fülle der weltweiten Angebote, wollen wir uns auf ein Dutzend der attraktivsten Anbieter stützen. Populäre Dienste kommen vom „who is who“ der Internetbranche. Zu nennen sind hier insbesondere die Deutsche Telekom, Microsoft, Google, Apple und Amazon. Ebenfalls sehr beliebt ist die „Dropbox“. Der Hosting-Provider Strato führt ebenfalls ein gutes Angebot. Im Folgenden finden Sie einige Eckdaten nach Anbieter.

Bei VDSL oder DSL inklusive - 25 GB bei der Telekom | Bild: Dt. Telekom

Unsere Nummer 1 ist die TelekomCloud, welche im Heft 2/2012 der Computerbild als Testsieger (Note „2,47“) hervorging. Für Kunden, die einen DSL- oder VDSL-Anschluss bei der Telekom nutzen, ist der Zugriff kostenlos. Dann stehen satte 25 GB Onlinespeicher zur Verfügung. Gegen Aufpreis (rund 5 € / Monat), lässt sich dieser Speicher auf bis zu 100 Gigabyte erweitern). Die Ablage Ihrer Daten erfolgt in Deutschland, der Zugriff ist verschlüsselt und gilt als sehr sicher. Allerdings ist die 128-Bit-Verschlüsselung nicht mehr ganz state of the art. Eine TÜV-Zertifizierung liegt vor. Über die "Mediacenter App" oder via Entertain (TV), sind Ihre Daten jederzeit abrufbar. Die Synchronisation von Emails und Kontakten ist über die T-Online-E-Mail-Adresse möglich.

Strato: Platz 2 geht in unserem Anbieter-Check an Strato mit „HiDrive Media“. Der Service ist allerdings eher als Onlinefestplatte zu verstehen. Der Zugriff kann weltweit via Internet erfolgen. Natürlich auch per App. Andere, Cloud-typische Funktionen, wie Synchronisation von Kontaktdaten etc. gibt’s nicht. Dafür vertraut man auch hier seine Daten deutschen Servern mit TÜV-geprüfter Datensicherheit an. Strato offeriert 4 Tarife. HiDrive Media 20 bietet für günstige 1,49 € im Monat 20 GB Onlinespeicher. Für 4.90 € gibt’s satte 100 GB. Wer 14,90 € im Monat investiert, speichert bis zu 500 GB in der Strato-Cloud. 1 Terrybyte schlagen mit 19.95€ zu Buche. Für den ganz großen Datenhunger gibts 2,5 TB. Diese sind mit kanpp 80 € / Monat allerdings recht utopisch. Die Preise gelten bei einer Laufzeit von 24 Monaten - kürzere kosten mehr. Beim Test von Computerbild[2] gab es einen Sieg mit Note 2,2. Verglichen wurden 10 Online-Speicherdienste, u.a. auch Rapidshare oder Web.de.

Screenshot: Microsoft Skydrive - einfach per Browser in die Cloud ...

Platz 3 vergeben wir an Microsofts „Skydrive“.

Microsofts Angebot offeriert 7 GB kostenlosen Speicherplatz. Der Upload erfolgt einfach über den Browser oder per App. Mittlerweile erhältlich für Android, iOS, Windows Phone und Windows 8. Ein besonderes Augenmerk, man kann es sich schon denken, liegt bei Skydrive auf der Arbeitsteilung von Dokumenten. Auf Wunsch können also Dateien für Word, Excel oder Powerpoint gemeinsam via Cloud bearbeitet werden. Auch wenn Ihr Kollege z.B. kein(!) Excel hat. Das ist sehr hilfreich, denn bei gemeinsamen Projektarbeiten scheitert der Austausch schnell an diversen Dateiformaten. So kann z.B. eine docx-Datei von Office 2010 nicht mir Office 2007 geöffnet werden. Erst nach einer Konvertierung. Für Notizen bietet Microsoft „OneNote“ als App. Nutzbar auf iPhone, Android- oder Windows-Smartphones. Die Server stehen erwartungsgemäß aller Wahrscheinlichkeit nicht in Deutschland.

Platz 4 geht an "Dropbox". Hier handelt es sich um einen Anbieter, der sich auf Cloud-Dienste spezialisiert hat. Dropbox gehört weltweit zu den beliebtesten und führenden Anbietern. Insbesondere bei Smartphone-Nutzern erfreut sich Dropbox großer Beliebtheit. Der Basisdienst ist kostenlos und verspricht 2 GB Onlinespeicher. 100-500 GB gibt’s ab 9,99$ im Monat (ja Dollar!). Wer gut haushaltet, könne mit den 2 GB gut auskommen. Smartphone-User greifen auf die meist vorinstallierte Drop-Box-App zurück. Leider lesen sich die AGBs auch nicht gerade sehr vertrauenserweckend. Ungewöhnlich ist, dass zur Nutzung am PC eine Software heruntergeladen werden muss. Der Serverstandort liegt ebenfalls die USA, da es sich um ein Kalifornisches Unternehmen handelt. Auch Computerbild[2] vergab deshalb nur ein "mangelhaft".

5. Apple: iPad und iPhone haben weltweit Millionen Fans. Aber ist deswegen alles gut, was von Apple kommt? Zumindest bei dem Cloud-Service, namens „iCloud“, sollte der Anbieter noch nachbessern. iCloud richtet sich primär an Nutzer von iPad&Co und soll den Austausch möglichst vieler Daten, auf mehreren Apple-Endgeräten erleichtern. Der Basisdienst ist kostenlos und bietet 5 GB Speicherplatz. Gekaufte Musik z.B. wird aber nicht mitgerechnet. Wer damit nicht auskommt, kann mehr Platz hinzu kaufen. Der Service „Fotosteam“ sichert auf Wunsch neue Fotos (bis 1000) und speichert sie in der iCloud zwischen. Wer Aufnahmen davon behalten will, hat allerdings nur 30 Tage Zeit diese zu sichern. Die Prüfung der AGBs ergab beim Test der Computerbild (2/2012) nichts gutes und bescherte dem Service die Note „5,0“.

Google: Ob man bei Google von einem echten Cloud-Dienst sprechen kann, ist zweifelhaft. Denn bei Google gibt es mehrere Angebote, je nach Nutzungsart. Daher verzichten wir an dieser Stelle auf eine Einordnung. „Google Doc“ bietet kostenlosen Speicher Dokumente, Picasa für Bilder. Jeweils 1 GB. Mehr gibt’s vorerst nicht…



Kurzübersicht der Cloud-Anbieter

Funktionen / Anbieter Telekom dopbox Microsoft SkyDrive
Name des Dienstes:  Die TelekomCloud dropbox Microsoft SkyDrive
 
Standorte der Server: Deutshland USA USA
 
Verschlüsselung der zu
übertragenden Daten:
SSL 128 Bit Secure Sockets Layer (SSL)
und AES-256 bit encryption
SSL
 
ausgerichtet auf: privat geschäftlich / privat privat
 
angebotene Funktionen -
Clouddienste:
Dienste einzeln buchbar:
- Dateiup- und ~download,
- E-Mail,
- Synchronisation,
- Sicherheitsprodukte,
- Telekom Music Shop
- gemeinsames Arbeiten an Dokumenten
- Teilen von Daten
- Up- und Download von Daten
- Teilen von Daten
- Up- und Download von Daten
 
verfügbarer Speicherplatz: - 25 GB - 100 im Mediencenter
- 1 GB für E-Mails
- 1000 GB zu Hause im Multimedia-Speicher
2 GB, 50 GB, 100 GB, 200, GB 500 GB, 1000 GB (Staffelung) 25 GB (nicht erweiterbar)
 
LAN sync: (1) nein ja nein
 
Teilen von Daten auch an
Personen, die nicht Cloudmitglieder sind.
nein ja (spezieller Ordner) ja
 
einmalige Kosten - - -
 
monatliche Kosten: 0,00 € - 5 €,
je nach gewähltem Dienst und Umfang; ebenso, ob ein (V)DSL Anschluss von der Deutschen Telekom geschaltet wurde
ab 0,00 $ - 9,99 $,
Preis abhängig von gewählter Speicherplatzgröße
0,00 €
 
Besonderheiten - Online Speicherplatz kann mit dem Multimedia Speicher für zu Hause um 1000 GB einmalig kostenpflichtig vergrößert werden. - - Geotagging von Photos,
- mobil nur mit Windows Phone, iPhone/iPad oder Blackberry nutzbar
 
zum Anbieter: » zum Angebot » zum Anbieter » zum Anbieter


Fazit: Wer ohnehin einen DSL-Anschluss bei der Deutschen Telekom hat oder buchen will, braucht nicht weiter suchen. Die TelecomCloud bietet viel Speicher und tolle Funktionen für lau. Optional lassen sich weitere Dienste bzw. Kapazitäten hinzubuchen. Wir empfehlen darüber hinaus bei der Telekom den Griff zu VDSL, wegen der hohen Uploadrate. Der Datentransfer in die Cloud geht mit bis zu 10 MBit/s so schnell wie bei keiner anderen Anschlussart, von Glasfaser abgesehen. Zudem punkten Telekom und Strato mit Datensicherheit und deutschen Servern, was gerade vorm Hintergrund der NSA-Skandale ein nicht unerhebliches Argument sein dürfte. Auch Microsoft kann mit einen grundsoliden Dienst samt massig Speicherplatz überzeugen. Für Gelegenheitsnutzer kann ein Blick auf das kostenlose Basisangebot von „Dropbox“ lohnen. 2 GB sind zwar nicht viel, aber für ein paar hundert Fotos langt es allemal. Apple-User kommen wohl ohnehin nicht um iCloud herum. An den AGBs sollte aber wie es aussieht noch gefeilt werden.


[1] Lan sync bedeutet, wenn Geräte bereits untereinander verbunden sind (z.B. in einem lokalen Netzwerk), so werden diese darüber synchronisiert, ohne über den Cloud Dienst zu gehen.
[2] - zum Computerbild Test


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Recherchen erstellt, verstehen sich aber ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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